Vom Gegen- zum Miteinander

Bischofskonferenz. Im Zeichen der Ökumene stand ihre Herbstvollversammlung vergangene Woche in Eisenstadt.

Eisenstadt. Aus Anlass des Gedenkjahrs „500 Jahre Reformation“ fand erstmals ein Studientag der katholischen Bischöfe mit den Spitzenvertretern der lutherischen, reformierten und methodistischen Kirche in Österreich statt. In der evangelischen Kirche von Rust feierten die Bischöfe und evangelische Kirchenvertreter einen ökumenischen Gottesdienst. In einer gemeinsamen Erklärung anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 wird darauf verwiesen, dass die katholische und evangelische Kirche nur miteinander glaubwürdig vor der Welt den christlichen Glauben leben und den Menschen dienen können. In dem Dokument mit dem Titel „500 Jahre Reformation – Vom Gegeneinander zum Miteinander“ werden die gegenseitigen Verfehlungen der Kirchen in der Vergangenheit benannt, die großen Fortschritte in den ökumenischen Beziehungen gewürdigt und die gemeinsame Verpflichtung für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt in den Blick genommen.


Anlässlich des 78. Jahrestags der nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938 gedachten Schönborn und Bünker auch gemeinsam der Opfer. Unisono unterstrichen sie die gemeinsame Verantwortung der Kirchen und die schuldbehaftete Geschichte gegenüber dem Judentum. Zugleich betonten beide die gemeinsame Verpflichtung, jeder Form von Antisemitismus deutlich entgegenzutreten.


Klimaschutz umsetzen


Die Bischöfe haben auch eindringlich dazu aufgerufen, das Pariser Klimaschutzabkommen, das am 8. Juli 2016 im österreichischen Parlament ratifiziert wurde, rasch und konkret umzusetzen.„Die globalen Bedrohungen, die durch die Erderwärmung und den damit verbundenen Klimawandel entstehen, werden immer offenkundiger“, hielten sie in einer Erklärung fest. Der Klimawandel verschlimmere die Nahrungskrise, gefährde den Lebensraum und stürze Menschen oft unverschuldet in Armut und Lebensgefahr. Immer mehr seien gezwungen, die mittlerweile lebensfeindliche Umwelt, die ihnen früher Heimat war, zu verlassen, warnen die Bischöfe und nehmen zugleich die österreichische Politik in die Pflicht. kap

 

Bildtext: Österreichs katholische Bischöfe einträchtig vereint mit den Vertretern der evangelischen (A.B. und H.B) und reformierten Kirchen in Österreich. Foto: kathpress