Vorsorge und Lebensstil helfen gesund zu bleiben

Jedes Jahr erkranken in Österreich rund 37.000 Menschen neu an Krebs. Eine erschreckend hohe Anzahl, wenn man bedenkt, dass viele Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil und Vorsorgeuntersuchungen (etwa durch Koloskopie oder Mammografie) vermieden werden könnten.

Salzburg. Die Hälfte aller Neuerkrankungen entfällt dabei auf vier Krebsarten. Am häufigsten werden Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs und Prostatakrebs diagnostiziert. In Österreich erhebt die Statistik Austria die Krebsinzidenz (Neuerkrankungen) und Krebsmortalität und wertet sie aus. In der aktuellen Publikation „Krebsinzidenz und Krebsmortalität in Österreich“ wurden Daten aus dem Jahr 2011 mit den Daten von 2001 verglichen. Im Jahr 2011 erkrankten in Österreich 37.067 Menschen an Krebs, 19.298 Männer und 17.769 Frauen. Bei 10.525 Männern und 9.371 Frauen führte die Krebserkrankung zum Tod. Das entspricht rund einem Viertel aller Todesfälle im Jahr 2011 in Österreich. Wird die Veränderung in der Altersstruktur einer immer älter werdenden Gesellschaft berücksichtigt, so zeigt sich im langfristigen Trend, dass die Zahlen der Neuerkrankungen bei Männern deutlich unter denen von 2001 liegen. Auch bei Frauen kann ein Rückgang der Erkrankungen (minus 7 Prozent) abgelesen werden.


Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist Prostatakrebs, bei Frauen Brustkrebs. Betrachtet man Männer und Frauen zusammen, ist mit rund 5.000 Neuerkrankungen im Jahr Darmkrebs die häufigste Erkrankung. Derzeit leben in Österreich rund 124.000 Menschen mit einer Krebserkrankung (Diagnose innerhalb der letzten fünf Jahre). Bedingt durch die stark verbesserten medizinischen Möglichkeiten und die heutigen Früherkennungsuntersuchungen ist festzuhalten, dass die Überlebensrate stark zugenommen hat. Lag die Überlebensrate 1987 (5-Jahres-Rate) noch bei 45 Prozent, liegt sie heute bereits bei über 61 Prozent. „Eine Zahl, die optimistisch stimmt und zeigt, dass die medizinische Behandlung deutliche Fortschritte gemacht hat. Daher ist es wichtig, auch weiterhin in die medizinische Krebsforschung zu investieren. Die Österreichische Krebshilfe Salzburg tut dies schon seit vielen Jahren mit dem Salzburger-Krebshilfe-Stipendium“, berichtet der Geschäftsführer der Krebshilfe Salzburg, Mag. Stephan Spiegel.


Angebotene Vorsorge auch annehmen


Beunruhigt sei man aber über viel zu viele „Gesundheitsmuffel“. „Wir stellen fest, dass viele Menschen die angebotenen Vorsorge- und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen noch immer nicht wahrnehmen. Hier sind es vor allem die Männer. Die Angst, dass etwas entdeckt werden könnte, ist sicher ein wichtiger Grund, lieber nicht zu einer Untersuchung zu gehen. Angst war aber noch nie ein guter Ratgeber. Wir werden daher nicht müde zu betonen, dass auch im Falle einer Erkrankung der Zeitpunkt der Diagnose entscheidend ist. Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln oder heilen. Besonders schmerzlich für uns ist die hohe Anzahl an Darmkrebserkrankungen. Darmkrebs könnte durch eine regelmäßige Vorsorgekoloskopie (alle sieben Jahre) so rechtzeitig in seinen Vorstufen erkannt werden, dass fast niemand mehr daran erkranken müsste bzw. die Erkrankung sehr gut behandelt werden könnte“, so Spiegel.


Bei der sanften und schmerzfreien Vorsorgekoloskopie werden in einem Drittel der Fälle Vorläufer, so genannte Polypen, eines Dickdarmkarzinoms gefunden, die entsprechend abgetragen werden. Dadurch werden eine Krebserkrankung und eine spätere große Operation vermieden. Wird hingegen ein bereits lokal fortgeschrittener Tumor entdeckt, muss eine Operation erfolgen, die heute vielfach auch minimal invasiv, also über kleine Schnitte (Schlüssellochchirurgie) erfolgt. „Wir wünschen uns daher sehr, dass viel mehr Menschen die kostenlose sanfte Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen, zum Wohle der eigenen Gesundheit“, motiviert Spiegel jeden, auf die eigene Gesundheit zu achten.

 

Die Krebshilfe Salzburg hat für Männer und Frauen Vorsorgebroschüren aufgelegt, die kostenlos bezogen werden können: www.krebshilfe-sbg.at, Tel. 0662/873536.

 

Bildtext: Keine Angst vor der Krebs-Vorsorgeuntersuchung! Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser kann sie behandelt oder geheilt werden. Foto: Birgitta Hohenester/pixelio.de

 

Lesen Sie nächste Woche im Rupertusblatt: Die Krankheit als Auslöser dafür, so zu leben wie man möchte, und seine Träume zu erfüllen.