Wallfahrtskirche am modernsten Stand

Ein Gerüst in der Kirche, Gottesdienste im Ausweichquartier Pfarrsaal – diese Zeiten gehören nach dem Beenden der Bauarbeiten in der Pfarrkirche Filzmoos der Vergangenheit an. Das Filzmooser Kindl – ein spätgotisches Gnadenbild – wurde während der Innenrestaurierung sicher versteckt und erfreut nach einer Reinigung wieder die Besucher. 

Filzmoos. Seit der letzten größeren Renovierung 1960 waren viele Jahre vergangen. „Die Kirche befand sich in einem sehr schlechten Zustand. Viele Fachmeinungen waren mit den Anforderungen der Pfarrgemeinde abzustimmen, um ein vernünftiges Konzept auf die Beine zu stellen“, erklärt Pfarrkirchenratsobmann Stephan Bittersam. Nach jahrelangen intensiven Vorgesprächen startete heuer im Sommer die Innenrestaurierung der Pfarrkirche. Von Juni bis September war die Kirche daher gesperrt.

Viele kleine Fensterschäden

An den Fenstern fanden die Arbeiter 83 kaputte Einzelscheiben, die Auskittung musste dringend erneuert werden. „Es waren Schäden, die in Summe vorher nicht aufgefallen sind“, so Bittersam. Der Großteil der Kirchenfenster wurde daher ausgebaut und bei einer Klosterglaserei repariert. Um zu verhindern, dass Kondenswasser über die Wand abfließt, wurden Ablaufrinnen installiert. Außerdem war die Elektrik nicht mehr zeitgemäß. Sowohl die Beleuchtung als auch die Beschallung wurden komplett erneuert und alle alten Leitungen ersetzt.

Die Innenwände der Wallfahrtskirche waren stark verschmutzt, im Sockelbereich löste sich teilweise der Putz ab. Die Natursteinbögen wurden gereinigt und nachgemalt. Es war eine komplette Einrüstung erforderlich, um alle Stellen der Kirche erreichen zu können.

An den Emporen blätterte die Beschichtung ab. Die Untersichten auf zwei Etagen wurden komplett erneuert. Der Boden der unteren Empore sowie die Stiege wurden abgeschliffen, die Brüstung neu verkleidet. „Alle Statuen und Bilder sind nun gereinigt und die Seitenaltäre mit neu gefassten Konsolen für Petrus und Paulus dem Gesamtbild angeglichen“, sagt der Pfarrkirchenratsobmann. Um die Kirche möglichst lang in gutem Zustand zu erhalten, wurden an vier Fenstern bewegliche Lüftungsflügel montiert. Über Innen- und Außensensoren wird das Klima in der Kirche automatisch gesteuert und falls erforderlich gelüftet. „Alle diese Maßnahmen mit einer Gesamtinvestition von zirka 330.000 Euro waren nur aufgrund der großen Beteiligung von Gemeinde sowie Bevölkerung möglich“, ist Bittersam dankbar. Vergangenen Sonntag feierte Erzbischof Franz Lackner mit den Filzmoosern Gottesdienst und bestaunte das Ergebnis der Innenrenovierung. Anschließend weihte er die neue Urnenstätte am Friedhof ein.

Foto: Erzbischof Lackner, Pfarrprovisor Josef Hirnsperger, Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenräte sowie Bürgermeister Johann Sulzberger feierten mit der Bevölkerung und den Vereinen in der renovierten Pfarrkirche Gottesdienst. Foto: Pfarre