Was ist Heimat?

Integration ist so vielfältig wie die Menschen

Salzburg. Integration. Fazel Shafa spricht fehlerfrei Deutsch, besucht die HTL- Abendschule und hat viele Freunde in Salzburg gefunden. Der 28-Jährige fotografiert gerne. Jetzt sind einige seiner Bilder in der STROB-Galerie in Salzburg zu sehen – Anlass sind die Integrationswochen. Der junge Afghane ist angekommen, hat einen Platz in der Gesellschaft. Doch ob es reicht, wird sich noch zeigen. „Mein Asylverfahren läuft noch.“  

Wann ist Integration gelungen? Wenn jemand gut Deutsch spricht? Wenn er oder sie einen Job hat? Oder geht Integration darüber hinaus? Eine allgemein gültige Definition gibt es nicht. Integration ist so vielfältig wie die Menschen und braucht vor allem eines: Bereitschaft und zwar von Seiten der Zugezogenen sowie von der heimischen Bevölkerung und der Politik. Unbedingt notwendig ist der Dialog, den die österreichweiten Integrationswochen noch bis zum 10. Mai fördern. Heuer ist erstmals Salzburg dabei –  mehr dazu unter www.integrationswochen.at. 

Ein Ort der Begegnung ist die STROB-Galerie am Franz-Josef-Kai 9. Die Ausstellung „Was ist für mich Heimat?“ ist Hör- und Sehgenuss in einem.  In den Podcasts aus dem Projekt „The Journey“ von Bauern helfen Bauern sprechen geflüchtete Menschen und Einheimische über ein respektvolles Zusammenleben. An den Wänden der Galerie hängen Bilder und Fotos von Kindern aus den Lerncafés der Caritas und von jungen Leuten, die Deutschkurse des Diakonie Flüchtlingsdienstes besuchten. Das Caritas-Beschäftigungsprojekt easy präsentiert zudem von Jugendlichen gefertigte Produkte aus Stoff und Holz.

„Beim Reden keman d‘Leit zam“ 

„Ich mag Salzburg, das ist jetzt meine Heimat“, sagt Maysau Hammoud ohne kleinstes Zögern. Sie ist stolz auf ihre Mädchen, die sich an der Ausstellung beteiligen. Sie selbst bringt sich ebenfalls ein: „Wir Mütter der Lerncafé-Kinder kochen für einen Begegnungstag.“ An allen Samstagen während der Integrations-
wochen findet in der Galerie von 14 bis 18 Uhr ein Tag der offenen Tür statt.  „Beim Reden keman d‘Leit zam“, ist Fotograf und Galerist Robert Strasser überzeugt. Ganz besonders einladen möchte er Menschen, „die dem Thema Integration skeptisch gegenüberstehen, die aber Interesse an einem Kennenlernen haben“. Wie der Gastgeber freut sich Maysau Hammoud auf das Miteinander. Sie erzählt gerne über ihre Erfahrungen in Salzburg und die Parallelen zu ihrem Geburtsort Homs. „Die Stadt liegt in der Mitte Syriens und Salzburg in der Mitte von Österreich. Das passt doch.“  

Foto1: Fazel Shafa mit einer seiner Fotografien, die gerade in der Ausstellung „Was ist für mich Heimat?“ in der Salzburger Galerie STROB zu sehen sind. / Foto1: RB/Caritas

Foto2: Stolz: Maysau Hammoud mit der einjährigen Surijana. Im Hintergrund Bilder ihrer älteren Kinder. / Foto2: RB/ibu