Wegschauen ist nicht erlaubt

Ungerechtigkeit durch Solidarität besiegen.

Gewalt durch die Waffen des Friedens auslöschen. Das forderte der Papst zum Abschluss seiner Reise nach Chile und Peru bei einem Gottesdienst in Lima mit mehr als einer Million Menschen.  Die Gläubigen sollten keine Angst haben, „die Heiligen des 21. Jahrhunderts zu sein“.  Viel Zeit nahm sich Franziskus für die Begegnung mit den indigenen Völkern – im Bild im Stadion „Coliseo Madre di Dios“ in Puerto Maldonado. Er warb für einen menschenwürdigen Weg zwischen rücksichtsloser Ausbeutung von Bodenschätzen und einem überzogenen Umweltschutz, der den Einheimischen die Nutzung ihrer Ressourcen verbieten will. Die Völker der Region dürften nicht mehr als Störenfriede an den Rand gedrängt werden. Die Kirche stehe an ihrer Seite, um das Leben, die Erde und die unterschiedlichen Kulturen zu verteidigen. Dafür habe er die Amazonas-Synode 2019 nach Rom einberufen. Bei seinem Besuch hat der Papst auch die Gewalt gegen Frauen und eine verbreitete Macho-Kultur verurteilt. „Es ist uns nicht erlaubt, wegzuschauen und zuzulassen, dass auf der Würde so vieler Frauen ,herumgetrampelt‘ wird.“         

Foto: KNA 

Papst Franziskus hält ein großes Blatt Papier zusammen mit einer in traditioneller Tracht gekleideten Frau am 19. Januar 2018 im Stadion "Coliseo Madre di Dios" in Puerto Maldonado bei einer Begegnung mit Vertretern von Völkern des Amazonasgebietes.