Weihnachten im Zeichen von Flucht

Weihnachtsfest bewusst erleben.

Vatikan. Das Weihnachtsfest muss heuer nach Worten des Papstes besonders die Situation von Migranten und Flüchtlingen ins Bewusstsein rufen. Unzählige Männer, Frauen und Kinder seien unterwegs auf der Flucht vor Kriegen, sozialer Ungerechtigkeit und Klimawandel. Man müsse sehr Schweres erlitten haben, um alles zu verlassen und sich dem Unbekannten zu stellen, meinte der Papst. Auch die Familie Jesu habe die Angst der Verfolgung und die Flucht erlebt, sagte Franziskus. „Der kleine Jesus erinnert uns, dass die Hälfte der heutigen Flüchtlinge in der Welt Kinder sind, unschuldige Opfer menschlicher Ungerechtigkeiten.“

Der Papst warb für Bildungsinitiativen für jene Kinder, die durch Migration aus ihrem Schulalltag gerissen worden seien. Sie brauchten eine Bildung, „um morgen einmal als mündige Bürger am Gemeinwohl arbeiten und teilhaben zu können“, so Franziskus. Auch die Menschen in Europa hätten eine Erziehung zu Aufnahmebereitschaft und Solidarität nötig, um zu verhindern, dass Migranten und Flüchtlinge „auf Gleichgültigkeit oder, schlimmer, Unduldsamkeit“ stießen. Der Papst äußerte sich bei einer Audienz für die Künstler eines vatikanischen Weihnachtskonzerts für Schulprojekte in Flüchtlingscamps im Irak und in Uganda. 

Papst für Migrationspakt

Papst Franziskus hat sich auch öffentlich hinter den UN-Migrationspakt gestellt. Die Staatengemeinschaft müsse Verantwortung, Solidarität und Mitleid gegenüber denen zeigen, die aus unterschiedlichen Gründen ihr Land verließen, sagte das Kirchenoberhaupt vergangenen Sonntag in Rom. Dafür sei der Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration ein internationaler Bezugsrahmen, so der Papst vor Zehntausenden Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz. Er rief die Katholiken auf, für die Anliegen des Abkommens zu beten.

Vor kurzem hatten 164 Länder in Marrakesch dem Migrationspakt der Vereinten Nationen zugestimmt. Er soll die Zusammenarbeit in der Migrationspolitik weltweit verbessern und Standards im Umgang mit Flüchtlingen festlegen. kap

Foto: Flüchtlinge und Migranten haben die Angst der Verfolgung erlebt –wie die Familie Jesu, so der Papst.

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