Weltkirche trifft Pfarren

„Eine Kirche mit einer gemeinsamen Quelle“ – das stand im Zentrum der Festgottesdienste mit Salzburgs Partnerbischöfen in Golling, Strobl und Wörgl.

Golling/Strobl/Wörgl. Am Sonntag ist das Zukunftsfest der Erzdiözese in den Pfarren angekommen – Gottesdienste wurden unter dem Motto „Zukunft der Kirche“ gefeiert. Groß war die Freude in Golling, Strobl und Wörgl. Bischöfe und Delegationen aus Salzburgs Partnerdiözesen besuchten die Pfarren.  

Drei Bischöfe in Golling 

Gleich drei Bischöfe feierten mit den Gollingern „Erntedank und Zukunft“. Erzbischof Franz Lackner war mit dem Erzbischof von Kinshasa, Fridolin Ambongo Besungu, und Bischof Emery Kibal Mansong’loo, Apostolischer Administrator von Bokungu-Ikela, in die Tennengauer Gemeinde gekommen. Erzbischof Ambongo, bis vor kurzem Bischof in Bokungu-Ikela, war bereits zum zweiten Mal in der Gollinger Pfarrkirche zu Gast. In seiner Predigt berichtete er über die prekäre Situation im Kongo. Vom Rohstoffreichtum des Landes profitierten nur Einzelne, „das Volk aber leidet unter Armut und lebt im Elend“. Vielen Kongolesen bliebe nur die Flucht in den Westen. „Mauern zu bauen kann dafür nicht die Antwort sein“, gab der Erzbischof zu bedenken und betonte: „Die Gerechtigkeit Gottes sieht vor, dass alle von der Güte Gottes profitieren.“ Eindringlich warnte er davor, sich vor dem Leid anderer zu verschließen: „Gott soll unser Herz berühren, damit wir sensibel bleiben für die Armen dieser Welt und teilen können.“ Die Kirche im Kongo habe es sich zur Aufgabe gemacht, sich für eine gerechtere Verteilung im Land einzusetzen, erklärte Ambongo.

San Ignacio in Strobl 

„Immer wenn wir Gottesdienst feiern, wissen wir uns mit allen Pfarren und Teilkirchen verbunden“, so Weihbischof Hansjörg Hofer in seiner Begrüßung in Strobl, wo er mit dem Bischof der Partnerdiözese San Ignacio de Velasco in Bolivien, Robert Flock, Pater José Soliz, Pater Andreas Holl sowie dem Altdechanten Franz Weikinger die Festmesse feierte. „In diesen Tagen teilen wir unsere Erfahrung. Wir sprechen über die reiche Geschichte unserer Kirchen und auch über die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen“, sagte Bischof Robert Flock in seiner Predigt. Die Themen reichten von Wirtschaft, Politik, Klimawandel bis zu Skandalen in der Kirche, führte Flock aus. Doch es brauche Jesu Hilfe, um das Wichtigste zu erkennen: Familien, Kinder und Jugendliche. „Wenn wir ihnen heute nicht die Begegnung mit Jesus ermöglichen, wird es morgen keine Jünger in unseren Kirchen geben, die ihn beim Brotbrechen erkennen können.“

Unter Applaus hießen die Strobler die Südamerikaner willkommen. Gudrun Ebner stellte die Arbeit der „Eine Welt Gruppe“ vor. „Bald 30 Jahre werkeln wir zusammen. Bildung zu ermöglichen ist die beste Entwicklungshilfe“, ist Ebner überzeugt.“

Wörgl begrüßt Daegu 

In Wörgl begrüßten Pfarrer Dechant Theo Mairhofer und der Obmann des Pfarrgemeinderates, Heinz Werlberger, den Salzburger Bischofsvikar für die Weltkirche, Prälat Martin Walchhofer, und die Delegation aus Südkorea mit Weihbischof John Bosco Chang Shin-Ho. „Dieser Besuch ist eine große Ehre für uns und ein Zeichen dafür, dass wir Christinnen und Christen über Grenzen und Kulturen hinweg verbunden sind. Wir sind eine Kirche mit einer gemeinsamen Quelle“, so Werlberger.

In seiner Predigt forderte der Weihbischof die Gläubigen auf, die Gebote der Gottesliebe und der Nächstenliebe in die Tat umzusetzen. „Reichen wir den Hungrigen, den Durstigen, den Fremden und den Kranken unsere Hand; nehmen wir sie so an, wie Jesus die Bedürftigen angenommen hat.“ Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes in der Pfarrkirche hatte der Wörgler Chor Sonamus unter der Leitung von Gerhard Baumgartinger übernommen. Bei der anschließenden Begegnung im Tagungshaus waren die Südkoreaner besonders am Thema Bildung interessiert. Universitätsprofessorin Udalrika Ok-Bun Lee:  „Wir möchten die Erwachsenenbildung in Daegu ausbauen. Mit dem Bildungszentrum St. Virgil, dem Tagungshaus Wörgl oder dem Katholischen Bildungswerk ist Salzburg ein Vorbild für uns.“

Fotos Golling/Strobl: In Golling begrüßte u.a. Marketenderin Katharina Lienbacher Erzbischof Fridolin Ambongo Besungu, Erzbischof Franz Lackner, Bischof Emery Kibal Mansong’loo. Und auch in Strobl wurde Weihbischof Hansjörg und Bischof Robert Flock ein herzlicher Empfang bereitet (Bild r.).

Foto Wörgl: Die Wörgler Minis, Dechant Theo Mairhofer und Kooperator Christian Hauser (hinten 3. u. 2. v. l.) mit Bischofsvikar Martin Walchhofer sowie Weihbischof John Bosco Chang Shin-Ho (4. u. 3. v. r.) und koreanischen Priestern.