Wie Frauen die Welt verändern

60 Jahre jung ist die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreich (kfbö) – gefeiert wurde in St. Virgil. 

 

 

Salzburg. Da die größte Frauenorganisation des Landes dafür steht, Raum zum Hinschauen, Zuhören und Nachdenken zu bieten, fiel die Geburtstagsfeier wegweisend aus: eingebettet in ein Symposium unter dem Motto: „Frauen verändern die Welt.“ 

„Teilen heißt für die Aktion Familienfasttag, sich aktiv für einen ökonomischen, ökologischen und sozialen Systemwandel einzusetzen. Unser Ziel ist Gerechtigkeit und ein gutes Leben für alle Menschen“, erklärte die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreich (kfbö) Veronika Pernsteiner beim Festakt und erinnerte an ihre Vorgängerin Herta Pammer, die 1958 den Startschuss gab. Das Engagement von Frauen aus Österreich für Frauen aus dem Globalen Süden habe sich heute zu einer Zusammenarbeit mit mehr als 100 Projektpartnerinnen in Asien, Afrika und Lateinamerika entwickelt. 

Zum 60er gratulierten in St. Virgil Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kirche. Die Salzburger Seelsorgeamtsleiterin Lucia Greiner unterstrich: „Wir brauchen die Katholische Frauenbewegung, die für Benachteiligte ihre Stimme erhebt und die für Solidarität eintritt – auch die nächsten 60 Jahre.“

An richtigen Hebeln ansetzen

Hauptredner beim Salzburger Symposium war Pablo Solon, Leiter der Bolivianischen Beobachtungsstelle für Klimawandel und Entwicklung. Das „System Erde“ sei aus dem Gleichgewicht, wobei die Wirtschaftskrise nicht von sozialen und ökologischen Krisen zu trennen sei. Frauen sieht er global betrachtet an der Spitze von Gegenbewegungen, da sie von den Auswirkungen am stärksten betroffen seien. 

Einen grundlegenden Wandel mahnte Anja Appel von der Koordinierungsstelle der Bischofskonfe-renz für Internationale Entwicklung und Mission (KOO), ein. Die kfbö forderte sie auf, zur Wiederherstellung des verlorenen globalen Gleichgewichts noch mehr Energie auf die richtigen Hebel anzuwenden. Sie bezog sich auf alltägliche Verhaltensweisen, den Umgang mit Natur und Konsum und politische Mitbestimmung. Mit Blick auf die bevorstehenden EU-Wahlen wies sie darauf hin, „den sozialen Frieden nicht für selbstverständlich zu nehmen“. 

Foto (RB/ibu): 60 Jahre Familienfasttag: kfbö-Geschäftsführerin Regina Augustin (r.), kfbö-Vorsitzende Veronika Pernsteiner (4. v. l.), ihre Stellvertreterinnen Evi Oberhauser und Petra Unterberger feierten mit Gästen wie Pablo Solon aus Bolivien (2. v. r.), Durba Ghose aus Indien (3. v. l.) und Alina Menjivar (3. v. r.) aus El Salvador.