„Wie frei sind wir denn in unserer Welt?“

Ökologie ist keine Spielwiese für nicht ausgelastete Träumer. „Die Ökologie untersucht die Beziehungen zwischen den lebenden Organismen und der Umwelt, in der sie sich entwickeln. Das erfordert auch darüber nachzudenken und zu diskutieren, was die Lebens- und Überlebensbedingungen einer Gesellschaft sind, und dabei die Ehrlichkeit zu besitzen, Modelle der Entwicklung, der Produktion und des Konsums in Zweifel zu ziehen.“ (LS 138)

Johann Neumayer, Umweltreferent der ED

Papst Franziskus optiert vehement für eine ganzheitliche Ökologie. Dabei greift er die Definition der Welt-Umweltkonferenz von Rio 1992 auf: Zukunftsfähig können nur Entwicklungen sein, die wirtschaftlich tragfähig, sozial ausgewogen und ökologisch verträglich sind.

An diesem Raster sind Entwicklungen zu messen und nicht an reinen Profitkriterien. Ökologisch zu handeln heißt, eine Kultur zu entwickeln, die ressourcenleicht mit erneuerbaren Energieträgern wirtschaftet und alle Rohstoffe wiederverwertet, für Fairness und Gerechtigkeit sorgt und so die Grundbedürfnisse aller Menschen befriedigt. Das wird ein langer Weg von Versuch und Irrtum werden, aber das Ziel, das Papst Franziskus zeigt, ist deutlich.

Es geht um einen echten Kulturwandel, wenn das gesamte Leben und Wirtschaften nicht mehr unter der Prämisse des „Mehr ist besser“ steht. Stattdessen muss ein ganzheitlicher Ansatz das Ziel des Wohlergehens aller unter Respektierung der ökologischen Grenzen verfolgen.
Das hat Folgen bis in den Alltag des Einzelnen: Das Zögern der Politik ist keine Rechtfertigung dafür, nicht schon selbst den Lebensstil zu ökologisieren und eine Kultur der Achtsamkeit und der Würde zu pflegen.

Brot vom eigenen Feld: Liesi, Sohn Matthias und Peter Löcker (v. l.) vermitteln mit ihrem Familienbetrieb die Qualität von Bioprodukten – den Geschmack wollen sie selbst nicht mehr missen.