Wie kehrt man eine Entwicklung um?

Laudato si. Seit Jahrzehnten beschäftigen die ökologische Entwicklung und die Armutsfrage Personen, Gruppen, Staaten und die UNO. Und doch ist so wenig grundlegende Umkehr zu spüren.

Johann Neumayer, Umweltreferent der ED

Salzburg. Es gibt keine andere Möglichkeit, als auf allen Ebenen im Dialog Lösungen zu suchen. Es ist genau so wichtig, sich als Familie zu überlegen, wie man den Müll reduzieren, den Verbrauch fossiler Energie beenden oder umweltfreundlich mobil sein kann, wie es für Gemeinden wichtig ist, zu organisieren, wie der soziale Zusammenhalt gewährleistet werden kann und ein Leben in Würde bei deutlich weniger Ressourcenverbrauch für alle möglich wird. Staaten und die Weltgemeinschaft müssen die richtigen Rahmenbedingungen vorgeben. Die letzte Weltklimakonferenz in Paris hat ja zumindest hoffnungsvolle Ansätze gezeigt, dass es doch gelingen könnte, sich zu einem Herumreißen des Ruders zumindest zu entschließen. Die katholische Kirche mit Papst Franziskus hat sich im Vorfeld und im Hintergrund massiv für das Zustandekommen eines tragfähigen und ambitionierten Abkommens eingesetzt.

Niemand hat die Patentlösung und die katholische Kirche hat lange genug Erfahrung, um zu wissen, dass die von oben übergestülpte Lösung für alle nicht greift. Stattdessen ist es in allen Nachhaltigkeitsfragen – wirtschaftlich, sozial und ökologisch wichtig, die Betroffenen in einen Dialog zu bringen und gemeinsam für alle Teilprobleme Lösungen zu finden.
Nur wenn alle Ebenen am gleichen Strang ziehen, ist eine Trendwende machbar. Auf ihrer Ebene können auch Pfarren Akzente setzen, indem sie ihre Hausaufgaben machen, ressourcenschonend wirtschaften und sich für die Menschen am Rand einsetzen. Sie können aber auch eine Plattform bilden, die ohne eigene Interessen einlädt, sich den Fragen der Zukunft zu stellen und angepasste Lösungen für die Probleme vor Ort zu finden. Papst Franziskus ermutigt, die ökologische und soziale Krise als Überlebensthema zu behandeln und die wesentlichen Akteure zum Dialog einzuladen.

 

 

Keine eingezogenen Köpfe, sondern Dialog auf al- len Ebenen: Das braucht es für eine Lösung der ökologischen und sozialen Krise. Foto: segovax/pixelio.de