Wieder zu sich finden

Auszeit. Wir Menschen brauchen Pausen, um körperlich Kraft zu schöpfen, aber auch Seele und Geist zu regenerieren – um uns selbst nicht zu verlieren.  Das Haus der Besinnung Maria Kirchental bietet Auszeiten für Einzelne an. Immer mehr Menschen fragen bei ihnen an, sagt Schwester Bärbel.

Maria Kirchental. Auszeiten – dabei geht es nicht nur darum, wieder zu funktionieren, sondern immer mehr zu erkennen, wohin unser Leben uns entwickeln will, was in uns steckt. In Auszeiten dürfen wir unsere Grenzen wahrhaben und finden auch zu unseren Möglichkeiten. Christlich gesprochen sind wir eingeladen immer wieder zu dem Geheimnis zu finden, dass wir Kinder Gottes sind.

Zeitlich ist man nicht gebunden. Ein tägliches Innehalten, bevor man aus dem Haus geht, kann ein kostbares Ritual sein, eine achtsam getrunkene Tasse Tee  genauso wie ein Blick auf den Tag am Abend. Aber es gibt auch die Einladung zu mehreren Tagen oder gar Wochen der Stille. Auszeiten, in denen wir uns wieder spüren können, in dem sich regen darf, wofür im Alltag kein Platz ist. Zeiten nachzulauschen, zu verdauen, was an Schönem und Schwerem war. Diesen Sinn erfüllen auch die geprägten Zeiten wie der Advent. Es tut uns gut, immer wieder neue Akzente zu setzen, unserem Leben eine inhaltliche Struktur zu geben und Freiräume zu schaffen.

Völlig abschalten

Menschen, die sich in Maria Kirchental zurückziehen wollen, werden hier von der hörbaren Stille des Ortes, seiner wilden Ursprünglichkeit und auch von seinem durchbeteten Geheimnis empfangen. Der Ort tut vielen Menschen wohl, fordert manche aber auch heraus. Es ist eine überaus erholsame, manchmal auch in der Reizlosigkeit fordernde Erfahrung an einem Ort zu sein mit schlechtem Handyempfang, ohne WLAN, Radio und Fernseher, nur mit sich in der Natur, mit wenigen Menschen.  

In der Regel brauchen die Menschen Abstand, und in diesem Abstand klärt sich der Blick auf den Alltag, kann auch ganzheitliche Erholung stattfinden. Oft ist das schon genug. Manche wünschen sich Begleitung mit Gesprächen. Im Ausdrücken dessen was mich beschäftigt, findet oft schon Klärung statt. Das Gegenüber hört mit offenem Herzen und Sinn zu, fragt nach, versucht zu verstehen. Dadurch wird deutlicher, um was es geht. In Maria Kirchental gibt es auch die Möglichkeit, sich in einer Atembehandlung zu erfahren. Unser Atem ist unser Leben, sich ihm anzuvertrauen, heißt sich dem Leben mit all seinen Möglichkeiten zu öffnen. Eine Atembehandlung ist wie ein Gespräch ohne Worte.

Auch die Gemeinschaft hält inne

Für uns als Hausgemeinschaft und unsere Mitarbeiter ist der Winter im Gesam-
ten ruhiger als der Sommer, wir leben hier stärker mit den Jahreszeiten. Wir haben Kurse und Gäste, aber auch mehrere Tage, an denen niemand hier ist. Und solch ein Innehalten brauchen auch wir, um wieder ganz da sein zu können. Für drei Monate ist hier keine Sonne. Eine natürliche Einladung mehr nach innen zu gehen. 

Foto (Rita Newman): Völlig abschalten ohne äußere Reizüberflutung ist in Maria Kirchental möglich.

Zeiten der Besinnung

Der Katholische Familienverband lädt beim Mitmach-Projekt „Gutes Leben“ die Menschen ein, ihren Lebensstil zu beleuchten, zu hinterfragen und kleine Veränderungen einzuleiten. Der letzte Aktionszeitraum heuer beschäftigt sich mit der Zeit zur Besinnung.

Nimm dir nicht zu viel vor. Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten an jedem Tag, zu jeder Stunde, und ohne Übertreibung und mit Geduld. “ Johannes XXIII.

Im Dezember geht es fast in jedem Haushalt turbulent zu. Das lässt sich kaum vermeiden. Es liegt in Ihrer Hand, ob Sie dieser „besinnlichen Zeit“ auch Tiefe verleihen wollen. An den vier Adventsonntagen sollten Sie sich bewusst Zeit nehmen für die letzte Aufgabe in diesem Jahr: die Textbetrachtung. 

Wir laden Sie ein, sich jedes Wochenende mit besonderen Impulsen auseinander zu setzen. Es erwarten Sie drei außergewöhnliche Texte und ein Vorschlag für eine kurze Andacht unter dem Weihnachtsbaum.

Melden Sie sich an: per E-Mail info-sbg@familie.at oder unter Tel. 0662/8047-1240