Wieso, weshalb, warum?

Kinderlachen im Bischofshaus und -garten. Erzbischof Franz Lackner hatte Volksschüler zu sich eingeladen.  Die Mädchen und Buben durften alles fragen, was sie interessierte.  „Haben Sie einmal eine Zahnspange getragen“, wollte ein Bursche wissen.  „Leider nicht – wie man sieht“, gab Erzbischof Lackner schmunzelnd zur Antwort. Es ging aber auch um ernste Themen und Anliegen. So wünschte sich ein Mädchen mehr Hilfe für die Armen in der Welt. 

Salzburg. Die Gesprächsreihe „Beim Erzbischof zu Gast“ brachte schon Persönlichkeiten wie den ehemaligen EU-Kommissar Franz Fischler, ORF-Korrespondentin und Papstbuch-Autorin Mathilde Schwabeneder und Schauspiellegende Otto Schenk ins Bischofshaus. Dieses Mal waren ganz junge Menschen geladen: 90 Kinder aus den Pfarren Bürmoos, St. Georgen, Kitzbühel, Fürstenbrunn, Altenmarkt, Abtenau, Leopoldskron-Moos und Lofer durften nach Lust und Laune neugierig sein.  „Was ist Ihr Lieblingsessen?“, war eine der ersten Fragen. „Meeresfrüchte mit Reis und einem kühlen alkoholfreien Bier – das ist für mich ein wahres Festmahl“, schwärmte der Erzbischof, der ausführlich von seinen steirischen Wurzeln berichtete und dass sein Heimatort St. Anna am Aigen bereits mehrere Bischöfe hervorgebracht habe. „Deshalb heißt es das ,Steirische Bethlehem‘.“ Brennend interessierte die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer der Alltag ihres Gastgebers. „Wie ist das Leben als Erzbischof eigentlich so?“ Schön, aber es gebe immer viel zu tun, meinte Lackner, der den emeritierten Diözesanbischof von Graz-Seckau, Egon Kapellari, zitierte: „Ein Bischof darf nicht jammern, er darf nur seufzen.“ 

„Warum können Tiere nicht so reden wie wir Menschen?“ Bei der Antwort auf diese spezielle Frage holte sich der Erzbischof Unterstützung bei einem Mädchen, das eine einleuchtende Erklärung parat hatte: „Wir müssen nicht alles verstehen. Die Tiere wollen unter sich sein. Sie haben ihre Privatsphäre.“      

„Wir wünschen uns mehrstöckige Kirchen“ 

„Lieber Herr Erzbischof, reden Sie bitte mit den anderen Erwachsenen und fordern Sie mehr Hilfe für Arme, denn für Gott ist jeder Mensch gleichwertig.“ Dieser Bitte wolle er sich besonders annehmen, versicherte der Salzburger Oberhirte.  Sehr aufmerksam hörte er sich auch die Ideen zu zukünftigen Kirchenbauten an. So wünschten sich die Kinder mehrstöckige Gotteshäuser: „Jeder Stock könnte ein eigenes Thema haben wie zum Beispiel Heilige, Kinder, Natur.“ Auf einer Ebene, so die Vorstellung, sollte alles mit Teppichen ausgelegt sein, damit man gemütlich auf dem Boden sitzen könne. Bänke bräuchte es dann nicht. Selbst heiße Eisen ließen die jungen Fragesteller nicht aus. „Weshalb dürfen Priester nicht heiraten?“ Die Priester seien von Gott berufen, ganz für andere da zu sein, erklärte der Erzbischof.

Kinder haben Rechte

Die vielen Anregungen und Wünsche werden festgehalten. „Sie sollen in den laufenden diözesanen  Zukunftsprozess eingehen“, versprach EB Lackner, der klar festhielt: „Kinder haben Rechte. Kinder haben eine Stimme. Ich möchte euer Anwalt sein.“  

Der Abschluss des Begegnungsnachmittages ging im Bischofsgarten über die Bühne – mit einem Geschenk für jedes Kind, einer Jause und einem geduldigen Erzbischof, der für Selfies bereit stand und zu einem Wiedersehen einlud. „Eure Ideen sind mir wichtig.“

Foto (eds): Um keine Frage verlegen: Wie alt sind Sie? Warum sind Sie Priester geworden? Was ist, wenn Sie nicht mehr Erzbischof sein möchten? Ist im Himmel Platz für alle Verstorbenen? Mit einem eindeutigen „Ja“ auf die letzte Frage und insgesamt ehrlichen wie humorvollen Antworten begeisterte der Erzbischof seine jungen Gäste, die ihn im Bischofshaus besuchten. Die Jungschar und das Erzbischof-Team hatten den Begegnungs-Nachmittag eingefädelt.