„Wir haben noch viel vor“

Maria Kohl engagiert sich in der Pfarre Rif. 

Rif. Maria Kohl wohnt seit elf Jahren mit ihrer Familie in Rif. Die Sozialarbeiterin und Mitarbeiterin der Bezirkshauptmannschaft Hallein engagiert sich seit etwa acht Jahren im Team der Seelsorgestelle Rif: „Wir sind ein gutes, ein starkes Team und ich empfinde es als Privileg, mich einbringen und Teil der Gemeinschaft sein zu dürfen.“

Kirche und Pfarrzentrum in Rif sind offen, hell und einladend. Manche Menschen sind von der Architektur mehr als begeistert, andere wieder tun sich schwer mit den Aussagen und der Symbolkraft der Gestaltung. Das Pfarrzentrum wird sehr vielfältig genützt und bietet unter anderem Raum, um nach Gottesdiensten noch zu einer Agape oder einem Pfarrcafé zusammenzukommen. „Und weil in Rif mehrere pfarrliche Gruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten aktiv sind, verteilt sich auch die mit einem solchen Pfarrcafé verbundene Arbeit sehr gut“, erklärt Maria Kohl. 

Auf die Frage, wie sie selbst von der Neu-Riferin und Gottesdienstbesucherin zur engagierten Mitarbeiterin wurde, sagt sie: „Eingestiegen bin ich hier wohl auf die klassische Weise. Meine Tochter wollte bei der Jungschar und bei den Sternsingern mitmachen. Zu diesem Zeitpunkt wurden neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Das hat mich interessiert und ich wurde mit offenen Armen aufgenommen.“ 

Eines kam zum anderen 

Der nächste Schritt war, sich als Kandidatin zur Pfarrgemeinderatswahl 2012 und dann auch noch im Jahr  2017 aufstellen zu lassen. „Natürlich muss ich mir meine Freizeit gut einteilen, daher achte ich darauf, dass ich etwas Sinnvolles mache und das Engagement in der Pfarre ist für mich sinnvoll, weil wir versuchen, aufeinander zu achten und offen für Neues zu sein. Ich glaube, das gelingt uns hier in Rif gut, wir sind einander hier recht ähnlich, was die Ansprüche betrifft.“ 

Dreimal im Jahr veröffentlicht das Team um die Pastoralassistentin Elisabeth Reichenfelser das Pfarrblatt: „Hier soll unsere Identität sichtbar sein und unsere Kooperation mit Niederalm und Anif zum Ausdruck kommen. Wir setzen in Rif auf gute Kooperation, ohne dabei das Eigene aus dem Blick zu verlieren.“ Etwa alle acht Wochen trifft sich der Vorstand des Pfarrgemeinderates, um die nächste Sitzung vorzubereiten. 

Auch die Jungschar- und Ministrantenstunden wollen vorbereitet sein. „Bei uns ministrieren die meisten Jungscharkinder und dank der besonderen Begabung unserer Pastoralassistentin und ihrer Erfahrung in der Arbeit mit Kindern hat sich unsere Jungschar- und Ministratengruppe enorm vergrößert.“ Es mache Freude, mit den Kindern zu arbeiten, den Zusammenhalt in der Gruppe zu fördern und Kirche für die Kinder erlebbar zu machen. Die Ministrantinnen und Ministranten seien eifrig, mit großem Ernst bei der Sache. „Unsere gro-ßen Ministrantinnen durften auch bei der Einweihung unserer Kirche vor sechs Jahren durch den damaligen Erzbischof Alois Kothgasser mitwirken.“ Maria Kohl werde nie vergessen, wie unglaublich behutsam dieser mit den damals sehr aufgeregten Kindern umgegangen ist. „Obwohl viele ,wichtige‘ Leute seine Aufmerksamkeit suchten, nahm er sich vor der großen liturgischen Feier Zeit für die Ministrantinnen und Ministranten, redete in aller Ruhe mit ihnen und nahm ihnen durch seine Zuwendung die Nervosität. Erfahrungen wie diese machen mich dankbar, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.“ 

Ob ihr die Ausbildung als Sozialarbeiterin bei der Arbeit in der Pfarre hilft? „Klarerweise habe ich ein Rüstzeug durch meinen Beruf, kann mit Konflikten umgehen und empathisch sein. Gleichzeitig lerne ich hier dazu, ich bin Pfarrmitglied, arbeite ehrenamtlich und bin eine von vielen im Team, die ihr Bestes geben, damit ein gutes Leben und gutes Miteinander gelingen.“

Offen gegenüber Neuem 

Firmlingswochenende, Jungscharstunden, Pfarrgemeinderatssitzungen und Pfarrblattredaktion: Ein beachtliches Ehrenamt-Pensum. Immer wieder erprobt das Team neue Kooperationen: „Wir als Seelsorgestelle sind offen gegenüber Neuem. Klar ist auch, dass wir auf unsere Identität achten müssen, nur so ist eine angemessene Kooperation mit anderen möglich.“ Noch mehr Arbeit? „Na ja, Arbeit ist es schon, aber noch viel mehr ist es Freude und Bereicherung.“ 

Christina Repolust

Foto: Maria Kohl sieht ihren Einsatz in der Pfarre als „Freude und Bereicherung“. Sie schätzt vor allem das Miteinander im Team. „Wir sind zusammengewachsen.“ 

Foto: RB/Chr. Repolust