Zeichen des Aufbruchs

Zukunftsfit. „Mehr als zwei Jahre haben wir uns intensiv mit der Zukunft von Kirche beschäftigt. Wir wollen in den vier kirchlichen Grundvollzügen von Liturgie, Verkündigung, Caritas und Gemeinschaft zukunftsfähig werden“, erklärte Erzbischof Franz Lackner. Ge-meinsam mit Projektleiter Prälat Balthasar Sieberer und Seelsorgeamtsleiterin Lucia Greiner präsentierte er eine „Rückschau“ auf den Zukunftsprozess der Erzdiözese. Wobei Greiner unterstrich:  „Jetzt beginnt das Arbeiten erst richtig und es geht ans Umsetzen.“

Salzburg. Es gelte die Situation der Kirche in der heutigen Zeit ernst zu nehmen und „uns zu fragen, uns sagen zu lassen, wo wir nicht nur hinter dem Evangelium zurückgeblieben, sondern auch schuldig geworden sind“, so Lackner. Der Erzbischof sprach von neuen Adressaten für ein altehrwürdiges Evangelium, „das sich jedoch in unsere Zeit hinein immer wieder erneuern möchte“. Es gebe zum Beispiel neue Lebensformen, die sich etablieren und die Begegnung mit dem Evangelium suchen; die ökologische Krise; die Flüchtlingsbewegung. Da hinein müsse sich Kirche wagen und sich der Wahrheit aufrichtig und ehrlichen Herzens stellen. „Die Kirche der Zukunft wird eine Bekennerkirche sein müssen. Unsere Glaubwürdigkeit wird darin liegen, wie wir für die Ärmsten und Schwächsten da sind.“

Erzbischof Lackner forderte zudem, dort hin zu schauen, wo die Wurzeln unseres Glaubens liegen und wo die Kirche jünger, vitaler, glaubwürdiger ist. Die Diözesanpartnerschaften mit Bokungu-Ikela in der Demokratischen Republik Kongo, San Ignacio de Velasco in Bolivien und Daegu in Südkorea sowie Kooperationen mit Nitra und Žilina in der Slowakei seien Ansporn, „über unsere Grenzen hinauszuschauen, an die Ränder der Welt. Die Christen und Christinnen von dort haben uns etwas zu sagen, auf sie sollen wir hören lernen“.

Nahe bei den Menschen 

In zweieinhalb Jahren kam vieles in Bewegung wie Sieberer betonte. „Wichtig waren die Beratungstage mit dem Erzbischof. Arbeitsgruppen und Einzelpersonen waren eingeladen, Handlungsempfehlungen einzubringen. Diese wurden von 100 Delegierten aus allen Beratungsgremien der Erzdiözese diskutiert und bewertet.“ Die Pastoralen Leitlinien dokumentieren diese Überlegungen. Darin findet sich auch das verbindliche Ergebnis aus dem Zukunftsprozess: die Leitprojekte Regionalisierung, Missionarische Pastoral, Junge Kirche, Qualität in der Pastoral und Weiterbildung. 

„Mit diesen Leitprojekten wollen wir unserer Vision von Kirche in der Erzdiözese näherkommen“, so Seelsorgeamtsleiterin Greiner, die auf die Regionalisierung einging. Seelsorge konkretisiere sich nahe bei den Menschen in ihren Lebens- und Sozialräumen, mit starker Präsenz in den Regionen der Erzdiözese mit ihren Dekanaten und Pfarren. „Das heißt: Wir wollen den Menschen geografisch nahe sein. Die Kirche bleibt im Dorf. Bestehende Pfarren sollen möglichst erhalten werden. Dazu werden unterschiedliche Leitungsmodelle entwickelt.“ Ziel des Leitprojekts „Junge Kirche“ sei eine bessere Vernetzung der verschiedenen Bewegungen, Gliederungen und Initiativen, die es in der Kinder- und Jugendarbeit bereits gebe. Dazu wurde mit Pfarrer Harald Mattel ein eigener Bischofsvikar bestellt. 

Dass der Zukunftsprozess nicht einfach abschließen könne, sei klar. Die nächste Etappe brauche das intensivere Gespräch mit den Ehrenamtlichen und freiwillig Engagierten. Lucia Greiner kündigte an, dass in drei Jahren erneut eine Beratungsveranstaltung auf diözesaner Ebene geplant sei, auch um die Fortschritte in der Umsetzung der Leitprojekte zu erheben.

Programm für Groß und Klein am Zukunftsfest

Rund um Ruperti, vom 21. bis 24. September, steuert die Erzdiözese auf den vorläufigen Höhepunkt des Zukunftsprozesses zu und feiert gleichzeitig 1.300 Jahre heiliger Rupert und heilige Erentrudis. Grund zum Feiern bietet auch noch ein weiteres Jubiläum: 50 Jahre Partnerdiözesen.

Das detaillierte Programm zu den Festtagen finden Sie unter www.kirchen.net

Foto (Neumayr/Leo): Stellten die „erste Etappe“ des Zukunftsprozesses und das Programm zum Zukunftsfest vor: Prälat Balthasar Sieberer, Erzbischof Franz Lackner und Seelsorgeamtsleiterin Lucia Greiner.