Zuhause für Kinder

Einsatz vor Ort.  Nach wie vor ist die bolivianische Kirche sehr stark in in den Bereichen Schule, Gesundheit und Soziales engagiert. Br. Andreas Holl und Markus Roßkopf waren vor kurzem zur Amtseinführung des neuen Bischofs Robert Flock in der Partnerdiözese San Ignacio. Und sie besuchten Projekte, die auch dank der Unterstützung aus Salzburg am Laufen sind.  Weltkirche-Referent Roßkopf berichtet vom Neubau eines Mädchenheimes in Roboré und über Sr. Klara Erlbacher, die „Anwältin“ und „liebende Mutter“ für Straßenkinder und misshandelte  Kinder. 

 

 

San Ignacio.  Mehr als 50 Jahre unterstützt der Nonntaler Adventmarkt FASSIV in San Ignacio. Das Therapiezentrum ist eine Sozialhilfestiftung für Menschen mit Behinderung und leistet eine gute und wertvolle Arbeit in der Region. Unser Besuch war eine Station der „Rundreise“ zu Projekten und Menschen, die mit der Erzdiözese Salzburg besonders verbunden sind. 

Chance für benachteiligte Mädchen  

Nach den Feierlichkeiten nützten wir die Gelegenheit, um mit dem Vorarlberger Franziskanerpater Markus Rinderer mit dem Auto bis nach San José de Chiquitos zu fahren. Die Straße ist nicht asphaltiert und die allermeiste Zeit sehen wir auf die-
ser Tour rechts und links von uns nur Wald. Nach fünf Stunden sind wir dann in San José. Eine alte Missionskirche steht hier, im Gegensatz zu anderen Gotteshäusern aus Stein gebaut. In San José besuchen wir den aus Hopfgarten stammenden Franziskanerpater Hubert Fleidl, der seit 1957 in Bolivien tätig ist. Wir kommen ins Gespräch über die Pastoral, über das Leben in San José und natürlich über die Erzdiözese Salzburg. Dabei bekennt sich P. Hubert als treuer und eifriger Leser des „Rupertusblattes“.

Die Reise setzten wir in der Nacht fort bis Roboré. Das bedeutet, weitere zwei Stunden mit dem Bus. In Roboré führen die Halleiner Schwestern Franziskanerinnen eine Schule und ein Heim für Mädchen. Die jungen Bewohnerinnen sind zwischen sechs und achtzehn Jahre alt. Sie sind ohne Eltern oder kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen. Sie begrüßten uns mit Gedichten und Liedern. Es war beeindruckend zu sehen, wie sich die älteren Mädchen der jüngeren annehmen. Sorge bereitet den Schwestern der Zustand des Hauses. Der Bau ist in die Jahre gekommen und nicht mehr zu sanieren. Nun soll mit Salzburger Hilfe – der Katholischen Jungschar und SEI SO FREI – ein neues Gebäude und Zuhause für die Mädchen entstehen.

Nach weiteren dreieinhalb Stunden sind wir fast an der brasilianischen Grenze, in Puerto Suárez, angekommen. Dort verbringen wir ein paar Tage im Franziskanerkloster. Wir machen Abstecher in die Pfarren, das Kloster der Klarissen und die Pfarre in Arroyo.

Unermüdliche Sr. Klara Erlbacher 

Seit beinahe 50 Jahren lebt und wirkt Sr. Klara Erlbacher in Bolivien. Wir besuchen die gebürtige Abtenauerin in dem von ihr gegründeten Heim „Maria Jacinta“ in Santa Cruz de la Sierra. In ihrem Haus finden Kinder und Jugendliche Aufnahme, die das Sozialamt aufgrund tiefgreifender Probleme aus den Familien genommen hat. Sr. Klara und ihr Team ermöglichen ihnen ein Aufwachsen in einer liebevollen und sicheren Atmosphäre. Eine Sozialarbeiterin und eine Psychologin helfen den Kindern, ihre Erlebnisse aufzuarbeiten. Die beiden Fachkräfte werden derzeit von SEI SO FREI finanziert.

Impuls für die Diözesanpartnerschaft

„Die Reise war ein wichtiger Impuls für die Diözesanpartnerschaft mit San Ignacio“, fasst Markus Roßkopf seine jüngste Bolivien-Erfahrung zusammen und betont: „Gerne berichten wir auch in den Pfarren über die weltkirchliche Partnerschaft.“ 

 Foto (Roßkopf): Die Mädchen im Heim „Maria Jacinta“  und Sr. Klara Erlbacher mit den Gästen aus der Erzdiözese, Br. Andreas Holl und Markus Roßkopf.