Zum Leben erweckt

Friedhof. Nach einjähriger Bauzeit öffnete die Himmels-Terrasse in der Pfarre Salzburg-Mülln ihre Pforten. Ab sofort finden auf dem 3.000 m² großen Urnen-Friedhof wieder Be-gräbnisse statt. 70 Plätze sind schon reserviert.

Salzburg-Mülln. Nach einem kurzen Gewitterschauer strahlte zu Christi Himmelfahrt die Sonne wieder auf den kleinen Friedhof in der Innenstadt. „An so einem Tag wie heute leuchtet in Mülln der Himmel auf“, sagte Abt Johannes Perkmann vom Stift Michaelbeuern bei der Einweihung der Himmels-Terrasse.  Die musikalische Gestaltung übernahmen die Choralschola der Abtei Muri Gries aus Bozen und das Collegium Vocale der Salzburger Bachgesellschaft. Unter der Leitung von Prof. Albert Hartinger ließen sie nach Jahrhunderten wieder die Psalmen in der Vertonung des Salzburger Hofkapellmeis-ters Stefano Bernardi erklingen. 

140 Jahre keine Bestattung 

1879 eröffnete die Stadt Salzburg den Kommunalfriedhof. Gleichzeitig schlossen kleinere Friedhöfe wie jene von St. Sebas-tian und in Mülln. 140 Jahre lang fand in Mülln keine Beerdigung mehr statt. Nun können Menschen wieder auf einem bedeutsamen historischen Platz ihre letzte Ruhe finden. Die Verstorbenen werden in Bio-Urnen in Hainen beigesetzt, wobei keine konkrete Kennzeichnung vor Ort erfolgt. Eine gemeinsame Tafel für alle Bestatteten und ein Verzeichnis hält die Namen fest und lädt zum Gedenken ein. „Die Kirche beendete schon vor Jahren ihre Distanzierung von dieser Form der Bestattung. Schließlich hat Papst Franziskus die Möglichkeit einer Urnenbestattung bestätigt“, erklärt Abt Perkmann. 

Gelungene Wiederbelebung

70 Urnen-Plätze in Mülln sind schon reserviert. Rund 900 weitere können auf zehn Jahre vergeben werden. Die einmalige Gebühr für eine Reservierung und oder Bestattung beträgt 1.250 Euro. Baumeister Helmut Hopfer, der für die Planung und Ausführung der Umbauarbeiten zuständig war, freut sich über das Ergebnis: „Wir wollten so wenig wie möglich verändern, um das natürliche Erscheinungsbild dieser Terrasse zu erhalten. Das ist uns gelungen.“ 

Prominente Unterstützerin

einer Wiederbelebung des alten Friedhofes ist die Salzburger Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler: „Dass auf diesem zu Unrecht vergessenen und vernachlässigten Stück Erde rund um die Kirche jetzt eine überkonfessionelle Begräbnisstätte entsteht, berührt mich zutiefst und hat meine volle Unterstützung“, so Rabl-Stadler über die Himmels-Terrasse, die Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. Neben dem imposanten Ausblick auf die Altstadt bilden auch die Columbarien (Gräber der Mönche) und die Kreuzkapelle besondere Anziehungspunkte. Die gesamte Klosteranlage mit Kirche, Friedhof und dem bekannten Augustiner Bräustübl Mülln gehört zum Benediktinerstift Michaelbeuern.

Infos zur Reservierung einer Grabstelle auf dem Urnenhain in Salzburg-Mülln: www.himmels-terrasse.at 

Fotos (Siebinger/Erzdiözese): Abt Johannes Perkmann segnete den wiedereröffneten Friedhof – die Himmels-Terrasse in Mülln.

Freude bei Abt Johannes Perkmann (l.) und  Pfarrer P. Franz Lauterbacher (r.) über zwei prominente Förderer der Himmels-Terrasse: Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Sepp Forcher.

 

 

 

 

Abt Johannes, Perkmann,Einweihung Himmelsterrasse, Kirche Mülln, Salzburg, © Manfred Siebinger