Kirche, Kunst und Öffentlichkeiten

 

Sommerfest im Rahmen der Salzburger Hochschulwochen im Bischofsgarten

 

 

 

 

SALZBURG (eds – 4. 8. 2017) / Bereits zum zweiten Mal lud Erzbischof Franz Lackner im Rahmen der Salzburger Hochschulwochen zu Gespräch und Sommerfest in den Bischofsgarten. Rund 500 Besucher folgten der Einladung des Oberhirten, der auch Präsident der Hochschulwochen ist.

Gemeinsam mit seinen diesjährigen Gästen, Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Sopranistin Golda Schultz, philosophierte Lackner im Rahmen eines Podiumsgespräches über „Öffentlichkeiten“ und ihr Verhältnis zu Kirche und Kunst.

Einig zeigten sich die Gesprächspartner unter der Leitung des Grazer Hochschulseelsorgers Alois Kölbl darüber, dass Kunst und Kirche zahlreiche Überschneidungen aufweisen und auch voneinander lernen könnten. So unterstrich Erzbischof Lackner etwa, dass die Kirche von der Kunst einen „unverstellten Zugang zur Emotion“ lernen könnte. Vom Schauspieler und Kabarettisten Otto Schenk habe er selbst etwa gelernt, Wut als eine durchaus zulässige und produktive Kraft zu verstehen und daraus die Energie für Predigten zu ziehen.

„Aufrichtige Emotionalität und Ursprünglichkeit sind Dinge, die wir von der Kunst lernen können - und mehr gute Fragen zu stellen als schlechte Antworten zu geben“, so Lackner. Insofern sei er inzwischen auch sehr gut in Salzburg angekommen und entdecke immer stärker seine Leidenschaft für die Kunst.

Festspiel-Präsidentin Rabl-Stadler zeigte sich beeindruckt von der „Offenheit und Neugier“, mit der sich Lackner in den letzten Jahren auf Salzburg eingelassen habe. Salzburg sei schließlich im Blick auf das kulturelle und künstlerische Angebot eine einmalige Besonderheit: „Die Kleinheit der Stadt und die Größe des Angebots machen es leicht, ganz in die Kunst hineinzutauchen“, so Rabl-Stadler. Die Öffentlichkeit sei - trotz allen medialen Verzerrungen - ein schützenswertes Gut, so die frühere Journalistin weiter. „Denn wenn ich nicht nur die Hirne, sondern die Herzen der Menschen gewinnen möchte, muss ich diese Öffentlichkeit suchen“.

„Meine Gebete wurden erhört!“

Der Franziskaner Lackner machte weiters auch keinen Hehl aus seiner Freude über Papst Franziskus: „Als Benedikt XVI. emeritiert wurde habe ich gebetet: Lieber Gott, bitte keinen Papst aus Europa oder Nordamerika! Und meine Gebete wurden erhört...“ . Die „ursprüngliche Art“, mit der sich Franziskus den Menschen nähere und sich auf die Seiten der Schwachen stelle, tue der Kirche insgesamt gut.

Ein sehr persönliches Zeugnis für die Verbindung von Kunst und Religion legte schließlich die aus Südafrika stammende Sopranistin Golda Schultz ab: So betrachte sie ihren Glauben als höchst private Sache, sie ziehe aus ihm jedoch die Energie und das Feuer, um Kunst in der Öffentlichkeit zu präsentieren und für Kunst zu begeistern.

Im Anschluss an das Gespräch lud Erzbischof Franz Lackner zu einem gemütlichen Beisammensein ein.

 

Fotos: neumayr

 

 

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