Glaube & Spiritualität

Glaube und Spiritualität bestimmen die Grundeinstellungen im Alltag, die Lebensqualität. Für uns Christinnen und Christen bedeutet Spiritualität ein Leben in Beziehung mit Gott, ein Leben in der Kraft des Heiligen Geistes.

Spiritualität ist mehr als ein Set persönlicher Einstellungen und Grundsätze, auch mehr als feste Gewohnheiten und Verhaltensregeln. Spiritualität, „der Spirit“ gibt allem seine Gestimmtheit und Farbe.

Spiritualität

Das Wort „Spiritualität“ kommt vom lateinischen „spiritus“ und wird ins Deutsche übersetzt mit „Geist“, aber auch mit „Atem“ und mit „Wind“. Verwandt damit ist das altgriechische Wort „pneuma“. Bei der Spiritualität geht es also um das, woraus wir leben (der Atem), was uns bewegt (der Wind), was uns als Person zutiefst prägt (der Geist). Wenn zum Beispiel ein Gespräch „im Geist“ oder „in einer Atmosphäre der Freundschaft“ geführt wird, dann können einzelne Gesprächsinhalte durchaus heikel oder schwierig sein, aber das Gespräch ist von einem grundlegenden Wohlwollen getragen.

Spiritualität ist lebenspraktisch und hat große Auswirkungen auf den Alltag und dessen Qualität. Oder anders herum: Mein Alltag sagt viel darüber aus, welche Spiritualität mich wirklich prägt. Stimmen meine Worte, meine theoretischen Grundsätze mit meinem tatsächlichen Verhalten überein?

Der Akt des Glaubens

Spiritualität hat damit zu tun, was ich glaube bzw. sie offenbart, was ich wirklich glaube. Glauben kann man in einer pluralen Welt ganz Verschiedenes. Dabei ist zwischen dem Akt des Glaubens und dem Inhalt des Glaubens zu unterscheiden.

Der Akt des Glaubens bedeutet, etwas für wahr und lebensentscheidend zu halten, wofür sich verstandesmäßig zwar gute Gründe benennen lassen, was aber nicht letztlich beweisbar ist. Der Akt des Glaubens bedeutet, sich in einer freiwilligen Entscheidung an eine bestimmte Lebenseinstellung, eine bestimmte „Spiritualität“ zu binden.

Der Inhalt des Glaubens

Selbst Phänomene wie der Klimawandel, für den es eine überwältigende Menge von Daten gibt, erweisen sich doch als eine Frage des Glaubens. Gern wird heute auch an „die Wirtschaft“ geglaubt oder an „den Markt“, der alles zum Guten regeln wird. „Ich glaube nur, was ich sehe“, sagen manche. Kann man aber zum Beispiel die Liebe eines Ehepartners, der Eltern oder die Liebe eines Kindes „sehen“? Oder sind es nicht vielmehr verschiedene Zeichen und Verhaltensweisen, die diese Liebe erst „sichtbar“ und erfahrbar machen?

Kein menschlicher Alltag ist möglich ohne eine Reihe von unbewiesenen Grundannahmen – zum Beispiel, dass die Sonne auch morgen wieder aufgehen wird. Die wichtigsten Grundannahmen über die Welt, über das eigenen Leben, über das Woher und das Wohin machen das aus, was unter dem Wort „Glaube“ zusammengefasst wird. Mit „Glauben“ fassen wir das zusammen, was „wirklich wichtig“ ist. Was „heilig“ ist. Und das wiederum kommt zum Ausdruck in der Spiritualität und weiter im konkreten Alltagsverhalten.

Es ist nicht egal, woran man glaubt. Es ist entscheidend. Und es ist übrigens auch eine Glaubensentscheidung, an „nichts“ zu glauben.

Welcher Geist?

Der Glaube bestimmt also die Spiritualität. Davon, was jemand glaubt, hängt ab, „wessen Geistes Kind“ jemand ist.

So kann jemand erfüllt sein vom Geist des Humanismus und sich für die Menschenrechte engagieren. Es kann jemand auch erfüllt sein vom Geist des Kapitalismus und sich ganz dem freien Markt und der Gewinnsteigerung verschreiben. Andere mögen sich – bewusst oder unbewusst – zum Beispiel aus ihrer Familiengeschichte heraus ganz der Rache verschreiben. Nicht jeder Glaube ist automatisch lebensförderlich. Nicht jeder Geist erweist sich als positiv.

Heiliger Geist!

Christlicher Glaube bedeutet, in eine persönliche Beziehung mit Gott einzutreten. Eine persönliche Beziehung ist etwas Lebendiges. Sie basiert auf einer (Vor-)Geschichte, auf konkreten Erfahrungen und nimmt mit der Zeit feste Formen und Gewohnheiten an. Sie ist aber immer mehr als ein Satz von Regeln.

 

 

Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluss oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt.Deus caritas est (Nr. 1)

Christen glauben, dass Gott selbst in sich Beziehung ist. Gott wird als „dreifaltig“ beschrieben: ein Gott in drei Personen. Vater, Sohn und Geist. Der Heilige Geist ist dabei die göttliche Person, die in Beziehung und in Gemeinschaft bringt – mit Gott und mit den Menschen untereinander.

Spiritualität hat mit Inspiration zu tun. Der Geist ist der große Erneuerer und Heiler. Er bewirkt die freie (prophetische) Rede, bewirkt Dankbarkeit, ist voll mitreißender Energie. Als seine wichtigsten Geschenke („Charismen“) beschreibt der Apostel Paulus:

Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.1 Kor 13, 13

Christliche Spiritualität hat damit zu tun, dass die, die sich zu Christus bekennen, das nur im Heiligen Geist tun können. Wer an Jesus Christus glaubt, wird mit dem Heiligen Geist erfüllt. Christliche Spiritualität meint ein Leben, das von der persönlichen Gottesbeziehung geprägt ist – von Glaube, von Hoffnung und von Liebe.

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