100 Jahre Elisabethinum - eine Erfolgsgeschichte

 

Dankgottesdienst und Festakt in St. Johann mit Erzbischof Franz Lackner

 

SALZBURG (eds/rb-20. 11. 2017) / Am Namenstag der Schulpatronin, Elisabeth von Thüringen, feierte die katholische Privatschule Elisabethinum in St. Johann ihren 100. Geburtstag: mit einem Dankgottesdienst im Pongauer Dom und einem Festakt im Kongresshaus St. Johann.

Dem Weitblick der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen und ihrer Gründerin Theresia Zechner ist es zu verdanken, dass bis heute Tausende Schülerinnen am „Lisei“ – wie die Schule im Pongau liebevoll genannt wird – Bildung mit Kompetenz, Freude und Herz vermittelt bekommen.  350 Schülerinnen und ein Schüler besuchen heute die private Höhere Lehranstalt und Fachschule für wirtschaftliche Berufe. Mit der Schulgemeinschaft feierten zahlreiche Ehrengäste, Vereine, Absolventinnen und Erzbischof Franz Lackner, der beim Dankgottesdienst den jungen Leuten mitgab:  „Lernt für euer Leben, das einzigartig ist.“ Bildung solle Menschen nicht verformen oder sie für die Welt funktional machen; Bildung solle die Menschlichkeit, die Einzigartigkeit der Persönlichkeit, zur Entfaltung bringen.

In seiner Predigt erinnerte der Erzbischof auch an die heilige Elisabeth: „Ihr standen viele Türen offen, doch sie wollte für die Armen da sein.“ Lackner forderte die jungen Menschen auf, sich nach ihrem Vorbild in den verschiedensten Bereichen unserer Gesellschaft einzusetzen – und zwar mit dem Herzen, denn das sei es, was gläubige und liebende Menschen mehr zu geben hätten. „Es mit dem Herzen tun – darauf kommt es an.“ 

Um die „Herzensbildung“ – die im Schulalltag gleichberechtigt neben allen Unterrichtfsfächern stehe – ging es Direktorin Christina Röck in ihrer Rede: „Wir geben den Schülerinnen jene Fähigkeiten mit, die von ihnen im Beruf erwartet werden; Schule muss aber auch immer ein Raum sein, wo sich Menschen entfalten können.“  Dazu gehöre, die Schülerinnen zum Fragen und zum Dialog zu ermutigen und in ihnen die Fähigkeit zur Reflexion zu wecken. In diesem Sinne möchte das Elisabethinum nicht nur Lernort sein, „sondern Lebensraum und Heimat“.

Direktorin Röck strich außerdem die „Dankbarkeit“ hervor, die das schulisch-pädagogische Tun und Wirken trotz aller Heraus- und manchmal Überforderungen mit Freude erfülle. Danke sagte sie vor allem den Halleiner Schwestern Franziskanerinnen, in deren Hände das Elisabethinum 99 Jahre lag – seit 2016 ist die „Vereinigung von Ordensschulen Österreichs“ neuer Schulträger. „Die Schwestern hatten schon früh die Notwendigkeit der Bildung für Mädchen erkannt; sie starteten mit 20 Schülerinnen. Heute haben wir 16 Klassen (3 Klassen Fachschule und 13 Klassen Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe ).“ Seit 1917 sei die franziskanisch motivierte Bildung zum Lebensmodell geworden, „mit dem wir die Erfolgsgeschichte Elisabethinum fortsetzen möchten – die nächsten 100 Jahre“, so Röck.

St. Johanns Bürgermeister Günther Mitterer und Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer wünschten dem Elisabethinum beim Festakt im Kongresshaus alles Gute und hoben den „guten Geist“ hervor, der von der katholischen Privatschule ausgehe. Als zentrale Aufgabe von Schule beschrieb Haslauer das Heben sowie Födern von Talenten und die Vermittlung von Werten.

Schule fürs Leben

„Für wen gehe ich?“ Dieser Gedanke sei der Gründerin der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen, Maria Theresia Zechner, sehr bewusst gewesen. „Sie wusste, dass gerade in der damaligen Zeit die Mädchen Bildung brauchten, dafür schlug ihr Herz und daraus erwuchs die Schule. Und ich glaube, dass sie durch die Not der Zeit damals, so wie wir heute, immer wieder daran erinnert werden und regelmäßig fragen, für wen gehe ich, gehen wir?“, sagte Sr. Emanuela Resch. Die Generaloberin der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen blickte in ihrem Festvortrag  auf die Meilensteine wie den Neubau der Schule 1978 und erklärte: „Zu wissen, für wen man geht, hat uns immer wieder Schritte tun lassen.“ So haben die Schwestern im 100. Jahr ihres Wirkens in St. Johann das Elisabethinum „voll Vertrauen und Dankbarkeit“ der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs übergeben. „Der Fortbestand des Elisabethinums ist gesichert und so bleibt der unermüdliche Einsatz der Schwestern weiterhin fruchtbar“, versprach Rudolf Luftensteiner, Vorsitzender der „Vereinigung der Ordensschulen Österreichs“.

Den runden Geburtstag feierten auch zahlreiche „Lisei“-Absolventinnen mit wie die ORF-Moderatorin Iris Köck, die durch das Festprogramm im Kongresshaus führte. Annelore Huber aus Flachau gehört zum „Jubiläumsjahrgang 1967“. Sie erinnerte sich an ihre Schulzeit: „Das Elisabethinum hat mich sehr geprägt. Es war eine Schule fürs Leben.“

Foto v.l.n.r.: Ganschitter Eva (Schülerin), Erzbischof Dr. Franz Lackner, Lazar Milisavljevic (einziger männlicher Schüler), Direktorin Prof. Mag. Christina Röck, Martina Obermoser  (Schülerin), Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer und Simone Zraunig (Schülerin). Foto: Foto-Atelier Wolkersdorfer

 

 

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