330 Königinnen versammelt

 

330 Orgeln aus mehreren Jahrhunderten sind in der neuen Orgeldatenbank der Erzdözese Salzburg erfasst

 

SALZBURG (eds-2.4.2019) / „Königin der Instrumente“ wird die Orgel oft genannt, wegen ihres prächtigen Äußeren und ihres gewaltigen Klanges. 330 Orgeln aus mehreren Jahrhunderten gibt es in der Erzdözese Salzburg. Sie werden nun in einer eigenen „Orgeldatenbank“ erfasst.

Wann wurde das Instrumente gebaut, und von wem? Wo steht es? Wie ist sein Zustand? Was kann man darauf spielen? Auf diese und viele weitere Fragen gibt es ab sofort die Antworten in der neuen Datenbank des Kirchenmusikreferats der Erzdiözese. Philipp Pelster ist dort als „Orgelreferent“ tätig und hat die Datensammlung initiiert. „In Salzburg ist viel zu wenig bekannt, welche Schätze wir im Land haben“, erzählt er. Und nennt Beispiele: Die älteste Orgel etwa steht in der Wallfahrtskirche hl. Nikolaus in Torren in der Pfarre Golling. Sie wurde 1613 von Leopold Rotenburger aus Salzburg gebaut; und zwar ursprünglich für den Dürrnberg. Von dort kam das Werk 1860 nach Torren, wurde 1994 restauriert und 2014 nach Trocknungsschäden der Windlade instand gesetzt. Und dann gibt es noch nähere Angaben zur Spielanlage und zur Disposition der Orgel. Diese Informationen sind besonders
für Organistinnen und Organisten wichtig. Sie erleichtern die Vorbereitung auf das Spielen einer Orgel, die man nicht kennt, etwa bei einem Vertretungsdienst, sagt Pelster.

Bereits zwei Drittel erfasst

Er hat mittlerweile gut zwei Drittel der 330 Pfeifenorgeln erfasst, darunter die Orgel in der Pfarrkirche zum hl. Georg in Thomatal im Lungau. „Als eine der letzten Orgeln der Erzdiözese wird hier noch der Wind ausschließlich per Hand geschöpft, da in der Kirche kein elektrischer Strom vorhanden ist“, heißt es in ihrer Beschreibung. Kalkant ist der Fachbegriff für einen „Orgeltreter“, der für die Luft im Blasbalg sorgt, ohne den kein Ton aus den Pfeifen kommen kann.

Die größte romantische Orgel Salzburgs steht übrigens in der Kollegienkirche, Anton Bruckner hat darauf unter anderem Konzerte gespielt. Aufgrund der Kirchensanierung und der 1982 nicht tiefgreifend genug durchgeführten Arbeiten ist das Werk derzeit stark verstimmt und technisch äußerst fehleranfällig, ist der ehrliche Vermerk in der Orgeldatenbank. Die Sanierung und Erhaltung der historischen Orgeln zählt für Pelster auch mit zu den größte Herausforderungen; aber dieser Kulturschatz ist es wert!

Foto: Philipp Pelster ist auch Organist in Hallein. Seine Orgeldatenbank kann jeder unter www.kirchen.net/kirchenmusik/orgeldatenbank finden.

Fotos: RB/roi

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