45 Jugendlichen sind EU-Werte wichtig

 

Erzbischof Franz Lackner bereitet mit der Jugend eine Brüssel-Reise vor

 

SALZBURG (eds/wk – 2. 3. 2015) Kurz nach sechs Uhr früh brachen junge Erwachsene aus der Oststeiermark heute auf zu dieser Veranstaltung: Im Salzburger Kolpinghaus treffen 45 Interessenten bis morgen Erzbischof Franz Lackner, den ehemaligen EU-Kommissar Franz Fischler und den Theologen und Philosophen Clemens Sedmak, um mit ihnen über Werte und Chancen der Europäischen Union (EU) zu diskutieren. Das dient der Vorbereitung einer gemeinsamen Reise mit dem Erzbischof nach Brüssel.

„Es geht um Allianzen und um das Miteinander in Europa und in der Politik“, sagte der Salzburger Erzbischof in seiner Einleitung. Die Katholische Jugend der Diözesen Graz-Seckau und Salzburg startete gemeinsam das Projekt „Europa auf-werten“. 45 interessierte junge Frauen und Männer aus den beiden Diözesen haben sich angemeldet. Sie bereiten sich in mehreren Tagungen auf die Reise nach Brüssel und auf die Begegnung mit Verantwortlichen der Europäischen Union vom 27. März bis 2. April vor. Aus der Steiermark reisten die Teilnehmer heute per Autobus an.

„Erst ist man skeptisch, wenn man nach Brüssel kommt, beim Nach Hause fahren denkt man aber anders“, sagte der ehemalige EU-Kommissar und Obmann des Europäischen Forums Alpbach, Franz Fischler. Er informierte über die Arbeitsweise der EU-Kommission und die Werte, die vertreten werden. „Die christlichen Wurzeln sind nicht die einzigen Wurzeln Europas“, betonte er. Es gebe einen Grundrechtekatalog, der von allen Ländern akzeptiert werde. Die Katholische Kirche sei doppelt vertreten: durch die Botschaft des Heiligen Stuhls und durch die Europäische Bischofskonferenz. Bis heute sei aber der Europagedanke noch nicht bei allen 500 Millionen Einwohnern angekommen.

Die Werteskala Europas skizzierte Clemens Sedmak. Es beginne beim Grundgedanken der Freiheit, führe über die Bereitschaft zum Gespräch zur Ehrenhaftigkeit und zur Menschenwürde. Die Fähigkeit zum Neuanfang, Toleranz, Pluralismus, Berührbarkeit und Vielsprachigkeit zählte er auf. „Arme und Arbeitslose haben keine Lobby in Brüssel“, sagte der Wissenschafter. „Ich glaube eher an viele kleine Initiativen, die in der EU Druck machen, um Armut und Arbeitslosigkeit zu verringern“, stellte Sedmak fest. Und Werte würden nur dann spürbar, wenn sie von Menschen gelebt werden.

Das letzte Vorbereitungstreffen zur Brüsselreise wird am 22. 3. in Graz stattfinden. Dann werden die Salzburger mit einem Bus anreisen.
Foto: EDS 

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