„72 Stunden ohne Kompromiss“: Erfolgreicher Abschluss Österreichs größter Jugendsozialaktion

 

Über 650 Jugendliche in 58 Einzelprojekten in der Erzdiözese Salzburg im Einsatz

 

SALZBURG (eds - 24.10.2016) Vielfalt leben, Ärmel hochkrempeln, sich für andere einsetzen: über 650 Jugendliche waren im gesamten Gebiet der Erzdiözese Salzburg Botschafter/innen von Solidarität und Nächstenliebe.

Mit dem 8. Durchgang von Österreichs größter Jugendsozialaktion, organisiert von der Katholischen Jugend in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3, bewiesen junge Menschen einmal mehr, dass soziales Engagement Spaß macht, sie gemeinsam Großartiges bewegen, kompromisslos anpacken und ein Stück Realität verändern können.

„Ich habe einige der Projektschauplätze besucht und durfte vielfältig begabte Jugendliche kennen lernen, die Vorurteile abgebaut und Beziehungen aufgebaut haben“, so Noemi Müller, ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend der Erzdiözese Salzburg. „Ich freue mich, dass viele Projekte gemeinsam mit Flüchtlingen umgesetzt wurden."


Schalt dich ein! – in der Stadt Salzburg

In der Stadt Salzburg folgte man dem Sprichwort „Beim Essen keman‘d Leut‘ zam“. Im Flüchtlingshaus Mülln kochten Jugendliche gemeinsam mit Flüchtlingsfamilien syrische und österreichische Spezialitäten. „Es war faszinierend die Familien und ihre Lebensgeschichten kennenzulernen“, schildert Teilnehmerin Jesika.

Ein paar hundert Meter weiter flochten Schüler des Privatgymnasiums der Herz Jesu Missionare im Jugendzentrum YoCo unter der Anleitung von Armutsmigranten Weidenkörbe, die sie am Samstag am Salzburger Grünmarkt verkauften. „Die Schüler und die Notreisenden schafften es ohne gemeinsamer Sprache zusammenzuarbeiten und etwas zu erschaffen. Das hat mich wirklich erstaunt“, freut sich Raim Schobesberger, Obmann des Verein Phurdo.


Schalt dich ein! – im Flachgau

Das Caritas Tageszentrum in Elixhausen ist eine Einrichtung für junge Menschen mit Behinderung. Die 72 Stunden ohne Kompromiss Teilnehmer/innen bekamen die Aufgabe, auf einem kleinen Grünstreifen vor den Haus einen Therapieweg mit fünf unterschiedlichen Untergründen anzulegen. „Eine Schwierigkeit war, dass es in der Einrichtung kein Werkzeug und keine Gartengeräte gab. Wir haben einfach bei den Nachbarn gefragt und haben sogar zusätzlich eine Scheibtruhe mit Kies bekommen“ erzählt Lina begeistert.

In Thalgau hatten die Jugendlichen die Aufgabe, den von 130 Flüchtlingen genützten Ess- und Aufenthaltsbereich der Flüchtlingsunterkunft in der alten Hörmann-Halle zu verschönern. Darüber hinaus wurde der Außenbereich einladender gestaltet. Durch die gemeinsame Arbeit konnten Jugendliche und Flüchtlinge einander und ihre Lebenswelten kennen lernen.


Schalt dich ein! – im Tennengau

In der Krabbelgruppe KinderVilla in Oberalm bestimmte der Herbst das Programm in den 72 Stunden ohne Kompromiss. Um Müttern und Kindern, die erst vor kurzem nach Österreich gekommen sind, unsere Jahreszeiten erlebbar zu machen, ließen die Teilnehmerinnen den Bewegungsraum der Krabbelgruppe mit herbstlicher Dekoration erstrahlen.

Vor einer ganz anderen Aufgabe standen Projektteilnehmerinnen in Hallein. Sie sammelten Lebensmittelspenden für bedürftige Mitmenschen in der Region. Julia, Hannah und Isi waren erstaunt, „dass so viele Menschen, die selber fast nichts haben, uns trotzdem etwas gaben, um zu helfen.“


Schalt dich ein! – im Pongau

Abgelaufene Lebensmittel müssen nicht in den Müll. Die Teilnehmerinnen bei 72 Stunden ohne Kompromiss hatten die Aufgabe, das auf kreative Weise zu verdeutlichen. Ihre Idee war genial: sie backten Brot, gaben es in neue und saubere Biotonnen, zogen diese durch die Straßen von Bischofshofen und verkauften das Brot gegen eine freiwillige Spende.

Um eine ganz andere Thematik ging es beim Projektschauplatz in der Einrichtung Laube Pro in St. Johann. Dort stehen 14 Arbeitsplätze für Menschen mit psychischer Erkrankung zur Verfügung. Die Projektteilnehmer/innen lernten Betrieb und Ablauf näher kennen und unterstützten anschließend die Beschäftigten bei ihrer Arbeit.


Schalt dich ein! - im Pinzgau

Jugend(t)räume wurden in Uttendorf Realität. Der in die Jahre gekommene Jugendraum im Pfarrzentrum ist nun kaum wiederzuerkennen. Jugendliche bauten bequeme Sitzgelegenheiten aus Paletten und Lederpolstern und verpassten dem Raum einen neuen Anstrich. „Bis ein Uhr in der Früh waren wir mit vollem Einsatz bei der Sache“, berichtet Teilnehmerin Janine. Einer gemütlichen Zeit im Jugendraum steht nun nichts mehr im Weg.

Im Caritas Dorf St. Anton in Bruck war handwerkliches Geschick gefragt: gemeinsam mit den Bewohner/innen bekamen Gartenzäune und Wände eine neue Farbe. Ebenso wertvoll wie die Umsetzung des Projektauftrags war dabei aber auch der Kontakt und die Zusammenarbeit der Jugendlichen mit Menschen mit Beeinträchtigungen.


Schalt dich ein! – in Tirol

Auch im Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg gab es mehrere Projekte. In Kufstein wagten sich Jugendliche mit Unterstützung durch Flüchtlinge an die Herausforderung, den Gemeinschaftsgarten "Bunte Daumen" neu zu gestalten. Ein alter Bauwagen wurde zu einem künstlerischen Gartenhaus umgebaut und neue Beete wurden angelegt. Zum Abschluss der dreitägigen Aktion organisierten die Jugendlichen ein interkulturelles Fest im Gemeinschaftsgarten. In Wörgl füllten Jugendliche währenddessen die Lager des Sozialmarkts. Mit kreativen Aktionen machten sie vor Supermärkten auf alltägliche, aber oft unsichtbare Armut aufmerksam und sammelten Lebensmittelspenden, um Bedürftigen in der Region zu helfen.


Schalt dich ein! - im Lungau
72 Stunden ohne Kompromiss war auch im Lungau mit vier Projekten vertreten. Eine Aufgabe bestand darin, für den Kleiderkasten Tamsweg am Postplatz gebrauchte, aber brauchbare Winterkleidung zu organisieren. „Wir starteten einen Aufruf in der HAK und im Gymnasium in Tamsweg und klapperten alle Klassen ab“, berichten Elisabeth und Annalena. Der charmante Auftritt zeigte Wirkung und viele Schüler/innen brachten am darauffolgenden Tag nicht mehr benötigte Kleidung mit in die Schule. Die Lager des Kleiderkastens sind nun wieder voll.

Der Eurospar in Tamsweg war der Einsatzort von vier Projektteilnehmer/innen, die mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Mittel, die Armut in der Region bekämpften. „Am Anfang hat es mich Überwindung gekostet, die Passantinnen und Passanten anzusprechen, aber dann hat es auch Spaß gemacht“, erzählt Miriam. Sie bat Konsumenten und Konsumentinnen, unverderbliche Produkte zusätzlich zu kaufen und anschließend in ihrem Einkaufswagen abzugeben. Der Einkaufswagen war meist in weniger als zwei Stunden voll gefüllt. Die Lebensmittel gehen über die Caritas an bedürftige Lungauer/innen.


Vielfalt leben

Mit dem diesjährigen Aktionsschwerpunkt „Vielfalt leben“ setzte 72 Stunden ohne Kompromiss ein starkes Zeichen für eine Kultur des gemeinsamen Verschiedenseins. So erarbeiteten Jugendliche gemeinsam mit den „Rollatoren“, einem Chor bestehend aus Seniorenheimbewohner/innen, das Musikstück „Der Weg zu meinem Dirndl ist stoanig“ und drehten dazu einen Videoclip.

In Elixhausen arbeiteten 72 Stunden ohne Kompromiss-Teilnehmer und Flüchtlinge, die derzeit im Ort leben, bei einem Fotoprojekt zusammen. Das Ergebnis waren nicht nur tolle Fotos sondern auch gemeinsame Lernerfahrungen.


Jugendliche am Wort

Nicht nur die Organisator/innen von "72 Stunden ohne Kompromiss“ zeigten sich von der großartigen Leistung der Jugendlichen begeistert. Die Helfer/innen selbst hatten großen Spaß mit ihren Projekten: „De Leit sand voi dabei!“, freute sich Theresa, die in Saalfelden Kleiderspenden sammelte. „Es ist super und es fühlt sich gut an, anderen Menschen zu helfen“ sagte Lara von der BAKIP Bischofshofen, die bunte Betttaschen für die Stockbetten der Caritas Notschlafstelle Haus Franziskus nähte.

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