Ali Wajid reist nach Kenia aus

 

Der 23-jährige Koch-Lehrling will von der österreichischen Botschaft in Nairobi aus einen Antrag auf Einreise als Saisonarbeiter stellen

 

 

 

SALZBURG (kap/eds-1. 2. 2019) / Aufatmen im Fall um den 23-jährigen Ali Wajid, der kurz vor der Abschiebung zurück in sein Heimatland Pakistan stand. Der Koch-Lehrling konnte Österreich am Donnerstag in der Nacht verlassen. Ein Benediktinerkloster in Kenia hat ihn aufgenommen, berichtete der Menschenrechtsaktivist Bernhard Jenny am Freitag bei einer Pressekonferenz in der Katholischen Aktion Salzburg. Von Nairobi aus will Wajid einen neuen Einreiseantrag als Saisonarbeiter für Österreich stellen.

Am Donnerstag vor einer Woche war der in der Erzabtei St.Peter untergebrachte Ali Wajid bei seinem regelmäßigen Routinetermin bei der Salzburger Polizei entgegen der Zusagen des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA) festgenommen und in die Schubhaft nach Wien gebracht worden. Seinen großteils kirchlichen Unterstützern ist es nun gelungen, eine Abschiebung nach Pakistan zu verhindern, allerdings nur durch die Zusage, Wajid werde bis 1. Februar freiwillig ausreichen. Den Einwand, dem 23-Jährigen drohe in Pakistan der Tod, da er nach Monaten im „Kirchenasyl“ als Konvertit gelte, ließ das BFA nicht gelten.

Nun galt es, rasch einen sicheren Ort für den Pakistani zu suchen. Gefunden wurde dieser schließlich in einem Benediktinerkloster in Nairobi, wohin Wajid schließlich Donnerstag Nacht, begleitet vom Salzburger Flüchtlingspfarrer Alois Dürlinger, von Wien-Schwechat aus flog. Der 23-Jährige hält sich in Kenia mit einem Touristenvisum auf.

Der Kellnerlehrling hatte im Mai 2018 einen negativen Asylbescheid in zweiter Instanz erhalten. Um einer Abschiebung vorzubeugen – die Diskussion um Ausnahmeregelungen für Asylwerber in der Lehre war damals voll im Gange – wurde Wajid Anfang Juli in der Erzabtei St. Peter untergebracht.

Erzabt erschüttert über Vorgehen der Behörden

Erzabt Korbinian Birnbacher äußerte Betroffenheit und Fassungslosigkeit darüber, dass sich der Staat nicht mehr an gegebene Zusagen gehalten habe. Dies habe über den konkreten Fall hinaus Auswirkungen auf andere Flüchtlinge, ja letztlich auf jeden Bürger des Landes. Denn die Verhaftung erfolgte, obwohl sich Wajid sich nichts zuschulden habe kommen lassen.

„Wir haben uns alle bemüht, Ali dazu zu bringen, Vertrauen zu bekommen in unseren Staat. Diese Bemühungen sind durch seine willkürliche Verhaftung entgegen den Vereinbarungen zerstört worden“, unterstrich der Erzabt. Wajid habe er als einen aufmerksamen und besonders liebenswürdigen Menschen erlebt. 

KA Präsidentin fordert neuen Umgang mit Engagierten in der Flüchtlingsarbeit

Dass der Fall Ali Wajid kein Einzelfall ist, betonte die Präsidentin der Katholischen Aktion Salzburg Elisabeth Mayer. „In vielen Pfarren bangten in der Flüchtlingsarbeit Engagierte um ihre Schützlinge. Einige mussten bereits die Erfahrung machen, dass Flüchtlinge ohne Rücksicht auf Integrationsgrad und unter Missachtung menschlicher Standards abgeschoben wurden.“ Der zivilgesellschaftliche Einsatz vieler freiwilliger Helfer, der längst offiziell Anerkennung verdient hätte, werde mit einer solchen Vorgangsweise der Behörden zunichte gemacht, kritisierte Mayer.
Das sei nicht nur wirtschaftlich unsinnig, sondern treffe österreichweit tausende Menschen, die aus Überzeugung dem Staat geholfen hätten, die Flüchtlingskrise zu bewältigen und die notwendige Integration zu bewerkstelligen. Alleine die Caritas sei 2015 von 50.000 Freiwilligen unterstützt worden, 30.000 Freiwillige seien in Österreich auch jetzt noch in der Flüchtlingshilfe engagiert. Mayer forderte deshalb von der Regierung einen „neuen Umgang mit Engagierten in der Flüchtlingsarbeit“.

Foto: Bernhard Jenny (l.) und Dechant Alois Dürlinger, Sprecher des Erzbischofs in Asyl- und Flüchtlingsfragen, setzen sich für Ali Wajid ein. 

Foto: Erzdiözese Salzburg 

 

 

 

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