Amazonien-Synode: „Stimmrecht für Frauen wäre gut“

 

Sr. Birgit Weiler würdigt offenes Gesprächsklima bei den Beratungen – aber Frauenstimmrecht frühestens bei nächster Synode in Rom

 

VATIKAN (eds/kap-11. 10. 2019) / Ein Stimmrecht für Frauen wird es bei der laufenden Amazonien-Synode im Vatikan nach Einschätzung von Teilnehmern nicht mehr geben. Sie beriefen sich auf eine Aussage des Synoden-Generalrelators Kardinal Claudio Hummes, das aktuelle Treffen sei wohl schon zu weit fortgeschritten. Die als Expertin zur Synode geladene Ordensfrau Birgit Weiler sagte aber am Freitag beim offiziellen Vatikan-Medienbriefing, man wolle sicherstellen, dass bei der nächsten Bischofssynode Frauen mit abstimmen können. Ihr zufolge hatte eine Gruppe von Bischöfen und Ordensfrauen das Anliegen an Hummes herangetragen, damit dieser es an den Papst weitergebe.

Unter den mehr als 280 Teilnehmern der am vergangenen Sonntag eröffneten Sondersynode für Amazonien sind 35 Frauen: vier externe Expertinnen, 29 Hörerinnen sowie zwei weitere geladene Gäste. 20 der 35 Frauen sind Ordensmitglieder, unter ihnen auch zehn Ordensfrauen, die von der Welt-Vereinigung der weiblichen Ordensoberen (UISG) zur Teilnahme an der Synode bestimmt wurden.

Stimmberechtigt sind bei der Synode nur die teilnehmenden 170 Bischöfe sowie die 15 Delegierten der Welt-Vereinigung der männlichen Ordensoberen (USG). Neben den Frauen haben auch die weiteren als Experten und Auditoren (Hörer) teilnehmenden Männer – unter ihnen sind Priester, Ordensleute und männliche Nichtkleriker – kein Stimmrecht.

Die Frage nach einem Stimmrecht für Frauen war bereits bei der Jugendsynode im Oktober 2018 aufgekommen. Damals durften zwei von der USG entsandte Ordensbrüder, die Nichtpriester waren, mit abstimmen, aber nicht Ordensfrauen. Auch bei der aktuellen Amazonien-Synode gibt es mit Fr. Miguel Angel Gonzalez Antolin von der Brüdergemeinschaft der Heiligen Familie von Belley einen von der Union der Generaloberen entsandten Ordensvertreter, der kein Priester ist und dennoch zu den stimmberechtigten Synodenteilnehmern zählt.

„Offenes Gesprächsklima“ bei Synode

Die in Peru lebende deutsche Ordensfrau Weiler äußerte sich bei der Pressekonferenz im vatikanischen Pressesaal am Freitag sehr zufrieden über das „offene Gesprächsklima“ bei der laufenden Synode. Frauen würden vollkommen akzeptiert, es gebe „keine klerikale Attitüde“. „Wir können sagen, was uns als Frauen bewegt, aber auch ärgert. Wir können gemeinsam hören, was der Geist uns sagen will“, sagte Weil, die der Gemeinschaft Missionsärztlicher Schwestern angehört.

Auch etliche Bischöfe forderten um der Glaubwürdigkeit der Kirche willen mehr Frauen in Entscheidungspositionen, so Weiler. Schon jetzt werde nicht nur in Amazonien die Hauptlast der pastoralen Arbeit von Frauen geleistet. Daher seien sie auch bei Entscheidungen zur Seelsorge einzubeziehen.

Foto: Sr. Birgil Weiler ist als Expertin bei der Amazonien-Synode.

Foto: Vatican News

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