Aschermittwoch

 

Hintergrund und Veranstaltungen zum Beginn der österlichen Bußzeit

 

SALZBURG (eds/kap-6. 3. 2019) / Am heutigen Aschermittwoch beginnt für die meisten Christinnen und Christen in aller Welt (mit Ausnahme der Gläubigen der Ostkirchen) die vorösterliche Bußzeit, auch Fastenzeit genannt. Buße, Umkehr und Erneuerung stehen im Zentrum des österlichen Weges der Kirche auf Ostern hin. Das Angebot der Aschermittwochfeiern in der Erzdiözese Salzburg ist vielseitig – von klassisch bis künstlerisch oder „to go“ für unterwegs.

 

Warum Asche?

Den Beginn der Fastenzeit markiert das Aschenkreuz, das den Gläubigen am Aschermittwoch auf die Stirn gezeichnet wird. Bereits in den alttestamentlichen Büchern Jona und Hiob diente die Asche als Zeichen der Buße. Der Priester spricht bei diesem Zeichen die Worte: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehrst.“ Üblich ist dabei auch der Ausspruch: "Kehre um und glaube an das Evangelium" – ein Aufruf zur Wegkorrektur und zur Besinnung auf Christus als Zentrum des christlichen Glaubens. Die Asche stammt aus verbrannten, geweihten Palmzweigen des Vorjahres.

Der Aschenritus stammt aus dem 11. Jahrhundert und damit aus jener Zeit, in der die Büßer öffentlich am Aschermittwoch aus der Kirche ausgeschlossen und als Zeichen der Buße mit Asche bestreut wurden. Erst am Gründonnerstag, dem liturgischen Endtermin der Fastenzeit, wurden sie feierlich wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Besondere Bedeutung hat die Fastenzeit jedoch auch für die Vorbereitung der Katechumenen auf den Empfang der Taufe in der Osternacht.

Fasten ≠ Diät

An den beiden strengen Fasttagen, dem Aschermittwoch und Karfreitag, schreibt die Kirche eine bloß einmalige Sättigung am Tag durch eine schlichte Mahlzeit vor. Das Fastengebot richtet sich an erwachsene Personen vom vollendeten 18. Lebensjahr bis zu Beginn ihres 60. Lebensjahres; Kinder, Kranke und Reisende sowie körperlich schwer Arbeitende sollten nicht fasten, Jugendliche unter 18 Jahren nur eingeschränkt.

Fasten ist nicht mit Diät oder Schlankheitskuren zu verwechseln, sondern meint eine religiös begründete Einschränkung oder Enthaltung mit dem Ziel der leiblichen, aber auch geistigen und seelischen Reinigung. Schließlich ist christliches Fasten vor allem eine innerliche Praxis: Zentral ist die Festigung und Reifung im Glauben gegenüber Versuchungen wie Egoismus, Sucht, Untreue oder Verbitterung, sowie das Ziel, sich für Gott und die Mitmenschen zu öffnen. In Ansätzen kommt dies auch in der Wortbedeutung von „fasten“ zum Ausdruck: Mittelhochdeutsch „vasten“, gotisch „fastan“, wird damit ein „Festhalten, Bewachen, Beobachten“ der Gebote bezeichnet.

Für jede/n etwas

Erzbischof Franz Lackner feiert gemeinsam mit Dompfarrer und Generalvikar Roland Rasser um 19 Uhr Eucharistiefeier mit Aschenkreuz-Auflegung im Salzburger Dom. Musikalischen Rahmen bildet die „Missa primi toni“ von Stefano Bernardi (1577–1637).

Mit dem Aschenkreuz „to go“ bietet sich allen Eiligen die Möglichkeit, unterwegs in der Salzburger Innenstadt mit einem persönlichen Ritual in die Fastenzeit zu starten – von 7 bis 17 Uhr beim Infopoint Kirchen in der Franziskanergasse 3.

Um 12 Uhr Mittag oder biblisch gesehen „um die sechste Stunde“ fasst das Stundengebet der Kirche die drei Gebetszeiten Terz um 9 Uhr, Sext um 12 Uhr und Non um 15 Uhr zum Mittagsgebet zusammen. So kommt also das „t“ in das originelle Motto „Sext in the city“ des Mittagsgebets, das der Infopoint Kirchen täglich in der Fastenzeit bis einschließlich Karfreitag am 19. April anbietet. Das spirituelle Angebot mit Texten und Orgelmusik in der Fastenzeit richtet sich an Salzburgerinnen und Salzburger, die sich zur Mittagszeit in der Altstadt aufhalten, aber auch an Touristen und Touristinnen, die das Bestaunen sakraler Kunst mit 15 Minuten Spiritualität verbinden möchten.

Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) Unipfarre Salzburg, die Katholische Hochschuljugend (KHJÖ), das TheologInnen Zentrum und die Universität Salzburg laden um 12.30 Uhr zum Aschermittwoch-Mittagsgebet mit Aschenkreuz-Auflegung in die Kollegienkirche. Die Bibelwissenschafterin Kristin de Troyer hält eine Predigt.

Zu einem Aschermittwoch der Frauen lädt die Katholische Frauenbewegung von 18 bis 20 Uhr in das Generalratshaus der Halleiner Schwestern in Oberalm. Die Teilnehmerinnen erhalten einen Impuls von Sr. Emanuela Resch. Darin bereitet sie zum Thema „Wandel wagen“ auf die Fastenzeit vor. Die Liturgische Feier gestaltet  Margarita Paulus-Lehner mit anschließender Auflegung des Aschenkreuzes.

Der zur Tradition gewordene und vom Katholischen AkademikerInnen Verband organisierte Aschermittwoch der KünstlerInnen findet heuer in der Kapelle von St. Virgil in Salzburg-Aigen statt. „Aus der Tiefe des Herzens“ lautet das Motto des um 19 Uhr startenden Abends. Die Armenologin und Leiterin des Zentrums zur Erforschung des Christlichen Ostens (ZECO) der Universität Salzburg, Jasmine Dum-Tragut, liest aus dem Leben und Werk des armenischen Mystikers und Kirchenlehrers Gregor von Narek (951–1003). Musikalisch wird der Abend von armenischen Hymnen, gesungen von Anna Ghazarya (Klassischer Gesang am Komitas Konservatorium Jerevan, Mitglied des Ensembles Shogher, seit 2016 in München). Der Liturgie steht Franz Gmainer-Pranzl, Leiter des Zentrums Theologie Interkulturell und Studium der Religionen an der Universität Salzburg und Geistlicher Assistent des KAV Salzburg, vor. Im Anschluss an die Feier sind alle Gäste zu einer Agape eingeladen.

 

Fotos: Pixabay

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