Aufbrüche und Umbrüche durch Papst Franziskus

 

ORF-Rom-Korrespondentin Mathilde Schwabeneder war „Beim Erzbischof zu Gast“

 

SALZBURG (eds/wk - 15. 4. 2015) / Sehr groß war heute das Interesse am ersten Gespräch „Beim Erzbischof zu Gast“ im Bischofshaus am Kapitelplatz. Erzbischof Franz Lackner sprach mit der bekannten Rom-Korrespondentin des ORF, Mathilde Schwabeneder, über Aufbrüche und Umbrüche durch Papst Franziskus. Mehr als 100 Interessenten verfolgten gespannt das Gespräch, das über Livestream auf ORF-Online und auf www.kirchen.net übertragen wurde.

Mathilde Schwabeneder gab einen Überblick über die Entwicklung der katholischen Kirche aus römischer Korrespondentensicht.  „Dieser Papst wendet sich immer wieder gegen die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich“, sagte Schwabeneder. Es gehe Franziskus wirklich um eine Kirche der Armen und eine Kirche für die Armen. In den zwei Jahren des Pontifikats habe sich in Rom schon einiges verändert: „Man hat jetzt das Gefühl, dass man offen reden kann“.

Allerdings gebe es auch „einen harten Sockel von Vatikan-Insidern“, die mit der Linie dieses Papstes nur wenig anfangen können, stellte die ORF-Korrespondentin fest. Trotzdem habe Papst Franziskus große Beliebtheitswerte auf der ganzen Welt, und Zigtausende kämen immer wieder auf den Petersplatz, um ihn zu sehen und zu hören. Große Erwartungen werden in angekündigte Reformen gesetzt. Bei der Familiensynode seien erstmals Abstimmungsergebnisse veröffentlicht worden. „Umso mehr Enttäuschungen sind programmiert, wenn nichts verändert wird“, betonte die Journalistin.

Nicht nur für Journalisten sei es „köstlich anzuhören, wie Papst Franziskus formuliert“. Man merke ihm an, dass er das Leben mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten gut kennt. „In Assisi hat er die Jugend aufgefordert zum Streiten und gleichzeitig gesagt, aber nie unversöhnt schlafen zu gehen“, berichtete Mathilde Schwabeneder. Der Papst lege gerade in Bezug auf Lateinamerika, seiner Heimat, den Finger auf offene Wunden wie das Recht auf Wasser, auf Grund und Boden und auf Gesundheit. Da seien auch Elemente der Befreiungstheologie drin. „Mit der Ausrufung eines heiligen Jahres der Barmherzigkeit hat er wieder alle überrascht“, sagte die Journalistin.

Erzbischof Franz Lackner kündigte an, dass im Herbst der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler bei ihm zu Gast sein werde.

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Foto: Die Rom-Korrespondentin des ORF, Mathilde Schwabeneder, war beim Salzburger Erzbischof Franz Lackner zu Gast. Foto: EDS

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