„Ausprobieren, nicht Papiere produzieren“

 

Pastoralrat beriet über Diözesanprozess und Reformationsgedenken

 

SALZBURG (eds- 21. 01.2016) /Mit der Einladung, sich auf den Diözesanprozess „einzulassen und ihn als Chance zu sehen“ eröffnete der Salzburger Erzbischof die jüngste Sitzung des Pastoralrates der Erzdiözese Salzburg am Dienstag. Im Fokus des von Pfingsten 2016 bis zum Rupertifest im September 2018 andauernden Prozesses steht das Entwicklungspotential der Salzburger Kirche für die Zukunft.  

„Wir wollen keine Papiere produzieren, sondern Dinge ausprobieren“, kündigte Seelsorgeamtsleiter Balthasar Sieberer an, der das Vorhaben koordiniert. Erster Impuls für den Diözesanprozess wird der Fastenhirtenbrief des Erzbischofs sein, der Startschuss fällt dann am Pfingstmontag mit einer Auftaktveranstaltung. „Wir begeben uns auf den Weg und wollen erproben, was Kirche zukunftsfähig macht“, so Sieberer. Konkrete Projekte sollen dieses Vorhaben unterstützen, das auch als „spiritueller Prozess“ gedacht ist, betonte der Koordinator. Das Miteinander von Ehren- und Hauptamtlichen sowie die Auseinandersetzung mit den finanziellen und personellen Ressourcen hielt Sieberer als weitere wichtige Inhalte des Prozesses fest, für den er ein „Koordinatensystem“ benannte: „Was tun die Menschen, was brauchen sie? Von daher müssen wir überlegen, was wir tun können.“  
  

Ökumenisches Reformationsgedenken 2017  

Zweiter Themenschwerpunkt der Sitzung war das Reformationsgedenken 2017, das unter dem Motto „Freiheit und Verantwortung“ steht. Der dazu geladene Superintendent Olivier Dantine brachte sich hierzu im Beratungsgremium des Erzbischofs ein. „2017 ist das erste Reformationsjubiläum, das im Zeichen der ökumenischen Bewegung gefeiert wird“, erinnerte Dantine und hielt fest: „Wir feiern keine Spaltung oder ein Geburtstagsfest, sondern die Entdeckung der freimachenden Botschaft im Evangelium.“  

„Es soll ein ökumenisches Feiern werden“, so Dantine weiter, der sich dafür erhoffe, dass evangelische Gemeinden ihre ökumenischen Partner einladen und über die Bedeutung der Reformation ins Gespräch kommen. Positiv resümierte der Superintendent die heutige Sicht auf die Person Martin Luther und sprach von einer „Veränderung in der Wahrnehmung“, die den Reformator „vom Sockel geholt“ habe. Man zeige den „Mut, dunkle Seiten Luthers, wie dessen Antisemitismus, anzusprechen, ohne die Reformation in Frage zu stellen“, so Olivier Dantine.  

Matthias Hohla, Referent für Ökumene und interreligiösen Dialog der Erzdiözese Salzburg, informierte über die ökumenischen Vorhaben zum Reformationsgedenken in der Erzdiözese. So laufen bereits Vortragsabende mit je einem katholischen wie evangelischen Referenten, organisiert über das Katholische und Evangelische Bildungswerk. Am 13. März 2016 findet ein Symposium zum Thema „50 Jahre Vergebungsbitte Erzbischof Rohracher 1966/2016“ im Evangelischen Zentrum Christuskirche statt. Außerdem lud Hohla zu einer ökumenischen und konfessionsverbindenden Studienreise zu den Wirkungsstätten Luthers im September 2016 mit Superintendent Dantine und Erzbischof Lackner. Weiters  ist ein Pastoraltag für katholische und evangelische Pfarrer sowie für Religionslehrer geplant.  

Infos: Referat für Ökumene und interreligiösen Dialog 

    

Foto 1: Seelsorgeamtsleiter Balthasar Sieberer koordiniert den „Diözesanprozess 2018“
Foto 2: Superintendent Olivier Dantine und Ökumene-Referent Matthias Hohla sprechen über das Reformationsgedenken 2017
Fotos: EDS  

 

 

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