Barrierefrei in die Christmette

 

Induktionsanlage für St. Erhard in Salzburg-Nonntal: Barrierefreiheit für Menschen mit Hörbehinderung wichtiges Anliegen

 

 

 

SALZBURG (eds-22.12.2016) / Die Pfarrkirche von Salzburg-Nonntal ist ein weiteres Gotteshaus, das mit dem Einbau einer Induktionsanlage Barrierefreiheit für Menschen mit Hörbehinderung garantiert.

St. Erhard: Neue Induktionsanlage

„Eine barocke Kirche ist schön anzusehen, bereitet aber mit den üblichen Lautsprecheranlagen für Menschen mit Hörbehinderung oft akustische Probleme: Echo, Verzerrung, Nachhall.  Das Hören auf das Wort Gottes, aber auch das Mitverfolgen von Predigt und Gebeten ist oft schwierig“, erzählt Meinrad Föger, Pastoralassistent in St. Erhard und Initiator des Projektes. Mit der neuen Induktionsschleife begegne man den Bedürfnissen der Betroffenen: Lesungstexte, Predigt, Musik seien für Hörgeräteträger ohne Nebengeräusche erlebbar. „Voraussetzung ist lediglich ein induktionsfähiges Hörgerät“,   informiert Föger.

Mit dem Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetztes hatte man sich zum Ziel gesetzt, Barrierefreiheit zu gewährleisten. Die Kosten für die Anlage seien überschaubar, so Föger. 2.800 Euro habe die Pfarre für die Induktionsanlage und deren Installation bezahlt. Unterstützt wurde Föger von den Freiwilligen seiner Pfarre: „Einnahmen eines Flohmarktes haben die Investition möglich gemacht“, bedankt sich der Pastoralassistent.

„Es geht um das Dazugehören“

„Barrierefreiheit für schwerhörige Menschen ist ein lange formuliertes Anliegen“, betont auch Gertraud Czermak, die sich als ehemalige Nonntalerin besonders über die neue Induktionsanlage in St. Erhard freut. Die Psychologin ist selbst seit ihrem 27. Lebensjahr stark schwerhörig und setzt sich für die Rechte der Betroffenen ein.

Nur wenige wüssten, mit welchen Problemen Menschen mit Hörbehinderungen im Alltag zu kämpfen hätten, informiert Gertraud Czermak. „Öffentliche Räume, Säle, größere Hallen und eben auch der Kirchenraum stellen für die TrägerInnen von Hörgeräten eine Herausforderung dar“.  Das Installieren von Induktionsanlagen sei eine Möglichkeit, das Recht von schwerhörigen Menschen auf eine barrierefreie Teilnahme an Veranstaltungen – und auch Gottesdiensten – zu gewährleisten. „Es geht um das Dabeisein, um das Dazugehören“, so Czermak.

Teilhabe als pastorales Anliegen

An eben dieser Teilnahme am Gottesdienst ist dem Referat für Pastoral mit Menschen mit Behinderungen gelegen: „Es muss ein pastorales Anliegen sein, Barrierefreiheit zu garantieren – weil es für Kirche immer auch um Teilhabe geht und gehen muss. Der Papst hat dazu aufgerufen, Menschen mit Behinderungen herauszuholen „aus ihren goldenen Käfigen“ – daran orientiert sich unsere Arbeit“, formuliert Barbara Schubert, Referentin für Pastoral mit Menschen mit Behinderungen der Erzdiözese Salzburg.  Das besondere Charisma des jeweils Einzelnen gelte es in die Gesellschaft hereinzuholen, ist sich Schubert sicher: „Gott schuf den Menschen als sein Abbild, jeden Menschen, mit seinen Stärken und Schwächen.“

Das Bauamt der Erzdiözese Salzburg sieht bei Kirchenrenovierungen das Einbauen von Induktionsanlagen standardmäßig vor. Kürzlich wurden etwa in Schwendt, Bruck am Ziller, Kirchberg und Mariapfarr Anlagen installiert. Auch im kommenden Jahr sind Renovierungsarbeiten geplant, im Zuge derer Induktionsanlagen eingebaut werden.

Meinrad Föger freut sich über die neue Anschaffung und lädt zur bevorstehenden Christmette ein: „Zum ersten Mal können auch alle Hörgerätträger die Christmette verfolgen und an dieser besonderen Feier teilhaben!“

 

Die Infografik zur installierten Anlage in St. Erhard finden Sie hier

Foto 1 und 2: Barbara Schubert,  Gertraud Czermak und Meinrad Föger beim Eingang der St. Erhard-Kirche in Salzburg-Nonntal. Das Piktogramm zur Kennzeichnung der Barrierefreiheit für Schwerhörige ist bereits angebracht

Foto 3: Piktogramm zur Kennzeichnung der Barrierefreiheit für Schwerhörige

Foto 1 und 2: eds

Foto 3: Pfarre Nonntal

 

 

 

 

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