„Von uns wird mehr verlangt“

 

Im Rahmen der feierlichen Benediktion in der Stiftskirche Nonnberg übergab Erzbischof Franz Lackner Ring und Hirtenstab an die neue Äbtissin

 

 

 

SALZBURG (eds-13.8.2017) / „Ein kirchliches Amt innezuhaben bedeutet Dienst“. Das betonte Erzbischof Franz Lackner am Sonntagnachmittag anlässlich der Benediktion von Veronika Kronlachner, die am 20. Juli zur neuen Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg gewählt worden war. Im Rahmen der Feierlichkeiten bekam die 92. Nachfolgerin der Heiligen Erentrudis Ring und Hirtenstab überreicht. Der päpstliche Nuntius, Peter Stephan Zurbriggen, der Weihbischof von Chur, Marian Eleganti und zahlreiche Äbte, Äbtissinnen, Priester und Diakone aus dem deutschen Sprachraum wohnten der Feier bei.

Mut für die Zukunft

Im Dienst an Gott und an den Menschen hätten kirchliche Amtsträger eine besondere Verantwortung zu tragen, so Erzbischof Lackner in seiner Predigt: „Von uns wird – zurecht – immer etwas mehr verlangt: mehr Verständnis, mehr Geduld, mehr Barmherzigkeit, mehr Schweigen, mehre Gebet“, so der Salzburger Erzbischof. Für ihre neue Aufgabe sprach Lackner der neuen Äbtissin Mut zu: „Sie dürfen wissen und glauben: Sie sind nicht allein, denn es ist der Herr, der Sie gerufen hat, diese altehrwürdige Abtei in die Zukunft zu führen.“

Der scheidenden Äbtissin Perpetua Hilgenberg, die mit dem Erreichen des 75. Lebensjahres den Hirtenstab an ihre Nachfolgerin weiterreichte, dankte der Salzburger Oberhirte für ihren wichtigen Dienst. „Weise und klug“ habe Hilgenberg die vergangenen 18 Jahre die Abtei geführt und mit ihrem Engagement für „Pro Oriente“ einen großen Dienst getan.

Wahlspruch: „In dienstbereiter Liebe“

Äbtissin Veronika Kronlachner hat sich als Wahlspruch eine Stelle aus der Regel des Heiligen Benedikt erwählt: „Mein Wahlspruch ‚in dienstbereiter Liebe‘ drückt für mich in besonderer Weise die wache Aufmerksamkeit des Herzens, die zu dieser liebenden Ganzhingabe an Christus und die Brüder und Schwestern befähigt, aus“, so die neue Äbtissin.  

Das Herz Jesu in ihrem Wappen stehe „als Symbol für Jesus Christus, der nicht gekommen ist, sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösepreis für viele. „An diesem Beispiel Christi versuche ich mich seit Beginn meines Ordenslebens in meinem Handeln zu orientieren.“

Sr. M. Veronika Kronlachner OSB wurde in Wels geboren, wo sie im Anschluss an die Pflichtschule die Fachschule für Damenkleidermacher absolvierte. Nach einigen Jahren Berufstätigkeit begann sie die Ausbildung zur Altenpflegerin, beendete diese jedoch bereits nach einem Semester, um in die Abtei einzutreten. Am 12. Jänner 1992 begann sie ihr Noviziat und legte am 9. Jänner 1994 die Trienalprofess ab. Am 12. Jänner 1997 legte sie die feierliche Profess ab und empfing die Jungfrauenweihe. Seit 1997 arbeitete sie in der Klosterverwaltung mit und leitete sie seit 2002 hauptverantwortlich. Im Herbst 1999 wurde sie zur Priorin ernannt.

Nonnberg ist das älteste durchgehend besetzte Frauenkloster im deutschen Sprachraum. Das Frauenstift wurde 714 von Bischof Rupert von Worms, dem Begründer und ersten Bischof von Salzburg, gegründet. Er setzte die spätere Heilige und Diözesanpatronin Erentrudis als erste Äbtissin ein. Seit dem 9. Jahrhundert leben die Nonnen nach der Regel des heiligen Benedikt von Nursia (480-547). Die Aufgaben der Schwestern konzentrieren sich heute neben dem Chorgebet und den innerklösterlichen Arbeiten auf wissenschaftliche und kulturelle Tätigkeiten sowie auf die Aufnahme von Gästen.

 

Die Predigt von Erzbischof Franz Lackner finden Sie hier.

Wappen des Stifts Nonnberg und der Äbtissin Veronika Kronlachner

Foto: Veronika Kronlachner tritt vor Erzbischof Franz Lackner

Fotos: eds

 

 

 

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