Bin ich gut genug?

 

Prominente Gäste bei Tagung zum Thema Selbstoptimierung am 4. Oktober in St. Virgil

 

SALZBURG (eds/St. Virgil-27.9.2019) / Bin ich gut genug? Diese Frage stellen sich Menschen unentwegt. Gut genug im Beruf, gut genug als Mutter oder Vater, sportlich genug, schön genug, fit genug, erfolgreich genug, die Liste ist unendlich. Den Trend zur Selbstoptimierung und Übereffizienz in allen Lebensbereichen zu hinterfragen ist gar nicht so einfach. Auf den ersten Blick scheint alles erstrebenswert. Menschen fühlen sich mit Normen, Grenzwerten, Risikoberechnungen und statistischen Daten vermeintlich sicherer.

„Schneller, gesünder, schöner“ – Gespräch mit prominenten Gästen

Birgit Birnbacher, Autorin, Soziologin und Ingeborg Bachmannpreisträgerin, P. Johannes Pausch, Prior im Europakloster Gut Aich und Stefan Selke, Soziologe, Autor und Redner kommen über Sinn und Unsinn von Selbstverbesserung und Selbstkontrolle ins Gespräch: Am 4. Oktober um 19.30 Uhr .

Leben ist mehr als Zellteilung und pünktliches Erscheinen

In einer technischen, digitalisierten Umwelt mit verführerischen Apps und Tools scheint alles ganz einfach.  Fitnessarmbänder, Smartwatches und Gesundheits-Apps organisieren den menschlichen Alltag in messbare Größen. Freiwillig sammeln und teilen Menschen immer mehr Daten. Es wird verglichen, ausgewertet und bewertet. Wer genug Daten über eine gesunde Lebensführung liefert, kommt in den Genuss von günstigeren Versicherungsbeiträgen. Im trendigen Slogan von „Pay-as-you-live“ (PAYL) verpackt, nehmen wir die damit einhergehende Selbstvermessung in Kauf. „Doch wer den Kalorienverbrauch misst, kann noch lange nichts über die innere Harmonie aussagen“ präzisiert Stefan Selke. Der bekannte Soziologe bringt das komplexe Thema auf den Punkt. Er ist im Oktober Gast bei der Tagung in St. Virgil Salzburg mit dem Titel: „Bin ich gut genug? Gesundheit und Wohlbefinden in Zeiten der Machbarkeit“

Wollen wir diese Vermessung des Menschen und was macht das mit uns?

Die Bereitschaft zur digitalen Selbstvermessung ist eng mit dem Wunsch verbunden, das Leben im Griff zu haben. Was aber macht das mit uns? Vieles was Leben ausmacht ist nicht in Zahlen zu fassen oder messbar:  Der eigene Rhythmus, persönliche Entwicklung, Sinnlichkeit,  die Erfahrung von Krankheit und Leid oder psychische Gesundheit. Wo ständig gemessen wird, gibt es eine starke Norm. Und wo verglichen wird, gibt es Verlierer. In Vorträgen und Workshops geht St. Virgil diesen Fragen nach. Interessierte haben am 4. und 5. Oktober die Möglichkeit sich mit den Chancen und Risiken der Trends zur Selbstoptimierung auseinander zu setzen.

Weitere Informationen unter: www.virgil.at 


Foto: 
P. Johannes Pausch, Prior im Europakloster Gut Aich. Der Benediktinerpater diskutiert am Freitagabend gemeinsam mit der Autorin und Soziologin Birgit Birnbacher und dem Soziologen Stefan Selke unter dem Titel "schneller, gesünder schöner" über Sinn und Unsinn von Selbstoptimierung in St. Virgil.
Foto: P. Pausch/St. Virgil

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