Bischof Kräutler in Salzburg: „Hier hat alles begonnen“

 

Austro-brasilianischer Bischof  feierte sein goldenes Priesterjubiläum im Salzburger Dom

 

SALZBURG (eds/lsg – 6.7. 2015) / Der Bischof der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens, Erwin Kräutler, ist derzeit auf Besuch in Salzburg. Anlass ist sein goldenes Priesterjubiläum, das gestern (Sonntag) im Dom gefeiert wurde.

„Ein halbes Jahrhundert ist es her, als wir hier, an dieser Stelle, vom Erzbischof Andreas Rohracher die Priesterweihe erhalten haben. Hier hat alles begonnen“, stellte Kräutler zu Beginn seiner Predigt fest. Für ihn sei es ein „erhebender Augenblick“, hier nach 50 Jahren einer Eucharistiefeier vorzustehen. Im Bezug auf die Lesungstexte betonte er, dass Prophetentum darin bestünde, den Mut zu haben, das Evangelium zu verkünden, „aber auch der Auftrag zu sagen, so geht es nicht, das ist nicht im Sinne Gottes“. Weiters brauche es „Zimmerleute, die Fenster und Türen öffnen und auf die Menschen zugehen“, so der austro-brasilianische Bischof. Im Anschluss an seine Predigt und während des Auszuges applaudierten die begeisterten Besucher im Gotteshaus.  

Am Abend bekam Erwin Kräutler im Rahmen eines Festaktes an der Universität Salzburg das Ehrenzeichen des Landes Salzburg verliehen – für ihn eine Überraschung, denn er wusste im Vorhinein nichts davon, wie er heute (Montag) in einem Pressegespräch erzählt. Er fühle sich sehr verbunden mit Salzburg, es sei „ein Juwel“ und „die schönste Stadt die ich kenne“, schwärmt Bischof Kräutler.

Große Bedeutung schreibt der Amazonasbischof der neuen Enzyklika von Papst Franziskus zu, die er als „bahnbrechend“ bezeichnet. Er selbst konnte dem Papst in einer Audienz im April 2014 ausführlich über die Anliegen der Indios und des amazonischen Regenwaldes berichten, woraufhin der Pontifex seine Ratschläge in das päpstliche Lehrschreiben aufnahm. Die Umweltenzyklika sei „mit einer Entschiedenheit und unmissverständlich“ verfasst, lobt Kräutler das Schreiben.

„Dom Erwin“, der nächste Woche seinen 76. Geburtstag feiert, wird in nächster Zukunft die Diözese Xingu an einen Nachfolger übergeben. Dies bedeute aber nicht ein Ruhestellen seines Engagements. Die nächsten Jahre wird er auf jeden Fall noch in Brasilien leben: „Solange mir Gott den Atem schenkt, werde ich mich einsetzen“. Heute Abend wird Kräutler im Bildungshaus St. Virgil einen Vortrag über sein Leben halten.

Erwin Kräutler, geboren 1939 in Vorarlberg, trat nach seiner Gymnasialzeit 1958 in die Kongregation vom Kostbaren Blut ein und studierte in der Folge Theologie und Philosophie in Salzburg. Am 3. Juli 1965 wurde Kräutler im Salzburger Dom zum Priester geweiht. Im November desselben Jahres wanderte er nach Brasilien aus. Dort wirkte er in Mission, Seelsorge, als Pfarrer und im Unterricht, bis er am 25. Jänner 1981 zum Bischof geweiht wurde. Der Oberhirte der Diözese Xingu ist bekannt für seinen Einsatz gegen politische, soziale und wirtschaftliche Missstände. „Dom Erwin“ ist Träger zahlreicher Preise und Ehrungen.

Foto: Ministranten machen „Selfie“ mit Bischof Erwin Kräutler. Foto: EDS

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