Christi Himmelfahrt

 

Als Jesus in den Himmel aufgenommen wurde

 

 

 

SALZBURG (eds/kap-29. 5. 2019) / Am 40. Tag nach Ostern feiert die katholische Kirche das Hochfest Christi Himmelfahrt. Heuer fällt es aufgrund des späten Ostertermins auf den 30. Mai.

Im Grunde sind Jesu Tod, Auferstehung und Erhöhung eine Einheit und ein einziges Fest, das Osterfest. Ein eigenes Fest zum Gedächtnis der Himmelfahrt Christi gibt es in der Kirche erst ab dem vierten Jahrhundert, als sich eine historisierende Auffassung dieser Glaubensinhalte durchsetzte. Nach christlicher Lehre ist Jesus drei Tage nach seinen Tod auferstanden und seinen Jüngern erschienen. „Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen“ (Apg 1,3). Laut Lukasevangelium (Lk 24,50 f.) führte Jesus seine Jünger dann nach 40 Tagen „hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.“

Auferstehung heißt zu Gott zu gelangen. In der Vorstellungswelt der Bibel ist Gottes Gegenwart durch die Wolke versinnbildlicht. So heißt es im Lukasevangelium: „Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn den Blicken der Jünger.“ Auch die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste werden von einer Wolkensäule begleitet. Ebenso ist der „Himmel“ ein aussagekräftiges Symbol. In den Himmel aufgenommen zu werden bedeutete in der nichtchristlichen Antike, unsterblich zu sein, die Entrückung von römischen Helden und Herrschern war gleichbedeutend mit deren Vergöttlichung. In der Apostelgeschichte steht die Himmelfahrt dagegen nicht für Vergöttlichung, sondern eben für die Erhöhung zu Gott. Während Jesus zu Ostern von den Toten auferstanden ist, steigt er nun in den Himmel auf – ohne nochmals zu sterben und ohne einen Leichnam zu hinterlassen.

Auf Christi Himmelfahrt folgt die neuntägige Vorbereitungszeit auf das Pfingstfest (Pfingstnovene).

Zum Hochfest Christi Himmelfahrt bzw. an einem der nahe liegenden Sonntage wird in etlichen Pfarren auch die Erstkommunion gefeiert.

Liturgische Farbe: Weiß

Ikonografie
Die Art der Darstellung variiert je nach künstlerischer Epoche. Es gibt Abbildungen, auf denen Christus von der Hand Gottes in Empfang genommen wird. In späteren Darstellungen umgibt ihn eine Mandorla (Glorienschein, der die ganze Figur einschließt) und er wird von vier Engeln in den Himmel getragen. Ab dem frühen Mittelalter entschwindet Christus mehr und mehr aus den Bildern, es sind nur mehr Beine, Füße und Fußabdrücke zu sehen. Dafür kam im Mittelalter, das eine große Vorliebe für realistische Darstellungen entwickelte, der Brauch auf, eine Christusstatue durch das „Heiliggeistloch“ hinaufzuziehen und danach Blumen und Heiligenbildchen auf die Gläubigen herabregnen zu lassen.

Brauchtum
Ein ausgeprägtes Brauchtum kennt das Fest nicht. Je nach Region werden die drei Tage vor Christi Himmelfahrt aber als sogenannte „Bitttage“ gefeiert, bei Prozessionen durch Felder oder Weinberge wird für eine gute Ernte gebetet. Die Bittgänge führen oft zur nächstgelegenen Kirche, zu Kapellen oder Flurkreuzen. Der Priester schreitet mit einem Kreuz voran, daher wird in Anlehnung daran die Woche mit dem Himmelfahrtstag auch „Kreuzwoche“ genannt.

Wie zu vielen anderen Fest- und Gedenktagen knüpft die Volksfrömmigkeit auch an das Hochfest Christi Himmelfahrt Wetterregeln.
„Regen zu Christi Himmelfahrt, macht dem Bauern die Erde hart.“
„Wie Christus in den Himmel fährt, zehn Sonntag so das Wetter währt.“

Gottesdienste zu Christi Himmelfahrt
http://www.kirchen.net/was-tut-sich-wo/gottesdienste-und-messen/
http://www.glaubenleben.at/

Foto 1: Deckenfresko St. Martin bei Lofer

Foto 2: Gotischer Flügelaltar Pfarrwerfen

Foto 3: Deckenfresko Westendorf

Fotos: Archiv der Erzdiözese Salzburg/J. Kral

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