Damit die Kirche im Dorf bleibt

 

Neues Leitprojekt soll seelsorgliche Angebote und kirchliche Strukturen im Lungau sicherstellen

 

SALZBURG (eds-6. 6. 2019) / Mit einer aktivierenden Befragung der Lungauer Bevölkerung über Glaube und Kirche startet zu Pfingsten das regionale Projekt „Kirche im Lungau“, dessen Ziel die Sicherung der kirchlichen Infrastruktur im Lungau ist. Rund um Dechant und Pfarrer in Tamsweg Markus Danner hat sich eine Projektsteuerungsgruppe von Haupt- und Ehrenamtlichen gebildet, die von Referenten und Referentinnen des Seelsorgeamts der Erzdiözese Salzburg in Fragen der Organisation und Gemeindeberatung unterstützt wird. Damit wird auch ein Leitprojekt des Zukunftsprozesses der Erzdiözese umgesetzt. Alle 13 Lungauer Pfarrgemeinden haben sich der Initiative bereits angeschlossen.

Gemeinsamer Seelsorge- und Personalplan

„Ziel ist es, einen Pastoral- und Personalplan für den Lungau zu entwickeln, der dann auch verbindlich ist“, so Pfarrer Danner. Das Dekanat soll als Knotenpunkt pastoraler und personeller Planung seelsorgliche Angebote gemeinsam entwickeln und die Anstellung von Hauptamtlichen mitentscheiden und begleiten. Ein besonderer Schwerpunkt dieser Begleitung wird die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sein. Auf längere Sicht soll es auch um die Entwicklung verschiedener Leitungsmodelle innerhalb eines Dekanats gehen. „Um die seelsorgliche Versorgung der Gemeinden vor Ort gewährleisten zu können, müssen wir überregional denken – so gegensätzlich das auch klingen mag“, sagt Organisationsberater Christoph Artner-Sulzner aus dem Seelsorgeamt der Erzdiözese, der den Prozess begleitet. Konkret bedeutet das: Wenn man in den Pfarren Seelsorge in Zukunft sicherstellen will, muss das Dekanat, also die nächstgrößere kirchliche Einheit, personelle, finanzielle und pastorale Konzepte entwickeln und prüfen, die dann in den verschiedenen Gemeinden angewendet werden können. „Das heißt, man soll über eine gemeinsame Firm- und Erstkommunionvorbereitung genauso nachdenken wie über Anstellung von hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vielleicht sogar über Leitungsmodelle für Pfarren innerhalb dieser Organisationseinheit“, präzisiert der Organisationsberater. Im Gegensatz zu anderen Diözesen setze Salzburg auf Formen der Beteiligung und Selbstverantwortung. Der Salzburger Weg, sagt Artner-Sulzer, bedeute für jedes Dekanat größtmögliche Freiheit in Zusammenarbeit und Strukturveränderung bei größtmöglicher fachlicher Unterstützung durch das Personal der Erzdiözese. 

Befragung als Auftakt

Mit einer aktivierenden Befragung der Lungauer Bevölkerung ab dem Pfingstwochenende 2019 startet der Prozess. „Die aktivierende Befragung ist eine Methode, die in der Gemeinwesenarbeit entwickelt wurde“, erklärt Artner-Sulzer. „Die Katholikinnen und Katholiken der Region werden nicht nur nach ihren Meinungen und Einstellungen befragt, sondern gleichzeitig dazu angeregt und ermutigt, aktiv zu werden, für ihre Interessen einzutreten und bei der Lösung von Problemen im Gemeinwesen mitzuwirken“, ergänzt der Organisationsberater. Der Inhalt der ersten Befragung, die in Form eines Fragebogens auch online auf www.lungaukirche.at ausgefüllt werden kann, ist auf die persönlichen Anknüpfungspunkte mit den Themen Glaube und Kirche hin formuliert: Was macht mich glücklich? Wozu brauche ich Gott und die Kirche? Dazu Danner: „Es geht uns dabei wesentlich darum, die Botschaft Jesu mit den Anliegen der Menschen zusammenzubringen.“

Zeitplan und Ergebnisse

Auf lange Sicht soll dieser Prozess in weiteren Dekanaten der Erzdiözese umgesetzt werden. Das mit der aktivierenden Befragung und der Evaluierung von Pfarrprofilen startende Projekt im Lungau wird im Oktober beziehungsweise November einen ersten Etappensieg feiern können. „Bis dahin hoffen wir die Daten gesammelt und ausgewertet zu haben“, so Artner-Sulzer. Danach wolle man in zwei weiteren Etappen voranschreiten: Eine Entwicklung von Zukunftsbildern, wie Kirche im Lungau konkret aussehen könnte, bestimmt das Projekt bis Februar 2020. Anschließend sollen diese Bilder bewertet und Maßnahmen geplant werden, wie die skizzierte Zukunft umgesetzt werden kann. 

Hintergrund: Leitprojekt des Zukunftsprozesses der Erzdiözese

50 Jahre nach der Diözesansynode 1968 richtete sich der Zukunftsprozess „Gott und die Welt“ an die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um gemeinsam Dinge für eine positive Entwicklung der Erzdiözese Salzburg in Bewegung zu bringen. In unterschiedlichen Gremien und Formaten wurde ausprobiert, diskutiert, beraten und entschieden. Der Zukunftsprozess startete zu Pfingsten 2016 und endete zu Ruperti 2018. Ausgehend von den Beratungstagen mit hundert Delegierten aus allen Beratungsgremien der Erzdiözese verständigten sich Erzbischof Franz Lackner und die Diözesanleitung im September 2018 auf sechs verbindliche Leitprojekte, um den Zukunftsweg für die Erzdiözese zu bereiten. Regionalisierung, also die Stärkung der Kirche in der Region, ist – neben Qualität in der Pastoral, Missionarischer Pastoral, Junger Kirche, Weiterbildung und Neuordnung der Personalagenden – eines der sechs diözesanen Leitprojekte, die sich dabei herausgebildet haben. 

 

Mehr Informationen unter: www.lungaukirche.at 

 

 

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