Darstellung des Herrn

 

Am 2. Februar feiert die Kirche die Darstellung des Herrn, im Volksmund auch Mariä Lichtmess genannt

 

SALZBURG (eds/kap – 31. 1.2020) / Am 2. Februar, dem 40. Tag nach Weihnachten, feiert die katholische Kirche das Fest der Darstellung des Herrn (lat. praesentatio Domini), das im Volksmund auch Mariä Lichtmess genannt wird. Traditionell damit verbunden sind Kerzensegnungen und Lichterprozessionen. In den letzten Jahren hat das Fest einen neuen Akzent erhalten, weil am 2. Februar seit 1997 der „Welttag des geweihten Lebens“, also der Tag der Ordensleute, begangen wird.

Das Fest knüpft an den Bericht des Lukas-Evangeliums (Lk 2, 21–40) an, nach dem Jesus, wie alle jüdischen Erstgeborenen, kurz nach seiner Geburt von seinen Eltern zum Tempel gebracht und durch ein Opfer dem Herrn „dargestellt“ wurde. Zudem brachte Maria an diesem Tag ein Reinigungsopfer dar, wie es das jüdische Gesetz vorschrieb. Die Bibel berichtet in diesem Zusammenhang auch von der Begegnung mit der Prophetin Hanna und dem greisen Simeon, der Jesus als „Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“ (Lk 2, 32) pries.

Begangen wurde das Fest der Darstellung des Herrn seit Anfang des 5. Jahrhunderts in Jerusalem; in Rom wurde es um 650 eingeführt. Aus einem Fest zu Ehren Christi entwickelte sich im Lauf der Zeit ein Marienfest. Seit der Liturgiereform der 1960er-Jahre wird es jedoch wieder als Fest des Herrn gefeiert.
Liturgische Farbe: Weiß

Brauchtum
Mariä Lichtmess war bis 1912 ein offizieller Feiertag und hatte jahrhundertelang auch eine wichtige Bedeutung im bäuerlichen Arbeitsjahr. Es war der Tag, an dem das Arbeitsjahr begann und endete. Der Jahreslohn (in Geld oder Naturalien wie Kleidung und Schuhen) wurde ausbezahlt, der „Arbeitsvertrag“ per Handschlag verlängert oder die Knechte und Mägde konnten den Dienstherrn wechseln. In diesem Fall wurde dem Dienstboten das Dienstbuch, in dem alle Dienstorte und das Verhalten und die Leistungen der Magd oder des Knechts eingetragen wurden, ausgehändigt.

Bauernregeln
„Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“
„Ist’s zu Lichtmess klar und hell, kommt der Frühling nicht so schnell.“
„Sonnt sich der Dachs in der Lichtmess-Woch‘, kriecht er noch sechs Wochen in sein Loch.“ 

Heiliger Blasius

Seit dem 14. Jahrhundert ist Blasius einer der 14 Nothelfer im katholischen Heiligenkalender und wird gern zum Schutz vor Halskrankheiten angerufen. Im 16. Jahrhundert entstand der Blasiussegen, der jedes Jahr am 3. Februar in vielen Pfarrgemeinden Österreichs nach dem Gottesdienst gespendet wird. Ein Priester hält dabei zwei gesegnete, in Form des Andreaskreuzes schräg angeordnete brennende Kerzen vor Gesicht und Hals der Gläubigen und spricht dazu die Worte: „Auf die Fürsprache des hl. Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen.“

Darstellung
Blasius wird häufig im Gewand eines Bischofs mit Stab und Mitra mit zwei gekreuzten oder ineinandergeflochtenen Kerzen dargestellt. Die Kerze geht auf folgende Legende zurück: Ein Wolf verschleppte einst das Schwein einer armen Frau. Durch Blasius’ Gebet erhielt die Frau das Schwein zurück. Zum Dank brachte sie Kopf und Füße des Schweins mit Früchten und einer Kerze zu Blasius.

Leben 
Vom Leben des Bischofs von Sebaste, der damaligen Hauptstadt der römischen Provinz Armenia (heute Sivas, Türkei), ist nur wenig bekannt, dafür ranken sich viele Legenden um sein Leben. Zur Zeit der Christenverfolgung des Kaisers Licinius soll er beispielsweise in einer Höhle im Gebirge bei wilden Tieren gewohnt haben.

Blasius wurde vom Statthalter Agricola aufgespürt und verhaftet. Er soll noch im Kerker einen Knaben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, gerettet haben. 316 wurde er laut Überlieferung mit einem eisernen Kamm gefoltert und dann enthauptet, wobei das genaue Sterbedatum nicht bekannt ist. Vor seiner Enthauptung bat der Bischof, dass alle, die in seinem Namen um Gesundung von Hals- oder sonstigen Krankheiten bitten, geheilt würden. Eine Stimme vom Himmel soll ihm die Erhörung zugesagt haben. Im Jahr 972 brachte man den Kopf des hl. Blasius als wertvolle Reliquie nach Dubrovnik, wo sie sich, in Gold gefasst, mit weiteren Reliquien (beide Arme, ein Bein und eine Halsreliquie) im Dommuseum befindet. Der hl. Blasius ist Schutzpatron der kroatischen Hafenstadt.

Blasius ist Patron der Blasmusikanten, Weber, Tiere und Ärzte, aber auch der Bauarbeiter, Musikanten, Schneider, Schuhmacher, Müller, für eine gute Beichte und gegen Blasen- und Kinderkrankheiten. Ebenso gilt er als Schutzpatron gegen das unpassende Wort – höchst aktuell in Zeiten von Hassrede, „alternativen Fakten“, fahrlässiger Kriegsrhetorik und ungehemmten öffentlichen Beschimpfungen. 

Bräuche für den Nothelfer
Blasiusbrezen – gekauft oder selbst gebacken – lassen im tirolerischen Völs die Gottesdienstbesucher segnen. Der Blasiustag galt als Winterende, war aber zugleich – wegen des Namens – von Wind gefährdet. Dagegen sollte das „Windfüttern“ mit Salz oder Mehl helfen, das Opfern von Kerzen sowie das Segnen von Blasiuswasser, Blasiuswein und Blasiusbrot. 

Wetterregeln
„St. Blasius ist auf Trab, stößt dem Winter die Hörner ab.“
„Kerzensegen im Schnee, Palmkätzchenweihe im Klee!“
„Blasius ohne Regen, folgt ein guter Erntesegen.“ 

Erzdiözese Salzburg
Pfarrpatrozinien zum hl. Blasius, 3. Februar, feiern die Kirchen in Abtenau und die Bürgerspitalkirche in der Stadt Salzburg. 

Fotos:
Foto 1: Meister von Großgmain: Darstellung des Herrn im Tempel mit Simeon, Archiv der Erzdiözese Salzburg (AES)/Josef Kral
Foto 2: Blasiussegen, flickr.Thomas Markowetz

 

 

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