Das Kloster als Lebensentscheidung

 

Julian Kendziora (24) und Pascal Mettler (30) legten Ordensgelübde als Kapuziner ab

 

SALZBURG (eds/kap-7.9.2019) / Julian Kendziora (24) aus Dorsten bei Münster, Deutschland und Pascal Mettler (30) aus Untereggen in der Schweiz legten am 7. September um 11:00 Uhr ihre zeitlichen Ordensgelübde ab. 150 Festgäste aus dem gesamten deutschsprachigen Raum kamen in die zum Bersten volle Kapuzinerkirche, zahlreiche weitere verfolgten die Feier via YouTube-Livestream. Das Versprechen wurde durch die Provinziäle (Ordensobere) Bruder Christophorus Goedereis und Bruder Josef Haselbach entgegengenommen. In Zukunft werden die beiden jungen Kapuziner zum Theologiestudium nach Münster übersiedeln.

„Franziskanische Spiritualität ist auch heute aktuell“

Als „jung, dynamisch und kreativ“ bezeichnete der deutsche Provinzial Christophorus Goedereis seinen Mitbruder Julian und freute sich: „Dass wir die Profess von zwei jungen Brüdern feiern dürfen, bestätigt meine Überzeugung: Die franziskanische Spiritualität und Lebensweise ist im 21. Jahrhundert noch genauso aktuell wie vor 800 Jahren.“ Der Schweizer Provinzial Josef Haselbach hebt die Achtung vor Bruder Pascals „engagiertem Weg in einer Kirchen-kritischen Zeit“ hervor. „Das wird ein gefreuter Weg für ihn wie für uns als alternde Gemeinschaft, sofern wir uns herausfordern lassen. Pascal lockt uns mit seinem Versprechen, uns erneut mit ihm auf den Glaubensweg zu machen. Seine Profess tönt für mich wie der Ruf von Franziskus: „Lasst uns – auch ins Alter gekommen – neu beginnen,“ so der Schweizer Ordensobere mit Blick auf die ganze Gemeinschaft.

Die Brüder Julian und Pascal leben seit zwei Jahren in Salzburg, wo sie gemeinsam den ersten Teil der Ordensausbildung absolviert haben. In den letzten beiden Jahren konnten zahlreiche Menschen dank Julian Kendzioras Engagement den Ordensweg der beiden in sozialen Medien verfolgen. Die Profess ist abrufbar unter https://youtu.be/njCvyzOKUB4.

Gelübde: „Einfach, wach, gemeinsam“

Mit diesen drei Worten erklären die Ordensgemeinschaften Österreichs die Lebensform des Ordens. Am Professtag versprachen die Brüder Julian und Pascal, sich – zunächst auf drei Jahre befristet - um ein Leben in Anspruchslosigkeit zu bemühen, verfügbar zu sein für die Notwendigkeiten Gottes, der Menschen und des Ordens und in Treue entsprechend der gemeinschaftlichen Lebensform der Kapuziner zu leben. Diese „zeitliche Profess“ legt damit die Schienen für einen Lebensentscheidung ähnlich der Entscheidung für eine Ehe im bürgerlichen Leben. Der Ordensobere nimmt die Gelübde stellvertretend für Gott und die ganze Gemeinschaft entgegen. Frühestens in drei Jahren können die beiden Kapuziner die ewigen Gelübde ablegen. Im deutschsprachigen Raum leben ca. 325 Kapuziner in 39 Niederlassungen, in der hiesigen Kapuzinerprovinz Österreich-Südtirol sind es etwa 90 an 16 Standorten.

Foto: Unterschreiben der offiziellen Dokumente. V.l.n.r.: Die Brüder Pascal Mettler, Julian Kendziora und Novizenmeister (Ausbildner) Bernd Kober.

Foto: Kapuziner/ Adrian Müller

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