Den Glauben weitertragen

 

Salzburger Stadtpfarre Maxglan feiert 500-Jahre-Jubiläum der Weihe der Maximilianskirche

 

SALZBURG-MAXGLAN (eds-2.6.2019) / Mit einem Festgottesdienst und einen Pfarrfest feierte die Salzburger Stadtpfarre Maxglan am vergangenen Sonntag das 500-Jahr-Jubiläum der Weihe ihrer kleinen Kirche, die dem hl. Maximilian geweiht ist. Pfarrer Josef Pletzer konnte dazu unter anderen den em. Erzbischof Alois Kothgasser und den Abtpräses der Österreichischen Benediktinerkongregation und Abt von Michaelbeuern, Johannes Perkmann, begrüßen, einen „Sohn unserer Pfarre“. 

Abt Johannes Perkmann zählte in der Predigt Ereignisse auf, von denen die Mauern der kleinen Jubiläumskirche erzählen: „Die Jahrhunderte nach der Weihe zeigen eine wechselvolle Geschichte von Licht und Schattenseiten, von Gewalt und Leid wie die Plünderung durch die Franzosen um 1800, aber vor allem von Innigkeit und Frömmigkeit wie von Bittgängen und Festen, Bruderschaften und die Freude der lang ersehnten und erkämpften Pfarrerhebung 1906/7. Die kleine Maximilianskirche könnte berichten von Baustilen und Frömmigkeitsformen, die Spuren hinterlassen haben, von Herrschafts- und Kirchenbildern, die kommen und gehen und von Notzeiten und Friedensepochen, die die Menschen bewegt haben. Sie hat 50 Päpste erlebt, drei Konzilien, 35 Bischöfe, 15 Pfarrer, so manche Augustinerprioren und 10 Äbte. Mehr noch wird sie erzählen von Gläubigen und Glaubenssuchern mit ihren ganz persönlichen Schicksalen, von Freud und Leid, von gemeinsamen Festen und stillen Stunden, die diesen Raum erfüllt haben mit Gebeten und Liedern.“ 

Diese  Geschichte möge Glaubenskraft, Gelassenheit und Hoffnung wecken, damit das Licht des Glaubens durch diese Zeit weitergetragen und an die nächste Generation weitergegeben wird. Dazu werde es notwendig sein zu werben; nicht mit Marketingsprüchen irgendwelcher Spindoktoren, nicht sektiererisch, sondern unaufdringlich, zeugnishaft, persönlich, sozial präsent. Abt Perkmann: „Es geht um ein persönliches Zeugnis, das hat mir geholfen, das ist mir aufgegangen, das ist schön – das berührt. Es brauche heute  ,friendly reminder‘, die andere einladen und einladend leben.“ Dieses vermisse er in so manchem heute vorgelegten missionarischem Konzept, das nach amerikanischem Muster gestrickt ist, sagt Perkann. Und er zitiert aus einem frühchristlichen Brief an Diognet, in dem Christen ganz anders beschrieben werden: Sie unterscheiden sich nicht durch Sprache, haben keine geschlossenen Wohnviertel, träumen nicht Lehren vorwitziger Menschen nach, sie folgen den einheimischen Bräuchen in Kleidung, Nahrung und der übrigen Lebensweise, sind aber wie Fremde auf Durchreise, erwarten sich also nicht alles von diesem Leben, setzen Kinder nicht aus, übertreffen die bestehenden Gesetze und lieben die Menschen, auch wenn sie missverstanden und gar verfolgt werden. „Und, so möchte ich ergänzen: sie glauben an den dreifaltigen Gott, die Auferstehung und die Versöhnung“, sagte Abt Johannes Perkmann.

Am Beginn des Gottesdienstes segnete em. Erzbischof Alois Kothgasser die renovierte Orgel der Kirche, die zweitgrößte Orgel des Landes Salzburg. Die Maxglaner Pfadfinder übergaben dazu beim anschließenden Pfarrfest eine Spende von 1.000 Euro an Pfarrer Josef Pletzer.

 

Foto 1: Einzug in die vollbesetzte große Kirche von Maxglan: Pfarrer Josef Pletzer (m.) Abt Johannes Perkmann (l.) und em. Erzbischof Alois Kothgasser (r.).

Foto 2: Beim Pfarrfest übergaben die Maxglaner Pfadfinder 1.000 Euro Spende für die Generalsanierung der Orgel.

Fotos: Erzdiözese Salzburg

Zurück