„Der Glaube möchte geteilt werden“

 

Weltkirchliche Partnerschaft: Erzbischof Thaddeus Cho Hwan-Kil aus der Partnerdiözese Daegu in Salzburg zu Besuch

 

 

 

SALZBURG (eds-05.01.2017) / Diese Woche steht Salzburg im Zeichen der weltkirchlichen Partnerschaft: Regelmäßig trifft sich Erzbischof Thaddeus Cho Hwan-Kil aus Daegu mit den Priestern seiner Diözese, die in Europa studieren oder pastoralen Dienst tun – dieses Jahr fand das Treffen in Salzburg statt; am 6. Jänner wird in der Erzdiözese Salzburg außerdem der Tag der Diözesanpartnerschaft gefeiert. Für den Salzburger Erzbischof Franz Lackner und Erzbischof Thaddeus Cho Hwan-Kil aus Daegu eine willkommene Gelegenheit zum Austausch.

Partnerschaft seit 1968

In seiner Grundsatzrede erörterte Lackner am Mittwochabend die Beziehungen zur südkoreanischen Partnerdiözese Daegu und erinnerte an die Anfänge des Austausches: „Der Glaube möchte geteilt werden“, sagte der Erzbischof. Mit der Salzburger Diözesansynode 1968 hätte sich die Erzdiözese Salzburg zum Ziel gesetzt, den Blick zu weiten, so Lackner. Der Salzburger Oberhirte begreife die Beziehungen mit den Partnerdiözesen als sichtbares Zeichen für die Bemühen der Erzdiözese, Weltkirche sichtbar zu machen. Spätestens mit Papst Franziskus sei die Zeit gekommen, über den europäischen Tellerrand hinauszublicken. Die Beziehungen zu den drei Partnerdiözesen – Daegu (Südkorea), San Ignacio de Velasco (Bolivien) und Bokungu-Ikela (Demokratische Republik Kongo) – müssten daher gepflegt und immer aufs Neue belebt werden, ist sich Lackner sicher.

Südkorea: eine wachsende und lebendige Kirche

 „Ich habe die Kirche in Südkorea als eine wachsende Kirche erlebt und sie vor allem in ihrer Lebendigkeit schätzen gelernt“, betonte der Erzbischof. Noch als Weihbischof der Diözese Graz-Seckau – die steirische Diözese hat mit Masan ebenfalls eine Partnerdiözese in Südkorea – hätte Lackner Land und Leute kennengelernt. „So viele junge Priester zu sehen ist etwas Besonderes – ein wahrer Schatz für unsere Kirche“, so der Salzburger Erzbischof. Der Blick auf Daegu stimmt den Salzburger Oberhirten hoffnungsvoll: „Für uns ist es wichtig zu hören, wie der Glaube in Südkorea wächst“.

Erzdiözese Salzburg als Vorbild

Für Erzbischof Thaddeus Cho Hwan-Kil hat die Erzdiözese Salzburg Vorbildfunktion. Zum einen verwies er auf die Salzburger Diözesansynode 1968, die den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils bereits sehr früh umgesetzt hätte. Die Erzdiözese Salzburg sei damit zum Vorreiter geworden. Zum anderen konnte die Erzdiözese Daegu von konkreten pastoralen Projekten und vom spirituellen Austausch profitieren – besonders in der Frauen- und Kinderpastoral konnte Daegu vom Partner lernen: „Die Katholische Frauenbewegung und die Katholische Jungschar haben einen Beitrag zur Entwicklung in den Bereichen geleistet, in denen die Erzdiözese Daegu damals Schwierigkeiten hatte“, so Cho Hwan-Kil.

Auch hinsichtlich der Mission und der Pastoralarbeit hätte die Salzburger Erzdiözese ein gutes Beispiel gegeben, dem man in den letzten Jahren gefolgt sei: „Es ist eine konkrete Praxis entstanden, nämlich, dass auch wir Priester in Länder schicken, in den Menschen unsere Dienste benötigen und sie unterstützen.“ Zurzeit dienten neun Priester in Bolivien, drei in der Zentralafrikanischen Republik, zwei in Frankreich, einer in Pakistan und einer in Kasachstan. „Damit wir die Priester dort unterstützen und ihnen helfen können, engagiert sich die Erzdiözese Daegu in der ‚MIVA‘ (Missionsverkehrsarbeitsgemeinschaft, Anm.) und im ‚Unterstützungsverein für die Mission‘“, so der Erzbischof von Daegu.

Jugend ist Zukunft

Der Weltjugendtag 2005 in Köln sei der Anfang der Begegnungen zwischen den Jugendlichen der beiden Diözesen gewesen, erklärte der Erzbischof von Daegu. Cho Hwan-Kil: „Für die Jugend, die die Zukunft der Kirche trägt und ist, müssen wir mehr Gelegenheiten geben, damit sie ihre Visionen entfalten können.“

Regelmäßige Treffen zwischen Jugendlichen der Erzdiözese Salzburg und der Erzdiözese Daegu hätten sich bereits etabliert – 2016 hatte man sich in Salzburg getroffen. Für das nächste Treffen 2018 in Daegu lud Erzbischof Cho Hwan-Kil herzlich ein. Auch Erzbischof Lackner sprach eine Einladung aus: 2018 ende der Zukunftsprozess der Erzdiözese Salzburg mit einem Fest an Ruperti. Im selben Jahr feiern die beiden Erzdiözesen das 50-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft.

Fenster zu anderen Kontinenten

Für Markus Roßkopf, Referent für Weltkirche der Erzdiözese Salzburg, stellte die Begegnung mit Erzbischof Thaddeus Cho Hwan-Kil und den zahlreichen koreanischen Priestern eine Möglichkeit dar, bereits bestehende Kontakte zu vertiefen. Daegu und die beiden anderen Partnerdiözesen bieten einzigartige Möglichkeiten, ist sich Roßkopf sicher. „Ein Fenster zu haben, durch das man auf einen anderen Kontinent blicken kann – das ist für das Selbstverständnis von uns Christinnen und Christen besonders wertvoll“, stellte der Referent für Weltkirche fest.

Am 6. Jänner feiert Erzbischof Franz Lackner anlässlich des Tages der Diözesanpartnerschaft gemeinsam mit Erzbischof  Thaddeus Cho Hwan-Kil und den Priestern aus Daegu um 10 Uhr einen feierlichen Festgottesdienst im Salzburger Dom.

Anhang: Informationsfolder „Weltkirchliche Diözesanpartnerschaft der Erzdiözese Salzburg mit der Erzdiözese Daegu“

Foto1: Erzbischof Franz Lackner überreicht Erzbischof Thaddeus Cho Hwan-Kil eine Abbildung des Gnadenbildes von Maria Plain

Foto2: (v.l.n.r.) Gastgeber Michael Max (Rektor St. Virgil Salzburg), Markus Roßkopf (Referat für Weltkirche), Erzbischof Franz Lackner, Erzbischof Thaddeus Cho Hwan-Kil und Bischofsvikar Martin Walchhofer in St. Virgil Salzburg

Foto: eds

 

 

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