Der hl. Virgil: Basis einer Freundschaft

 

Irland ist nächstes Jahr das Ziel der Diözesanwallfahrt der Erzdiözese Salzburg

 

SALZBURG (eds-22.11.2019) / In der Vorbereitung des Jubiläumsjahres – 1200 Jahre nach der Einweihung des ersten Doms in Salzburg – stellte sich 1974 die Frage, wer der Heilige war, der den ersten Dom erbauen ließ und 774 weihte. Virgil kam aus Irland, aber Näheres zu seinem Leben vor seiner Reise auf das Festland wusste man kaum. Wenn man den Erbauer des Doms zum Jubiläum besonders in den Mittelpunkt stellen wollte, so brauchte es mehr an Wissen. Historiker beschäftigten sich mit den Quellen, die zugänglich waren, und diese Forschung brachte einige Erkenntnisse. Zusätzlich entstand die Idee, nach Irland zu pilgern und sich selbst auf die Suche nach Spuren des Heiligen zu machen, der für die Entwicklung unserer Erzdiözese von entscheidender Bedeutung und als Diözesanpatron bekannt war, von dem man aber im Grunde wenig wusste. 

Die Pilgerreise unter der geistlichen Leitung von Weihbischof Jakob Mayr im Sommer 1974 war nicht nur für die Pilger etwas Besonderes, sondern auch für jene Pfarre in Irland, in deren Gebiet die Ruine der Abtei Aghaboe liegt. Das Interesse der Salzburger für einen irischen Mönch, der am Beginn des 8. Jahrhunderts die Insel verlassen hatte, war für die Pfarrgemeinde überraschend, aber auch eine Freude und der Beginn der Virgil-Verehrung in seiner Heimat Irland. 

Seit dem Domjubiläum 1974 folgten viele Pilgerreisen und gegenseitige Besuche von Freunden, geprägt von der großen Verehrung für einen besonderen Heiligen. Unsere Wallfahrt wird uns nach Aghaboe und zu anderen wunderbaren Zielen des Christentums auf der „Insel der Heiligen“ führen. 

Erstes Ziel ist ein Gedenkort der hl. Brigida, der „irischen Maria“. Brigida von Kildare wurde um das Jahr 451 in Fochart Muirthemne geboren, heute Faughart benannt, nahe Dundalk im Osten Irlands. Schon als junges Mädchen wollte sie ein geistliches Leben führen. Brigida war eine begabte und mutige Frau, die entschlossen ihre Pläne umsetzte. Bald folgten ihr andere junge Frauen, ihr Kloster Kildare wuchs ebenso wie ihr Ruf. Bald entstanden Legenden und Wundergeschichten; sie wurde vor allem als Schutzheilige des Viehs angerufen. Rund 150 Jahre nach ihrem Tod wurde eine erste Lebensbeschreibung verfasst. Ihr Grab befand sich in Kildare. Angesichts der Bedrohung durch die Normanneneinfälle brachte man der Legende nach die Reliquien nach Downpatrick in Sicherheit, wo sie im Grab der heiligen Patrick und Kolumban beigesetzt wurden.

Eine Heilige auch für unsere Erzdiözese

RB: Das erste Ziel der Wallfahrt ist die hl. Brigida – warum?

Elisabeth Kandler-Mayr: Brigida wird in Irland als eine der drei Schutzheiligen verehrt, zusammen mit Patrick und Kolumban, sie ist daher in Irland von großer Bedeutung. Interessanterweise gibt es aber auch in deutschen Diözesen einige Kirchen, die ihr geweiht sind, etwa in der Erzdiözese Köln. Für die Erzdiözese Salzburg besteht mit der Filialkirche der hl. Brigida bei Henndorf ein ganz besonderer Bezug zu dieser wichtigen irischen Heiligen!

RB: Gibt es eine Verehrung der heiligen Brigida in Salzburg?

Kandler-Mayr: Ich glaube schon, dass man von einer gewissen Bekanntheit der hl. Brigida sprechen kann. Das gilt vor allem für die Pfarre Henndorf, dann für kunstgeschichtlich Interessierte wegen der Schönheit der Filialkirche, und nicht zuletzt für den Verband der Kleintierzüchter, der vor kurzem die hl. Brigida zu seiner Schutzpatronin erwählte! Faughart of St. Brigid bei Dundalk ist eine ungewöhnliche Gedenkstätte, die sicher vielen Pilgernden in besonderer Erinnerung bleiben wird.

RB: Wie wird die heilige Brigida dargestellt?

Kandler-Mayr: Abgebildet wird sie als Äbtissin meist mit Kühen und anderen Tieren oder mit Feuerflammen über dem Kopf. Sie ist eine Patronin Irlands und die Schutzheilige des Viehs und des Geflügels, der Kinder und Wöchnerinnen. Sie wird vor allem gegen Unglück und Verfolgung angerufen, ihr Gedenktag ist der 1. Februar.  

 

Foto 1: Der heiligen Brigida ist die Filialkirche in Wankham in der Gemeinde Henndorf am Wallersee geweiht. Sie ist die einzige in ganz Österreich mit dem Patrozinium der heiligen Äbtissin Brigida (ca. 451 – 526), der Schutzheiligen Irlands. Das Kirchlein wurde 1449 erbaut und 2001 renoviert. (Foto: RB/Franz Fuchs)

Foto 2: Elisabeth Kandler-Mayr ist mit der Entwicklung der Kontakte der Erzdiözese zu Irland bestens vertraut.  Foto: RB

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