Der Mensch ist frei

 

Grundlage ist die Einzigartigkeit und Gottesebenbildlichkeit des Menschen. Das deutsche Bildungskonzept „Marchtaler Plan“ hat an immer mehr – nicht nur katholischen – Schulen in Österreich Einzug gehalten.

 

SALZBURG (eds/RB juw – 17. 9. 2015) /  Bei dem traditionell in der Benediktinerabtei Michaelbeuern stattfindenden Marchtal-Seminar wurde die neue Broschüre vorgestellt. „Das ist ein Meilenstein“, meinte Josef Rupprechter, Direktor des Katechetischen Amtes, der das Konzept vor 21 Jahren nach Salzburg brachte. Marchtaler Plan heißt der Erziehungs- und Bildungsplan für die katholischen Freien Grund- und Hauptschulen in der deutschen Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Zum ersten Mal haben wir jetzt niedergeschrieben, was wir unter dem Konzept verstehen. Marchtal muss sich auch weiterentwickeln.“

Die Broschüre gibt konkrete Impulse, die die Persönlichkeit des Schülers in den Mittelpunkt stellt und sich stark an Individualisierung orientiert. Die vier Strukturelemente des Marchtaler Plans sind geblieben: Morgenkreis, Freie Arbeit, Vernetzter Unterricht und Fachunterricht.

Mit Fehlern umgehen lernen
In dem Seminar haben 53 Pädagogen in der letzten Ferienwoche viele neue Methoden herausgearbeitet, etwa zur Statistik. „Die Schüler bekommen Aufgaben, arbeiten am Computer und lernen das Programm Excel kennen. Wenn man sich Mathematik selber erarbeitet, merkt man es sich leichter“, ist Thomas Obermoser vom Prviatgymnasium St. Rupert von der Methode angetan. Damit lernen die Schüler eigenverantwortlich Wissen zu erwerben, eine strukturierte und reflektierte Arbeitshaltung und einen konstruktiven Umgang mit Fehlern. Auch ein Lehrer, der sich darauf einlässt, verändert sich, ist Johann Quehenberger, Biologie- und Geschichtelehrer am Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare,  überzeugt. „Es ist eine Philosophie. Man bekommt eine andere Sicht auf sich selbst, den Unterricht. Ich bin ein besserer Lehrer geworden.“

Die Schüler müssen aber erst an das freie und selbstständige Arbeiten herangeführt werden. „Das Konzept ist für Hort, Pflichtschulen, Allgemein höherbildende Schulen geeignet“, erklärte Referentin Elisabeth Torggler. „Vor 15 Jahren erlebte ich in einer Schule in Ludwigshafen eine entspannte Schulatmosphäre und wohlwollendes Mitaneinander. Ich fragte mich, ob das bei uns auch ginge und sah, dass sich hier schon Menschen damit beschäftigen.“

Julia Wadl vom Rupertusblatt hat mit Elisabeth Angerer ein Interview über ihre Eindrücke am Marchtalseminar geführt.

TIPP: Die neue Broschüre „Personalisiertes Lernen und Lehren in Anlehnung an den Marchtaler Plan“ ist kostenlos im Marchtal-Referat, Tel.: 0662/8047 4025, marchtal@kps.kirchen.net, erhältlich.
Auch zum neuen Lehrgang ab Okt. 2016 kann man sich im Referat bereits anmelden.

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