„Die Begegnung stärkt uns“

 

Fünfter Empfang der Religionen in Salzburg im Zeichen der Bahá’í

 

SALZBURG (eds/lsg- 11. 11.2015) / Im Zeichen der Bahá’í Religion fand am Dienstagabend der fünfte Empfang der Religionen an der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg statt. Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften versammelten sich zunächst in der Kollegienkirche für ein religionsverbindendes Gebet. Anschließend hielt Kambiz Poostchi den Festvortrag.  

In der Kollegienkirche trugen Vertreter und Vertreterinnen des Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam und Bahá’í Gebetstexte ihrer Religion vor, darunter auch der 102-jährige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Marko Feingold.  

Beim anschließenden Empfang zeigte sich der Organisator des Abends und Vizedekan der Katholisch-theologischen Fakultät, Ulrich Winkler, „überwältigt“ von der Vielzahl an interessierten Besuchern im Hörsaal. „Die Fakultät setzt mit der Veranstaltung ein Zeichen“, betonte der Theologe.  

Als „politisches Signal“ bezeichnete Franz Gmainer-Pranzl, Leiter des Zentrums Theologie Interkulturell und Studium der Religionen, die Veranstaltung: „Die Vielfalt kultureller und religiöser Traditionen ist kein Zeichen der Schwäche, sondern zeichnet eine Gesellschaft aus. Die Begegnung stärkt uns.“  

„5,5 Millionen Anhänger hat die Bahá’í Religion in 240 Ländern weltweit“, informiert Judith Mitterling, eine von 28 Mitgliedern in Salzburg, „1200 leben in Österreich.“ Grundprinzip der Religion sei die Einheit der Menschheit und der Religionen, sagte Mittlerling und stellte dahingehend fest: „Da ist noch eine Menge zu tun – gerade in Zeiten wie diesen.“  

„Richten wir den Blick auch auf das, was aufbauend passiert, wie das Engagement der vielen Freiwilligen“, sagte Kambiz Poostchi zu Beginn seines Festvortrags. Der Tiroler Architekt, Autor und Seminarleiter gab einen Überblick über die Geschichte und Inhalte der Bahá’í Religion, „die schnellst wachsende Religion“, wie er feststellte. Toleranz sei noch „zu wenig“, erläuterte Poostchi, „denn die Einheit als übergeordnetes Prinzip schließt alles ein.“  

Neben dem Einheitsprinzip nannte Kambiz Poostchi unter anderem die Übereinstimmung von Religion und Wissenschaft, das tägliche Gebet, die universale Bildung, Gleichberechtigung, die Ausgewogenheit zwischen Natur und Technik als wesentliche Elemente in der Religion der Bahá’í. Außerdem hob er den „Prozess der Vergeistigung und der Sozialisierung“ hervor, der einerseits die individuelle aber auch gesellschaftliche Verantwortung der Menschen umfasst. Die „Suche nach Wahrheit“ verstehe er als Pflicht eines jeden. „Der Mensch muss sich von Vorurteilen und Einbildungen trennen“, so der Architekt weiter.  

Bereits zum fünften Mal lud das Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen zum Empfang der Religionen, bei dem jedes Jahr eine andere Religion im Mittelpunkt steht. 2016 wird die Veranstaltung im Zeichen der Jesiden stehen. Der Empfang der Religionen ist eine Kooperation der Universität Salzburg mit der Erzdiözese Salzburg, dem Afro-asiatischen Institut, der Diözesankommission für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, der KPH Edith Stein und dem Katholischen Akademikerverband.  

Foto 1: Bereits zum fünften Mal nahm Marko Feingold am „Empfang der Religionen“ teil.
Foto 2-14: Am Dienstagabend fand an der Katholisch-theologischen Fakultät der "Empfang der Religionen" statt.
Fotos: EDS

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