Die Europäische Union der 2020er-Jahre

 

EU-Experte Franz Fischler bei KAV-Sommerveranstaltung zu Gast

 

SALZBURG (eds/kav-9. 7. 2019) / „Einfache Lösungen gibt es nicht - und sie brauchen Zeit!“ Davon ist Franz Fischler, ein profunder Kenner der EU, überzeugt. Wo könnte eine Veranstaltung über die Europäische Union besser passen als im Europasaal auf der Edmundsburg? Ebendort war vor kurzem der Präsident des Europäischen Forum Alpbach und der ehemalige EU-Kommissar, auf Einladung des Katholischen Akademiker/innenverbandes und der Universität Salzburg zu Gast.

Während zeitgleich in Brüssel Spitzenpositionen ausverhandelt wurden, ging es an diesem Abend in Salzburg um die großen Zusammenhänge der Europapolitik. Was soll Programm in den nächsten fünf Jahren sein? Welche Probleme muss die EU imstande sein zu lösen, um glaubwürdig zu bleiben?

Frage nach Werten

Die größten Herausforderungen sieht Fischler in der Klimafrage, in der Digitalisierung, bei der Überalterung Europas und der Generationengerechtigkeit.  Die Kluft zwischen arm und reich dürfe nicht größer werden, es brauche ein ausgewogenes Verhältnis großer und kleinerer Mitgliedsstaaten sowie die Förderung benachteiligter Regionen. Europa brauche außerdem ein neues Wirtschaftskonzept und ein neues Sozialmodell. Zum Pflichtprogramm gehöre auch eine ethische Diskussion: „Ist die EU noch ein Friedensprojekt? Hat sie gemeinsame Werte?“ so Fischler.

Auch die „Weltpolitikfähigkeit Europas“ (Jean Claude Juncker) gewinne an Bedeutung. „Wir müssen in Afrika investieren und alte Vorstellungen von Entwicklungspolitik aufgeben“,  ist Fischler überzeugt. Der Meinung vieler EU-Skeptiker, in Brüssel werde nur gestritten, hielt Fischler entgegen: „Konflikte sind etwas Gutes. Nur:  Wenn schon Streiten, dann um die beste europäische Lösung!“

Fischlers Appell an die Veranstalter: Der Hoffnungskontinent Afrika brauche die Weitergabe des Know how von Universitäten, der KAV möge auch in Zukunft zur Auseinandersetzung  mit der EU, mit Werten und ethischen Fragen, einladen.

Bei einem Umtrunk im Garten der Edmundsburg, dort wo man einen wunderbaren Blick auf die Salzburger Altstadt genießen kann, wurden so manche Gespräche rund um die EU weitergeführt und auf ein erfolgreiches KAV-Jahr angestoßen.

Foto: V. l.: Franz Fischler mit KAV-Vorstandsvorsitzendem Rektor Heinrich Schmidinger

Foto: KAV Salzburg

Informationen und Programm des Katholischen Akademiker/innen Verbandes finden Sie hier.

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