Die Pastoraltagung 2017 lenkt den Blick auf den "ziemlich unerkannten" Jesus

 

Die größte kirchliche Seelsorge-Fortbildung stellt ab 12. Jänner Jesus in den Kontext der modernen Kommunikationsgesellschaft 

 

SALZBURG (eds/kap - 4.1.2017) "Like Jesus": Mit diesem Titel stellen die Veranstalter der Österreichischen Pastoraltagung 2017 die Zentralgestalt des christlichen Glaubens in den Kontext der modernen Kommunikationsgesellschaft mit den in sozialen Medien üblichen "Likes". Auch wenn Jesus Christus in seinem Wort, im Sakrament und in der Gemeinschaft seiner Gläubigen gegenwärtig sei, bleibe er heute oft "ziemlich unerkannt oder sogar irrelevant", heißt es in der Ankündigung des Österreichischen Pastoralinstituts (ÖPI). Den "vielfältigen Spuren Jesu" auch in gegenwärtiger Zeit nachzugehen, "um ihn immer wieder neu wahrzunehmen und dabei Inspiration für unsere pastoralen Engagements zu finden", werde im Mittelpunkt der Tagung von 12. bis 14. Jänner im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil stehen.

Die Pastoraltagung ist die größte kirchliche Seelsorge-Fortbildungsveranstaltung in Österreich, alljährlich nehmen hunderte Mitarbeitende in Seelsorge und Religionspädagogik sowie Interessierte aus dem In- und dem benachbarten Ausland teil.


Blick auf "Nichterlösungsbedürftige"

Vorträge zum Tagungsthema halten u.a. der Jesuit und in Südosteuropa engagierte "Engel der Straßenkinder" P. Georg Sporschill und die Tübinger Theologin Johanna Rahner. Sporschill wählt dabei am Samstag, 14. Jänner, mit dem Fokus auf Judas als dem "schwierigen Freund" Jesu einen ungewöhnlichen Zugang. Rahner wiederum, eine der derzeit führenden systematischen Theologinnen des deutschsprachigen Raums, wählt ein Zitat von Kurt Tucholsky als Ausgangspunkt ihrer Überlegungen, warum der Glauben an Jesus Christus als "Erlöser der ganzen Welt" vor neuen Herausforderungen stehe: "In mir ist nichts, was erlöst werden muss; ich fühle die culpa (Schuld, Anm.) nicht", hatte Tucholsky stellvertretend für viele Zeitgenossen formuliert.

Weitere Vorträge halten der Bamberger Neutestamentler Joachim Kügler über die "sakramentale Pastoral" Jesu, Richard Hartmann (Fulda) und Thomas Schlag (Zürich) als Vertreter der praktischen Theologie über jesuanische Impulse für das seelsorgliche Engagement und Jesuitenprovinzial Bernhard Bürgler aus Wien ("Jesus Christus begegnen"); dazu kommen Statements von Vertretern der Katholischen Jugend, der Loretto-Gemeinschaft sowie Zeugnisse aus der Sicht eines Pfarrers, aus kontemplativer, therapeutischer und diakonischer Sicht.

In Workshops werden von Fachleuten spezielle Aspekte des Tagungsthemas wie "Jesus im Film", "Jesus für Anfänger", "Jesus der Jude" oder Jesus im Islam aufgegriffen und im kleinen Kreis diskutiert.

Liturgische Beiträge leisten die Bischöfe Alois Schwarz (Klagenfurt), Manfred Scheuer (Linz), Franz Lackner (Salzburg) und Superintendent Olivier Dantine (Salzburg und Tirol), für Unterhaltung sorgt am Eröffnungsabend der Kabarettist und hauptberufliche Religionslehrer Stefan Haider mit seinem Programm "Sexy Jesus".


Das vollständige Programm zum downloaden

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