„Die Schönheit dieser Welt hat mit ihrer Vielfalt zu tun“

 

Trotz Fußball-EM-Auftakt starke Besucherzahlen: 16.000 BesucherInnen bei der 10. Langen Nacht der Kirchen in Salzburg

 

 

 

SALZBURG (eds/ch - 10.6.2016) Altbewährtes, Fremdes, Neues und viel Schönes wartete auf die 16.000 BesucherInnen bei der diesjährigen Langen Nacht der Kirchen in der Erzdiözese Salzburg. Zum 10. Mal standen in der Mozartstadt die Tore der christlichen Gotteshäuser offen. Unter dem Motto „fremd und schön“ gab es auch dieses Jahr wieder ökumenisches, kulturelles, kulinarisches und spirituelles Programm für jedermann.

„fremd & schön“ – eine Einladung

Mit Glockengeläut und einem ökumenischen Gottesdienst startete Salzburg in die diesjährige Lange Nacht der Kirchen. Mit dem Motto „fremd und schön“ wurde der Fokus auf die Themen „Flucht und Migration“ gelegt; VertreterInnen der christlichen Kirchen dachten im Zuge des ökumenischen Eröffnungsgottesdienstes über das Schöne im Fremden nach.

Gemeinsam mit dem Evangelischen Superintendenten, Olivier Dantine, mit Charlotte Schwarz von der Evangelisch-Methodistischen Kirche, Pfarrer Martin Eisenbraun von der Altkatholischen Kirche und Marian Viezuianu von der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, wies Dr. Franz Padinger, Mitglied des Domkapitels, Vorsitzender der Ökumene-Kommission der Erzdiözese Salzburg und geistlicher Assistent des Katholischen Bildungswerkes, in seiner Predigt in der Kollegienkirche auf die Bedeutung des diesjährigen Mottos hin: „Das Fremde übt einen Reiz aus, der neugierig macht“. Wichtig sei es, nie damit aufzuhören, im Fremden das Schöne zu suchen. Olivier Dantine von der Evangelischen Kirche schloss an diesen Gedanken an: „Die Schönheit dieser Welt hat mit ihrer Vielfalt zu tun“. Diese Vielfalt sei auch eine Einladung, sich immer wieder mit dem Fremden und Schönen zu befassen. Pfarrer Martin Eisenbraun: „Wir erfahren das Schöne des Fremden im Ungewohnten.“

Spiritualität, Kultur & Integration

Neben den alljährlichen Highlights, wie dem Lichterlabyrinth im Dom und den Fiaker-Fahrten von Franz Winter, zogen auch wieder experimentelle Programmpunkte Besucherströme an: So wurde in der Kollegienkirche der Kirchenraum zum verbindenden, spirituellen Gesamtkunstwerk: Lichterinstallation, bildende Kunst, „fremde und schöne“ Texte, eingängige Jazz-, Pop- und Chormusik und afrikanische Tanzeinlagen erzeugten einzigartige Atmosphären. „Offen, mit Herz, sympathisch, attraktiv und unkonventionell“, kommentiert Johannes Wiedecke (Programmverantwortlicher Kollegienkirche) diese neue Form der Spiritualität.

Ein Treffpunkt der Kulturen bildete sich in der Salzburger Michaelskirche: Traditionelle Salzburger Gruppen gestalteten gemeinsam mit interkulturellen Vereinen das bunte Programm und zeigten Tänze, Musik und religiöse Bräuche aus unterschiedlichsten Kulturen. Ein Highlight in der vollbesetzten Michaelskirche waren sicherlich die Texte von Karl Merkatz.

Im Dom wurde man nicht nur Zeuge der eindrücklichen Performance von Agustin Castilla-Avila, die sich mit dem Thema „Grenzen“ befasste, sondern auch von gelebter Integration: Sechs der zwölf Musiker der Performance-Gruppe sind Flüchtlinge und feierten damit eine besondere Lange-Nacht-der-Kirchen-Premiere. Agustin Castilla-Avila im Vorfeld der Veranstaltung: „Mein Ziel in der Performance ist eine kleine meditative Weltkarte zu kreieren, wo alle Menschen als Künstler integriert sind. Durch Musik, Tanz und Kinderspielelemente bieten wir einen Rahmen für Überlegungen zur Gleichheit der Menschen und zu den Grenzen in unserem politischen System.“

Buntes Programm auch im Flach- und Pongau und im Tiroler Teil der Erzdiözese

Nicht nur in der Stadt standen die Tore der Kirchen für die BesucherInnen offen: In Neumarkt am Wallersee und Bischofshofen wartete man mit einem vielseitigem Programm auf: Lichterlabyrinth, Orgelkonzert, Textperformances und Schnupperpilgern erfreuten das junge und alte Publikum. Ein ökumenischer Abend erwartete BesucherInnen in Kitzbühel, wo in der Christuskirche, in der Pfarrkirche St. Andreas und in der Liebfrauenkirche das Thema Barmherzigkeit aus unterschiedlichster Perspektive beleuchtet wurde. In der Wörgler Stadtparrkirche St. Laurentius stand der Abend mit Barockmusik, Bauernmesse, Blockflöten- sowie Streich-und Bläserensemble ganz im Zeichen der Musik. „Heimat und doch fremd?“ hieß es in Reith im Alpbachtal, wo BesucherInnen zur Messweinverkostung, zum Kerzenlabyrinth in die Friedhofskapelle („Stille-befremdlich?“) und zur Entdeckungsreise in die Pfarrkirche mit Fotoapparat geladen wurden. Am Kirchplatz bewirtet das Flüchtlingsheim mit kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt.

Nach dem spirituellen Abschluss in Form einer Hip-Hop-Meditation in der Kollegienkirche neigte sich die Lange Nacht dem Ende zu –  Koordinatorin der Langen Nacht der Kirchen Salzburg, Lucia Greiner, zog positive Bilanz: „Die positive Energie war deutlich zu spüren. Ich habe viele schöne Rückmeldungen zum Programm und zum Motto erhalten. “

 

Bild: Die Fiaker-Fahrten waren auch dieses Jahr wieder eine Attraktion

Alle Fotos: eds

 

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Mehr Informationen zum Programm: www.langenachtderkirchen.at

 

 

 

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