Ein „basisdemokratischer“ Feiertag

 

Katholische Aktion erinnert an die demokratiepolitische Bedeutung des 8. Dezember 

 

SALZBURG (eds-6.12.2018) / Der Marienfeiertag am 8. Dezember hat in Österreich auch eine demokratiepolitische Bedeutung. Daran erinnert die Katholische Aktion Salzburg achtzig Jahre nach der Abschaffung dieses Feiertags durch das NS-Regime. Der Marienfeiertag wurde im Jahr 1955 als Dank für den Staatsvertrag nach einer Unterschriftenaktion von Hunderttausenden Bürgern wieder eingeführt. 

Gesellschaftliche Umdeutung des Marienfests zum „Einkaufsfeiertag“ 

Durch die gesellschaftliche Umdeutung des Marienfests im Advent zu einem „Einkaufs-feiertag“ gerät auch die politische Einzigartigkeit dieses Feiertags in Vergessenheit, bedauert die Präsidentin der Katholischen Aktion, Elisabeth Mayer. In Zeiten, in denen Österreich um einiges weniger reich war als heute, wurde im Parlament die Einführung eines Feiertages beschlossen. Führende Politiker – zum Beispiel Julius Raab und Leopold Figl – waren der Meinung, dass die Erlangung des Staatsvertrages nicht allein auf ihr diplomatisches Geschick zurückgeführt werden konnte, sondern auch die Gebete vieler Österreicherinnen und Österreicher zu diesem Erfolg beigetragen haben. Seit Ende der Vierzigerjahre hatte sich eine halbe Million Menschen verpflichtet, im Anliegen der Freiheit Österreichs täglich den Rosenkranz zu beten. Als Österreich die Freiheit wiedererlangt hatte, traten ähnlich viele Menschen mit ihrer Unterschrift dafür ein, zum Dank den von den Nationalsozialisten abgeschafften Marienfeiertag am 8. Dezember wieder einzuführen. 

Segen von oben und Unterstützung der Bevölkerung 

Vielleicht würden auch heute politische Entscheidungen manchmal anders ausschauen, wenn die handelnden Personen nicht allein auf ihre eigenen Fähigkeiten setzten, sondern den Segen von oben und die Unterstützung der Bevölkerung als „Rückenwind“ nicht aus-schlössen, gibt KA-Präsidentin Elisabeth Mayer zu bedenken. 

 

Foto: Elisabeth Mayer, Präsidentin der Katholischen Aktion

Foto: Erzdiözese Salzburg

Zurück