Papst nimmt Rücktrittsangebot von Weihbischof Laun an

 

Mitteilung im Vatikan-"Bollettino" am 75. Geburtstag Launs zu Gesuch, das kirchenrechtlich zu diesem Alter vorgesehen ist

 

 

 

SALZBURG (eds/kap-8. 10. 2017) / „In einer Zeit fürchterlich kriegerischer Wirren - der Erste Weltkrieg war im Gange -, Europa begann sich zu spalten, Eiserne Vorhänge kündigten sich an, da erscheint Maria drei Kindern“: An diese Privatoffenbarung an einfache Hirtenkinder - Lucia, Jacinta und Francisco - vor 100 Jahren in Fatima hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner am Sonntag in der Wiener Franziskanerkirche erinnert. Er leitete den im Fernsehen des ORF und ZDF übertragenen Festgottesdienst des Rosenkranz-Sühnekreuzzugs (RSK), dessen 70-Jahr-Jubiläum in enger Verbindung zur Mutter-Gottes-Erscheinung in Fatima steht. In Österreich habe nach dem Zweiten Weltkrieg RSK-Gründer P. Petrus Pavlicek (1902-1982) den Ruf Marias verspürt, für den Frieden zu beten. 

Die Gebetsgemeinschaft des Rosenkranzsühnekreuzzuges wisse sich diesem Anliegen bis zum heutigen Tag verpflichtet, sagte Erzbischof Lackner in seiner Predigt. Auch heute gelte: „Die Welt schreit nach Frieden - Hass, Gewalt, Terror und Krieg erschüttern die Grundfeste des Zusammenlebens.“ Lackner richtete an die Festgemeinde und Ko-Zelebrant Franziskaner-Guardian P. Felix Gradl den Appell: „Setzten wir ein Zeichen! Vertrauen wir dem Zuruf der Muttergottes: Betet und es wird Frieden sein!“ 

In Bezug auf die Marienerscheinungen in Fatima erklärte der Erzbischof, an sich sei das offenbarende Wirken Gottes in Jesus Christus abgeschlossen. Zugleich verwies er auf das Johannesevangelium, in dem Jesus am Ende seiner irdischen Mission sagt: „Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.“ Dazu Lackner: „Unser Verstehen hört niemals auf. Das ist Grund und authentischer Ort von Privatoffenbarungen.“ Sie seien wichtige Impulse und Imperative, das Evangelium im Lichte der jeweiligen Zeit zu  leben.

Weg weisende Imperative 

An biblische Imperative erinnerte der aus dem Franziskanerorden stammende Salzburger Erzbischof auch in seiner Predigt: Drei Hirtenkinder als Adressaten der Friedensbotschaft Marias ließen an die Aufforderung Jesu denken: „Lasst die Kinder zu mir kommen.“ Kinder haben nach den Worten Lackners „einen hohen Grad von Ursprünglichkeit, schenken maßlos Vertrauen, können glauben“. Auch Maria habe als einfaches Mädchen aus Nazareth Ja zu Gott und seinem Wort gesagt: „Mir geschehe, wie du gesagt hast.“ Während des öffentlichen Wirkens Jesu sei von seiner Mutter nur ein Wort überliefert - ein Imperativ bei der Hochzeit zu Kana: „Was er euch sagt, das tut“. 

Und ein Imperativ stehe auch am Anfang der Verkündigung Jesu: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Gebet und Umkehr sei die zentrale Botschaft von Fatima, „der Imperativ, der nun an uns ergeht“. 

 

Fatima – Beten für den Frieden

Fatima, eines der weltweit größten Marienheiligtümer der katholischen Kirche, feierte im Mai den 100. Jahrestag der Marienerscheinungen von 1917. Mit fünf Millionen Pilgern jährlich ist Fatima der zweitgrößte Wallfahrtsort Europas nach dem südfranzösischen Lourdes. Zum 100-Jahr-Jubiläum reiste Papst Franziskus am 12./13. Mai in den portugiesischen Wallfahrtsort. Höhepunkt der knapp 24-stündigen Pilgerreise des Papstes war die Feier zur Heiligsprechung der Fatima-Hirtenkinder Francisco Marto (1908–1919) und Jacinta Marto (1910–1920). Für die dritte Seherin, Lucia dos Santos (1907–2005), läuft derzeit das Seligsprechungsverfahren. Am 13. Mai 1917 war den drei Kindern aus Fatima erstmals Maria erschienen. Während einer weiteren Erscheinung am 13. Juli 1917 sprach Maria erstmals jene Prophezeiungen aus, die als „Geheimnisse von Fatima“ bekannt wurden.

Schon bei der letzten Herbstvollversammlung hat die Bischofskonferenz auf das bedeutsame Fatima-Jubiläum hingewiesen. „Mit einer prophetischen Botschaft und dem Auftrag, durch Gebet, Umkehr und Sühne den Frieden zu bereiten, wandte sich die Gottesmutter am Vorabend der kommunistischen Revolution und ihren weltweiten Folgen an die Menschheit“, schrieben die Bischöfe in ihrer am 11. November 2016 veröffentlichten Erklärung. Die Botschaft von Fatima – besonders Gebet um Frieden – hat sich in Österreich vor allem durch den "Rosenkranz-Sühnekreuzzug für den Frieden der Welt" (RSK) verbreitet. Heute gehören dem "RSK" weltweit rund 700.000 Menschen in 132 Ländern an.

 

Die Predigt von Erzbischof Franz Lackner finden Sie hier.

Foto: © kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

 

 

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