Ein Fahrplan zur Heiligkeit heute

 

Erzbischof Franz Lackners Allerheiligenbotschaften

 

SALZBURG (eds-1.11.2019) / "Heilig sind nicht nur die Heiliggesprochenen, sondern viele andere mehr, die sich im Leben bemüht haben und Gott die Treue bewahrten." Das betonte Erzbischof Franz Lackner bei seiner Predigt zu Allerheiligen im Salzburger Dom. Auch diese verborgenen Heiligen könnten um Fürsprache gebeten und verehrt werden. 

Wie zur Heiligkeit gelangen?

Mit Verweis auf den sogenannten Diognetbrief schlug Lackner einen "Fahrplan zur Heiligkeit" vor. Die Beschreibung der Christen durch den unbekannten Schreiber des frühchristlichen Textes könnten auch dem heutigen Leser eine Spur zur Heiligkeit legen. 

Christen würden in diesem Brief zum einen als "im Alltag ganz normale Menschen" beschrieben; würden sich durch keine besonderen Merkmale auszeichnen: "Sie erfüllen die Aufgaben eines Bürgers", heißt es. Lasten ertragen sie allerdings "wie Fremde", erzählt Lackner und erklärt: "Man kann an das Wort des eiligen Apostels Paulus denken: „Unsere Heimat ist der Himmel.“ Wir sind in der Welt aber nicht von der Welt. Heiligmäßig leben heißt, sich danach auszustrecken, was nachher kommt. Es gibt ein letztes Gericht, ein letztes Ziel bei Gott – Auf Erden sind wir Bürger, im Himmel halten wir uns auf."

Dem Leben, das zeichnete sie aus, standen "diese Christen" offen gegenüber, betont Lackner. "Sie heirateten, zeugten Kinder, setzten sie aber nicht aus", heißt es dazu im Diognetbrief. "Für unsere Zeit ist das ganz aktuell, das heißt, für die Lebensweitergabe offen sein. Das Leben ist Gottes Gabe", betonte der Salzburger Erzbischof. Abtreibung sei in diesem Zusammenhang Vergehen, und zugleich "Unrecht am Kind", folgerte er.

Und weiter: "Als Christen leben wir in dieser Welt mit ihren Gesetzen und Anforderungen, aber wir vergessen dadurch nicht den Himmel. Wir wissen, auf Gott hin sind wir geschaffen. Oder wie es der Heilige Apostel Paulus sagt: „Aus Gnade sind wir, was wir sind. Nicht aus eigener Kraft.“ Es gilt, diese Spannung zwischen hier und dort nicht in eine Richtung vorschnell aufzulösen, sondern wach zu halten, lebendig."

Facebook: Besonderes Gedenken an Eltern verstorbener Kinder 

Auf der Social-Media-Plattform Facebook richtete sich der Salzburger Erzbischof in einem Statement zu Allerheiligen und Allerseelen an alle Trauernden, besonders an Eltern verstorbener Kinder und Sternenkinder. Weil Anfang und Ende des Lebens nicht in der Hand des Menschen liegen, sind sie "Brückenmomente zu Gott, der uns in diesen Momenten an der Hand nimmt und ins Leben hinein und auch wieder hinausbegleitet." Wenn Menschen an diesen Tagen die Gräber besuchen, dann könnten sie auf diese Zuversicht und Hoffnung im Glauben vertrauen.

"Im gemeinsamen Stehen an den Gräbern sind auch wir uns gegenseitig Stütze - was uns eint ist die Hoffnung auf Leben und eine letzte Gerechtigkeit", so der Salzburger Erzbischof. Die Blumen und Gestecke auf den Gräbern seien dabei nicht bloßer Schmuck, sondern auch Zeichen für Lebendigkeit und Hoffnung.

"Den Tod als Teil unseres irdischen Daseins anzunehmen fällt verständlicherweise nicht immer leicht; vor allem dann nicht, wenn Menschen unerwartet aus dem Leben gerissen werden. Ich denke da zum Beispiel an Eltern, die Kinder und Sternenkinder zu Grabe tragen müssen; deren Freude über ein neues Leben der Trauer weichen musste. Dieses Jahr möchte ich vor allem euch, liebe Eltern und Angehörige, in mein Gebet einschließen.", so Lackner. 

Zum Facebook-Statement: www.facebook.com/erzbischoflackner

Allerheiligen und Allerseelen

Allerheiligen (1. November)

Zu Allerheiligen (lateinisch: festum omnium sanctorum) gedenkt die katholische Kirche aller Heiligen und Märtyrer. Ein Gedenken an alle Heiligen lässt sich im Osten bereits im 4. Jahrhundert als Herrentag aller Heiligen am ersten Sonntag nach Pfingsten nachweisen. Das Datum des Fests Allerheiligen legte Papst Gregor IV. 835 für die gesamte Westkirche auf den 1. November fest. Auf diese Weise sollen insbesondere jene Heiligen in den Mittelpunkt gerückt werden, derer nicht durch eigene Feiertage im Jahreskreis gedacht wird und welche nicht im alltäglichen Bewusstsein präsent sind. Hintergrund ist hier die Lehre der Kirche, wonach jeder Gläubige zur Heiligkeit berufen ist.
Viele Menschen nutzen diesen Feiertag, um am Grab ihrer verstorbenen Verwandten und Freunde zu beten. Die Gräber werden im Vorfeld mit Herbstblumen, Zweigen, Gestecken und Kerzen geschmückt und am Festtag gesegnet. Vielerorts finden auch Zeremonien zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege mit Kranzniederlegungen statt.
Allerheiligenstriezel – Gebildbrote aus Germ- oder Briocheteig – sind weitverbreitet und werden an Arme, Kinder und Patenkinder verschenkt.
Der Allerheiligentag ist ein gesetzlicher Feiertag. Für die katholische Kirche ist das Allerheiligenfest ein sogenanntes Hochfest –die liturgische Farbe ist Weiß.

Allerseelen (2. November)

Der Kern des Allerseelentages (lateinisch: [Dies] in commemoratione omnium fidelium defunctorum, „Tag des Gedenkens an alle verstorbenen Gläubigen“) ist die Erinnerung an alle Verstorbenen. Der Allerseelentag geht auf Abt Odilo von Cluny zurück, der 998 das Gedächtnis aller verstorbenen Gläubigen anordnete. Ähnliche Gedächtnistage sind auch schon vorher bezeugt. Der Tag steht theologisch in enger Verbindung mit der Lehre vom Fegefeuer (Reinigungsort, Purgatorium) als Ort der Läuterung der Verstorbenen, die Hilfe von den Lebenden durch Gebet, Fasten und Almosen erhalten. Zu Allerseelen zieht es viele Menschen an die Gräber, um für verstorbene Verwandte und Freunde zu beten.
Das Allerseelenfest ist ein Fest, das der Trauer der Menschen Raum geben soll – die liturgische Farbe ist Violett oder Schwarz.

In der Erzdiözese Salzburg werden für trauernde Menschen sogenannte Trauerräume angeboten.

Trauerräume in der Erzdiözese Salzburg:

In der Salvator-Kirche der Christian-Doppler-Klinik von Mittwoch, 30. Oktober, bis Samstag, 2. November 2019
Die Margarethenkapelle auf dem Friedhof St. Peter in Salzburg ist von Samstag, 26. Oktober, bis Samstag, 2. November 2019, von 10.30 bis 18 Uhr als Trauerraum gestaltet und geöffnet.
In der Zeit von Donnerstag, 31. Oktober, bis Samstag, 2. November 2019, öffnet die Pfarre Maxglan in der kleinen Kirche jeweils von 10 bis 20.30 Uhr ihren Trauerraum.
In der Pfarre Anthering ist der Trauerraum von Donnertag, 31. Oktober, bis Samstag, 2. November 2019, von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Foto: Neumayr

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