Ein "Zaunheber" gegen Gewalt und Unrecht

 

Norbert Zuckerstätter schuf eine Skulptur für die Salzburger Bibelwelt

 

SALZBURG (eds - 17.7.2017) / Zuckerstätter arbeitet seit Jahren mit der Bibelwelt zusammen und hat etwa auch das Ohr an der Eingangspforte der Bibelwelt in Salzburg St. Elisabeth gestaltet. Sein neuestes Werk ist eine 1,8 Meter hohe Figur, die einen Stacheldrahtzaun anhebt. Sie stellt den alttestamentarischen Gottesknecht dar.

Der Gottesknecht stehe für Gerechtigkeit statt Ausbeutung. Er sei einer, der belächelt, ausgespottet, gefoltert wird und sich dennoch für andere einsetzt. „Die Geschichte Israels im Alten Orient ist bestimmt durch Fremdbesetzung. Bis auf wenige Jahrzehnte um die Jahrtausendwende vor Christus ist das Volk immer verschiedenen Großmächten tributpflichtig. Das bedeutet eine dauernde Erfahrung von Unrecht und Ausbeutung“, erklärt der Pfarrer von St. Elisabeth, Heinrich Wagner. „Darum ist das Wort, um das sich das ganze Alte Testament dreht: Gerechtigkeit.“ 

Angesicht des Leids der Flüchtlingsströme von heute sei es wichtig, das biblische „Modell“ des Gottesknechts dem derzeit versuchten Weg der Abschottung und Ausgrenzung gegenüberzustellen und öffentlich in den Diskurs zu bringen. „Es braucht auch heute Menschen, die Gewalt nicht mit Gegengewalt beantworten und so ein Hoffnungszeichen setzen“, sagte Wagner.

Zuckerstätter arbeitete seit Jänner 2017 an der Skulptur, die in Ton modelliert und anschließend in Beton gegossen wurde. Direktor Eduard Baumann betonte: „Es reicht nicht, die Bibel rein kognitiv verstehen zu wollen. Die Bibelwelt macht sie mit allen Sinnen erfahrbar.“ Die Skulptur wird nicht nur in St. Elisabeth stehen, sondern auch an anderen Plätzen in der Stadt Salzburg zu sehen sein.

Foto: (v.l.n.r.): Eduard Baumann, Direktor der Bibelwelt, Künstler Norbert Zuckerstätter und Pfarrer Heinrich Wagner

 

 

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