Eine Nacht – 50 Kirchen: Der Freiheit auf der Spur

 

Lange Nacht der Kirchen: 20.000 Besucherinnen und Besucher in Erzdiözese Salzburg

 

SALZBURG (eds-24. 5. 2019) / Zum 13. Mal lud der Ökumenische Arbeitskreis (ÖAK) Salzburg zur Langen Nacht der Kirchen – heuer unter dem Motto „Mission Freiheit“. 20.000 Besucherinnen und Besucher machten sich am Freitagabend auf den Weg in die Gotteshäuser Salzburgs und des Tiroler Unterlandes. An rund 50 Schauplätzen gab es hochkarätiges Programm. Heuer erstmalig war die Pfarre St. Andrä in der Stadt Salzburg programmatischer Hotspot für Familien.

Positive Bilanz zog der Projektkoordinator Johannes Wiedecke: „Es ist wunderschön, dass so viele Menschen in Salzburg unterwegs sind, durch die Nacht schwärmen und dem Licht der Freiheit nachspüren.“ Dabei nahm Wiedecke auch Bezug auf aktuelle Entwicklungen: „Gerade in stürmischen Zeiten ist es etwas Wunderbares, sich gemeinsam unserer christlichen Freiheit verbunden zu fühlen, die uns an Sinn und Werte bindet und uns weiterhin aufruft, Profil zu zeigen und dafür einzustehen.“ Die Lange Nacht der Kirchen sei „wieder eine wunderbare Nacht, in der wir gemeinsam unterwegs sind auf der Mission Freiheit“, so Wiedecke.

Frei sein – Begegnungsräume eröffnen

Mit einem ökumenischen Familiengottesdienst in der Pfarrkirche St. Andrä eröffneten die christlichen Vertreterinnen und Vertreter den ökumenischen Groß-Event. Bernd Kober (röm.-katholische Kirche) griff im Beisein  von  Gabriele Rehbogen (evangelisch-methodistische Kirche), Erzpriester Dumitru Viezuianu (rumänisch-orthodoxe Kirche), Pfarrer Martin Eisenbraun (altkatholische Kirche) und Pfarrer Adam Faugel (evangelische Kirche) das Thema Freiheit auf, das gerade in der Erziehung eine große Rolle spielt: „Ein Mensch wird frei, wenn er gut verwurzelt ist“, betonte Kober. Dieses Grund-Vertrauen ermögliche Begegnungen ohne Angst, so der Kapuziner. Und: „Christen sind Menschen, die Begegnungsräume für alle Menschen eröffnen wollen“ – davon zeuge auch die Lange Nacht der Kirchen. Musikalisch umrahmte die Jugendkantorei des Domes unter der Leitung von Gerrit Stadlbauer die Feier.
In St. Andrä genossen Familien anschließend vielseitiges Kinderprogramm – Kirchen-Hüpfburg und Kinderschminken inklusive. Kulinarische „Freiheits-Specials“ bot die Verköstigung am Mirabellplatz durch Lakhi‘s Foodtruck.

Von Trapp und Sonn: prominent besetzter Gesang 

Hochkarätig und prominent besetztes musikalisches Programm gab es auch heuer wieder an vielen Standorten. In Anton Bruckners „Te Deum laudamus“ erfüllte unter der musikalischen Leitung von Stephan Höllwerth unter anderem die Stimme des bekannten Operntenors Peter Sonn das Gotteshaus St. Andrä.
Hunderte Kinder versammelten sich für die Aufführung der „Mass of the Children“ von John Rutter in der Kollegienkirche. Der Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor unter der Leitung von Wolfgang Götz traf hier auf den Kinderchor der Deutschen Oper Berlin (Leitung Christian Lindhorst).
 „Die Lange Nacht der Kirchen zelebriert Freiheit durch Musik“, ist Elisabeth von Trapp überzeugt. Das Konzert „sing it for freedom“ der US-amerikanischen Sängerin und Enkelin Maria von Trapps füllte das Sacellum bis auf den letzten Platz. „Ich glaube, dass Lieder eine vielversprechende Botschaft für alle Menschen enthalten, unseren Geist beleben, uns zu innerer Erneuerung inspirieren, sodass wir – auf diese Weise befreit – die Fülle unserer Lebenserfahrung ausschöpfen können“, so die Künstlerin. 

Scheitern zur Sprache gebracht

Ein außergewöhnliches Format, das Scheitern zum Thema macht, erwartete die Besucherinnen und Besucher der heutigen Langen Nacht der Kirchen bei der „Fuckup Night“ (übersetzt: Scheiterabend) in der Andräkirche. Die Idee hierzu kommt ursprünglich aus Mexiko: „Drei bis vier Menschen machen ein Scheitern aus ihrem Berufsleben vor einem Publikum sichtbar. Sie sprechen für je zehn Minuten und in zehn Bildern. Danach darf und soll gefragt und diskutiert werden“, erklärt Aleksandra Nagele, Initiatorin der „Fuckup Nights (F.U.N)“ Salzburg. Scheitern solle so als möglicher Teil des Weges akzeptiert werden: „Fehler machen wir alle. Darüber sprechen will niemand. Das ändert sich gerade“, so Nagele.

Mission Freiheitsschimmer

Heuer gab es erstmalig Lichtinstallationen an und in den Kirchen. „Mission Freiheitsschimmer“ hieß die unübersehbare Aktion – an mehrere Kirchenmauern der Stadt wurden während des ganzen Abends Zitate zum Thema Freiheit projiziert.
Eine stimmungsvolle Lichterfeier im Salzburger Dom bildete den heurigen spirituellen Abschluss der Langen Nacht der Kirchen. Um 23.30 Uhr entzündeten die Feiernden ein Licht zum Zeichen der Freiheit und stimmten mit der Künstlerin Elisabeth von Trapp in den Gospelsong „Free at Last“ ein.

Lange Nacht der Kirchen

Die Lange Nacht der Kirchen ist eine ökumenische Veranstaltung, an der sich jährlich mehr als 600 christliche Kirchen in ganz Österreich beteiligen. Jedes Jahr bietet die Lange Nacht der Kirchen österreichweit etwa 3.000 Stunden Programm. Allein im Bundesland Salzburg und im Tiroler Unterland gibt es Veranstaltungen an rund 50 Standorten.
Der Ökumenische Arbeitskreis (ÖAK) ist das offizielle Forum der Begegnung und des Dialogs der christlichen Kirchen im Bereich der Erzdiözese Salzburg. Aktuell arbeiten darin die Altkatholische Kirche, die Evangelische Kirche A.B. und H.B., die Evangelisch-methodistische Kirche, die Römisch-katholische Kirche, die Rumänisch-orthodoxe Kirche und die Syrisch-orthodoxe Kirche zusammen. Der ÖAK verantwortet ökumenische Veranstaltungen, darunter die Lange Nacht der Kirchen, und gibt jährlich die „Ökumenischen Informationen“ heraus.

Fotos: Erzdiözese Salzburg/Neumayr/Lochschmidt

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