"Einer der ganz Großen"

 

Erzbischof Lackner zum Tod von Nicolaus Harnoncourt

 

SALZBURG (eds- 6. 3. 2016) / Mich hat die Nachricht vom Tod des Musikers Nikolaus Harnoncourt zutiefst getroffen. Er war einer der ganz Großen. In seiner Arbeit ist er nie dem Zeitgeist gefolgt. Mit seinen bahnbrechenden Interpretationen hat er Neues entdecken lassen. ER hat den Zeitgeist geprägt, gegen viele Widerstände, denn es ist ihm um die Sache, um die Musik gegangen. „Töne sind höhere Worte“ heißt eines seiner Bücher und zeigt ihn als Suchenden nach dem Schlüssel, wie dem Zuhörer die Musik zu erschließen sei.

Wir verlieren einen wertvollen Menschen. In Büchern, Interviews hat er uns teilhaben lassen an seinen Gedanken. In seinem letzten Brief an das Publikum schreibt er: „Da wird wohl Vieles bleiben!“ Sein Blick ging immer in die Tiefe, gleichsam suchend, ja ringend, um die Geheimnisse des Lebens und - wie ich sein Schaffen verstehen möchte - des Glaubens zu entdecken. Unvergesslich wird mir die Begegnung mit Nikolaus Harnoncourt im Vorjahr anlässlich einer Auszeichnung, die ihm zu teil wurde, bleiben. Ich war tief berührt, als er mir, dem musikalisch Untalentierten, in einem Gespräch Musik erklärt hat. Der Tod dieses Mannes lässt nicht nur mich traurig zurück.

Uns bleibt das Gebet für ihn, seine wunderbare Frau und Partnerin Alice und die ganze Familie.  


Foto: EDS/Kolarik

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