„Endlich frei“ bei der Langen Nacht der Kirchen

 

Star-Sänger Elisabeth von Trapp und Peter Sonn zu Gast

 

SALZBURG (eds-15. 5. 2019) / „Die Lange Nacht der Kirchen ist ein großes gemeinschaftliches Erlebnis.“ Dies betonte Programmkoordinator Johannes Wiedecke beim heutigen Pressegespräch und stellte Programmhöhepunkte und Thema der kirchlichen Großveranstaltung vor. Unter dem Motto „Mission Freiheit“ öffnen am 24. Mai rund
50 christliche Kirchen Salzburgs wieder ihre Tore.  

Motto: „Mission Freiheit“

„Freiheit ist ein Begriff, für den über die Jahrhunderte der Geschichte hinweg Menschen gekämpft und sich sogar mit ihrem Leben eingesetzt haben“, erinnerte Wiedecke und fragte, was die Freiheit auszeichne, „die der christliche Glaube verspricht und zu der uns Christinnen und Christen dieser Glaube vielleicht sogar verpflichtet.“ Die Lange Nacht der Kirchen lade ein, mit ihrem vielfältigen und ereignisreichen Programm und in zahlreichen Veranstaltungen diesen Gedanken zur christlichen Freiheit nachzuspüren, sagt der Programmverantwortliche.

An diesem Abend biete sich wie an keinem anderen die Gelegenheit, vertraute Kirchenräume neu wahrzunehmen und unbekannte Orte aufzusuchen. Im Besonderen verwies der Koordinator auf Lichtinstallationen an und in den Kirchen. „Mit dieser Aktion ‚Mission Freiheitschimmer‘ wird für mich im Medium Licht ein wichtiger Aspekt von Freiheit sichtbar. Freiheit kann sich einerseits grenzenlos ausbreiten, andererseits bekommt sie ihre Form dadurch, dass man die Grenzen definiert.“

Eine stimmungsvolle Lichterfeier im Salzburger Dom bildet den heurigen spirituellen Abschluss der Langen Nacht der Kirchen. „Gemeinsam wollen wir ein Licht zum Zeichen der Freiheit entzünden und zusammen mit der Künstlerin Elisabeth von Trapp in den Gospelsong ‚Free at Last‘ einstimmen“, kündigt Wiedecke an.

Hochkarätige Musik: Stars bei der Langen Nacht der Kirchen

Um 19 Uhr wird in der Pfarrkirche St. Andrä unter der musikalischen Leitung von Stephan Höllwerth Anton Bruckners „Te Deum laudamus“ aufgeführt – unter anderem mit dem bekannten Operntenor Peter Sonn. Freiheit sei für Bruckner ein „eminent wichtiger Begriff“ gewesen, sagt Stephan Höllwerth. Bruckner habe sie in seiner Musik gefunden: Er sei einer der größten Orgelimprovisatoren seiner Zeit gewesen und habe Freiheit im Komponieren gefunden, erklärt der Bruckner-Experte. Und: „Bruckner hat seine Freiheit als von Gott geschenkt empfunden. Und weil er diese seine Erfahrung in musikalische Sprache gegossen hat, dürfen wir heute noch daran Anteil haben.“


„Die Lange Nacht der Kirchen zelebriert Freiheit durch Musik“, sagt Elisabeth von Trapp. Die US-amerikanische Sängerin ist die Tochter Werner von Trapps und Enkelin Maria von Trapps. „Meine Familie, die Trapp Family Singers, bestand aus Künstlern, die angetrieben waren durch die Gabe der Musik. Zwei Jahrzehnte bereisten sie die Welt, konzertierten mit kraftvoller Würde und Überzeugung und verbreiteten ihre Botschaft von Freiheit, Hoffnung und Liebe durch ihre Harmonien und Lieder. Ich glaube, dass Lieder eine vielversprechende Botschaft für alle Menschen enthalten, unseren Geist beleben, uns zu innerer Erneuerung inspirieren, sodass wir, auf diese Weise befreit, die Fülle unserer Lebenserfahrung ausschöpfen können.“ Beim Konzert „sing it for freedom“ im Sacellum wird die international renommierte Künstlerin bei der Langen Nacht der Kirchen singen und eine Vielzahl an Musikstücken – von gregorianischem Choral bis hin zu zeitgenössischer Musik darbieten. Außerdem wird Elisabeth von Trapp bei der Lichterfeier zum spirituellen Abschluss im Salzburger Dom zu hören sein.

Scheitern zum Thema machen

Seit August 2018 stellt die Erzdiözese Salzburg Räume als Coworking Space zur Verfügung. „Schnell wurde Mirabell5 zum Lernort für kirchliche Mitarbeiter, Start-ups und deren Stakeholder“, sagt Dominik Elmer, Initiator des Projekts. Das Spezifische an Mirabell5 sei, dass es speziell für Start-ups geschaffen worden sei, „deren Unternehmensidee zu einem positiven Wandel in der Gesellschaft und zur Lösung sozialer Probleme beiträgt“, erklärt Elmer. Die Lange Nacht der Kirchen bietet Einblick in die Räumlichkeiten von Mirabell5 und Austausch mit Start-ups aus dem Coworking Space.
„Eine weitere Schnittmenge, die Kirche und Start-ups verbindet, ist das Thema ‚Scheitern‘“, meint Elmer. Es sei daher „ein Gebot der Stunde, angesichts des gesellschaftlichen Trends zur Stigmatisierung von Menschen, die als Verlierer abgestempelt werden, pastorale Angebote zu diesem Thema zu entwickeln“.

Ein außergewöhnliches Format, das Scheitern zum Thema macht, erwartet die Besucherinnen und Besucher der Langen Nacht der Kirchen bei der „Fuckup Night“ in der Andräkirche. Die Idee hierzu kommt aus Mexiko: „Drei bis vier Menschen machen ein Scheitern aus ihrem Berufsleben vor einem Publikum sichtbar. Sie sprechen für je zehn Minuten und in zehn Bildern. Danach darf und soll gefragt und diskutiert werden“, erklärt Aleksandra Nagele, Initiatorin der „Fuckup Nights (F.U.N)“ Salzburg. „Die ,Fuckup Nights‘ möchte, dass das Scheitern als möglicher Teil des Weges akzeptiert wird. Genau das passiert heute immer weniger: Fehler werden tabuisiert und unter den Teppich gekehrt. Damit wird das Scheitern nicht nur zu einem wirtschaftlichen, sondern zu einem zutiefst menschlichen Thema“, sagte Nagele. Und: „Wer seiner eigenen Schwäche ins Gesicht sehen kann, der kann seine Wut, seinen Ärger und seine Scham irgendwann loslassen. So gewinnen wir eine ganz neue Freiheit. Die Freiheit, neu zu beginnen und an unserem Fehler zu wachsen.“

Familienprogramm-Specials für kleine Nachtschwärmer

Besonderes Augenmerk liegt in der heurigen Langen Nacht der Kirchen auf dem Familienprogramm. Der ökumenische Eröffnungsgottesdienst wird als Familiengottesdienst mit schwungvoller Musik und kindgerecht gestaltet und findet erstmals in der Pfarrkirche St. Andrä statt. „Für unsere kleinen Nachtschwärmer ist mit anschließender Kinderschminkstation und einer Hüpfburg im Pfarrgarten St. Andrä Spaß garantiert“, kündigt Wiedecke an. Eltern können bis 20.30 Uhr außerdem beim Kinderprogramm ihre Kinder professionell betreuen lassen und selbst am Programm in der Pfarrkirche teilhaben. Kulinarische Angebote liefern Foodtrucks mit eigens kreierten „Freiheits-Specials“. Außerdem von großer Beliebtheit sind Fiaker, Rikschas und Obusse, die Besucherinnen und Besucher zwischen Schauplätzen und Kirchen transportieren.

Informationen zur Langen Nacht der Kirchen

Die Lange Nacht der Kirchen ist eine ökumenische Veranstaltung, an der sich jährlich mehr als 600 christliche Kirchen in ganz Österreich beteiligen. Jedes Jahr bietet die Lange Nacht der Kirchen österreichweit etwa 3000 Stunden Programm. Allein im Bundesland Salzburg und im Tiroler Unterland gibt es Veranstaltungen an rund 50 Standorten.

Infos und Programm unter: www.langenachtderkirchen.at/salzburg

Foto1: Vorgeschmack auf die Lange Nacht der Kirchen, die heuer ganz im Zeichen der Freiheit steht. Bei Lakhis Foodtruck gibt es am 24. Mai eigens kreierte „Freiheit-Lassis“. V.l.n.r.: Bruder Bernd (Pfarre St. Andrä), Lakhi (lucky food), Johannes Wiedecke (Programmkoordination Lange Nacht der Kirchen), Stephan Höllwerth (Musikalische Leitung Bruckners ‚Te Deum‘), Künstlerin Elisabeth von Trapp, Operntenor Peter Sonn, Dominik Elmer (Coworking Space ‚Mirabell 5‘/Citypastoral) und Aleksandra Nagele (Fuckup Nights Salzburg).

Fotos: Erzdiözese Salzburg

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